Dr. Gabriele Edle von Possanner, der erste weibliche Arzt in Wien - 1897

Österreich und die Frauen

Österreich hat viele Gesichter und ist Heimat großer Geschichten und Anekdoten, erstaunlicher Begebenheiten und weiblicher Persönlichkeiten. Wir haben ein paar interessante Fakten über die Frauen zum Frauentag für euch gesammelt.

Frauen ist es seit 1878 erlaubt die Matura abzulegen. An den Universitäten galten sie aber weder als außerordentliche noch ordentliche Studentinnen. Frauen durften nur als „Hospitantinnen“ Vorlesungen besuchen.

Ab dem 23. März 1897 war die philosophische Fakultät die erste universitäre Einrichtung, die Frauen auch als ordentliche Hörerinnen zuließ. Die Voraussetzungen, um als ordentliche Hörerin zugelassen zu werden, waren eine abgelegte Matura, die österreichische Staatsbürgerschaft und die Vollendung des 18. Lebensjahres.

Im Wintersemester 1897/1898 inskribierten drei Frauen als ordentliche Hörerinnen an der philosophischen Fakultät. Es sollte noch 3 Jahre dauern bis im September 1900 Frauen zum Medizin- und Pharmaziestudium zugelassen wurden.

Im Jahr 1897 feierte die Medizinerin Gabriele Possaner von Ehrenthal als erste Frau an der Universität Wien ihre Promotion.

Als der Österreichische Automobil-Club (ÖAMTC) 1898 gegründet wurde, akzeptierte er Frauen nur als „außerordentliche Mitglieder“. Als er 1909 1145 Mitglieder zählte, waren dennoch 59 Frauen unter ihnen.

Die erste Lehrerin Wiens war Cecile Wendt, die 1900 an einer gymnasialen Mädchenschule auf Probe eingestellt wurde.

Die Romanistin Elise Richter war 1905 die erste Frau, die an der Universität Wien habilitierte. 1907 wurde sie als erste Privatdozentin Österreichs zugelassen.

Am 14. August 1906 wurde in Wien die erste Führerscheinprüfung absolviert. Mit welchem Fahrzeug man zu Prüfung antrat, musste man sich damals gut überlegen. Denn der Führerschein galt nur für das Fahrzeug, mit dem man auch die Prüfung abgelegt hatte. Die erste Frau, die die Führerscheinprüfung ablegte war die Hilfsarbeiterin Rosa Röschl im Jahr 1915.

1926 beschloss der Österreichische Verfassungsgerichtshof, dass auch Frauen in der Lage sind, ein Taxi zu lenken. Ab diesem Zeitpunkt waren auch Frauen berechtigt den Beruf der Taxifahrerin auszuüben.

Die Physikerin Berta Karlik wurde 1956 als erste ordentliche Professorin an der Universität Wien anerkannt.

1970 markiert ein besonderes Jahr für die Wiener Linien, denn erstmals wurde eine Frau als Straßenbahnfahrerin beschäftigt.

In Österreich existieren zahlreiche Frauenhäuser, die Frauen und ihren Kindern vorübergehende Wohnmöglichkeiten anbieten. Das erste Frauenhaus Österreichs wurde 1978 eröffnet.

Im Jahr 1984 beendeten die ersten Frauen die Gendarmerieausbildung und wurden folglich in den Gendarmeriedienst aufgenommen.

Seit 1984 gibt es auch weibliche Fiaker in Wien.

Johanna Dohnal (SPÖ) war 1990 die erste österreichische Frauenministerin.

Die Sozialdemokratin Mag.a Barbara Prammer war im Jahr 2006 als erste Frau die Erste Präsidentin des Nationalrats.

Bild: „Dr. Gabriele Edle von Possanner, der erste weibliche Arzt in Wien“ (1897) – Oesterreichische Illustrirte Zeitung, 6 (1897), nr. 11 (11. April 1897)

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