Maria Lassnig (c) STADTBEKANNT Braid

Große Österreicherin: Maria Lassnig

Die Augen auf der Leinwand blicken tief in die der BetrachterIn, erwecken Unbehagen, Neugier, Fragen. Eine Pistole an der Schläfe, eine weitere auf die BetrachterIn gerichtet. Du und ich. Das Selbstportrait Maria Lassnigs, das diesen Titel trägt, zeigt besonders eindrucksvoll die Kraft, die ihre künstlerischen Werke innehaben. Maria schuf ihren eigenen Stil und wurde mit ihrer Kunst über die Grenzen Österreichs hinweg bekannt. Dabei bezeichnete der Maler Wilhelm Dachauer, der ihr Professor an der Akademie der Bildenden Künste war, ihren Stil als „entartet“, als sie während der Nazi-Zeit in Wien ihr Kunststudium absolvierte. Abbringen ließ Maria sich von ihrer Art, Kunst zu gestalten, aber nicht.

Paris und New York

Maria zog es nach Paris und anschließend nach New York. Die starken Frauen dieser Stadt hatten sie motiviert, hier hinzuziehen. Während ihrer Zeit in New York kreierte sie Trickfilme und nützte das Medium des Films und der Animation als neue Ausdrucksform ihrer Kunst. Maria beobachtete Menschen genau, lieber penetrant als elegant sollten ihre Bilder sein. Nach zwölf Jahren kehrte sie nach Wien zurück und nahm eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste an.

Beobachten und Hineinfühlen

Würde sie eine Schule gründen, so wäre das die Schule der drastischen Malerei, antwortete Maria einmal auf die Frage, welcher Schule ihr künstlerischer Stil denn zuzuordnen sei. Sie brachte das Empfinden des Körpers auf die Leinwand, unter dem Begriff „Body Awarness Painting“ verbildlichte sie dieses körperliche Fühlen. Oftmals malte sie mit verbundenen Augen, um noch besser in ihren Körper hineinspüren zu können. Ihre Werke waren häufig Selbstportraits, durch die Maria tief in ihr Inneres blicken ließ. Sie forschte intensiv in sich selbst hinein, fühlte nach. Maria hing sehr an ihren Werken und verkaufte sie daher nicht gerne, denn es fiel ihr schwer, sich von ihnen zu trennen.

Späte Träume

Als 2014 in New York im MoMA PS1 eine Retrospektive Marias gezeigt wurde, freute sie sich sehr darüber. Die Stadt, in der sie zwölf Jahre ihres Lebens und künstlerischen Schaffens verbracht hatte, zollte Marias Werk als Malerin Tribut. Marias Werk ist heute international bekannt und ihr Wissen und ihr Können gab sie auch an ihre SchülerInnen weiter, die sie an der Akademie unterrichtet hatte.

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