Wien – Gut zu wissen

Ausblick Stephansdom (c) STADTBEKANNT
Ausblick Stephansdom (c) STADTBEKANNT

Sagenumwobene Innere Stadt Teil 2: Historische Adressen in Wien

10. September 2017 • Gut zu wissen, Kunst & Kultur, Leben

Historische Adressen in Wien

In Teil 1 haben wir euch Teufelspakte, sehnsüchtige Eltern und lustige Spielleute vorgestellt. Im zweiten Teil lest ihr weitere teils lustige, teils furchteinflösende Geschichten über die turbulente Vergangenheit unserer sagenumwobenen Innenstadt.

 

Zum Hayden Schuß

Hayden Schuss (c) STADTBEKANT Pitzer

Hayden Schuss (c) STADTBEKANT Pitzer

Schon mal den reitenden Osmanen an der Ecke Strauchgasse und Heidenschuss bemerkt? Er soll an die erste Türkenbelagerung 1529 erinnern, wo die Angreifer mittels unterirdischen Minen in die Stadt eindringen wollten. An besagter Stelle wollten die Heiden, sprich die Osmanen, ihr Pulver verschießen. Dies wurde jedoch durch den Bäckergesellen Josef Schulz verhindert, der auf die Ausgrabung unter seinem Haus aufmerksam wurde. So konnten die Wachen den Angriff verhindern. Neuere Forschungen ergaben übrigens, dass sich die Türken nicht so weit vorarbeiten konnten. Allerdings steht fest, dass die Bäckerszunft gute Arbeit bei der Abwehr geleistet haben musste, denn ihnen war fortan erlaubt, einen Osterdienstags-Umzug durch die Stadt abzuhalten.

 

Wo die Kuh am Brett spielt

Wo die Kuh am brett spielt (c) STADTBEKANT Pitzer

Wo die Kuh am brett spielt (c) STADTBEKANT Pitzer

Eine wirklich nette Geschichte rankt sich um das Haus in der Bäckerstraße 12, wo noch heute ein altes Fresko an einen kleinen Streich erinnert, der im 14. Jahrhundert ein Rat des Herzogs seinem Freund dem Stadtrichter Hieronymus Kuh spielte. Beim Brettspielen verliebte sich der Rat in des Richters Tochter und hielt um ihre Hand an. Gleichzeitig mit der Verlobungsfeier sollte auch dem prunkvollen Haus des Richters sein Name gegeben werden. Der zukünftige Schwiegersohn veranlasste die Benennung und Bemalung des Hauses. Als endlich das Schild mit dem neuen Hausnamen präsentiert wurde, brachen die anwesenden Nachbarn in schallendes Gelächter aus. „Die Kuh am Brett!“ Gerade als der Richter voll Zorn auf den Rat stürzen wollte, gab dieser das Zeichen zur Enthüllung des wahren Schildes. Auch wenn der eigentliche Name fortan „Das Haus zum Brettspiel“ war, kannten es alle Wiener weiterhin nur als „Wo die Kuh am Brett spielt“. Auch der Richter konnte schließlich lachen und es ward eine fröhliche Hochzeit.

 

Zum schmeckenden Wurm

Zum schmeckenden Wurm (c) STADTBEKANT Pitzer

Zum schmeckenden Wurm (c) STADTBEKANT

Leider gibt es keine sichtbaren Überreste mehr der Geschichte über die Wollzeile 5, dort wo heute Wiens bekanntes Schnitzel-Restaurant Figlmüller untergebracht ist. Im Keller des Hauses soll einst ein lindwurmartiges Ungeheuer gefunden worden sein. Eine Blechfigur davon zierte danach die Fassade des Handelsgeschäft. Im ersten Stock, gleich über der Figur, hatte um 1700 ein hübsches blondlockiges Mädchen ihr Zimmerfenster. Hier im Studentenviertel fand sich schnell ein Verehrer für sie, der an ihrem Geburtstag einen Blumenstrauß für sie in den Rachen des Blechwurmes steckte. Sie aber hatte kein großes Interesse an dem Jungen und ließ den Wurm noch Tage lang die verwelkten Blumen „schmecken“. Das Gespött der Leute ließ nicht lange auf sich warten und so bekam das Haus seinen Namen.

 

Doktor Faust in Wien

Doktor Faust (c) STADTBEKANT Pitzer

Doktor Faust (c) STADTBEKANT

Doktor Faust ist uns vor allem durch Goethes Werke ein Begriff. Dass es ihn um 1500 wirklich gegeben hat, wissen nicht alle. Er war damals eine Berühmtheit und ihm wurde aufgrund seiner magischen Fähigkeiten ein Nahverhältnis zum Teufel nachgesagt. Der Sage nach soll er sich einmal in dem Gasthaus „Zum Bühel“ auf der Freyung Richtung Renngasse aufgehalten haben. Es entstand eine Diskussion darüber, wie der Teufel wohl aussehen mag. Der anwesende Zeichner Augustin Hirschvogel versuchte sich an einer Kohle-Abbildung an der Wand. Plötzlich erwachte die Zeichnung zum Leben und die Anwesenden flüchteten um ihr Leben. Der amüsierte Doktor Faust rief ihnen nach: „Man soll den Teufel nicht an die Wand malen!“ Daher stammt diese Redewendung und ein dort stehendes Haus hieß bis zu seiner Demolierung 1918 „Zum roten Mandl“.

 

Interessiert ihr euch generell für die Geschichte eurer Hauptstadt? Dann lest, wo man sich aufgrund der Vergangenheit so richtig schön gruseln kann oder wo die interessantesten Persönlichkeit der Vergangenheit gehaust haben.

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