Bräunerhof (c) STADTBEKANNT

Österreichischer Schriftsteller

Thomas Bernhard zählt als einer der bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Heuer jährt sich der Todestag des selbsternannten „Übertreibungskünstlers“ zum 30. Mal.

Von Holland über Wien bis nach Salzburg

Thomas Bernhard wurde am 9. Februar 1931 im niederländischen Heerlen bei Maastricht geboren. Seinen erste Begegnung mit Wien hatte er bereits einige Monate nach seiner Geburt als ihn seine Mutter zu den Großeltern brachte. Dort lebte er bis 1935 in der Wernhardtstraße 6 im 16. Wiener Gemeindebezirk, bis Anna Bernhard und Johannes Freumbichler mit ihrem Enkelsohn nach Seekirchen in Salzburg übersiedelten.

Erfolg mittels Provokation

Bernhard verfolgte in seinen Werken einen sehr eigenen Schreibstil. Besonders markant sind die immer wiederkehrenden Monologe und Ich-Erzähler in seinen Romanen, die sich häufig übertrieben polemisch über bestehende gesellschaftliche Verhältnisse in Österreich und seine Bevölkerung echauffieren. Durch diese stetige Provokation wurde sein literarisches Schaffen besonders zu seinen Lebzeiten immer wieder kritisiert. Trotzdem erhielt Thomas Bernhard zahlreiche literarische Auszeichnungen in Deutschland und Österreich, darunter auch den renommierten Georg-Büchner-Preis.

Spuren in Wien

Mit Wien verband Thomas Bernhard ein zwiespältiges Verhältnis. Obwohl er hier viel Zeit verbrachte, äußerte er sich nicht bloß einmal negativ über die österreichische Hauptstadt. So schrieb er einmal: „Die Stadt Wien ist eine einzige stumpfsinnige Niederträchtigkeit“.
Besonders häufig traf man ihn beim Zeitunglesen in seinem Stammcafé, dem Kaffeehaus „Bräunerhof“ in der Stallburggasse 2 im 1. Wiener Gemeindebezirk an. Dort lebt die Erinnerung an den Schriftsteller bis heute weiter, denn in dem traditionsreichen Café hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum etwas verändert.

Einen besonders prägnanten Punkt in seiner Biografie stellt der Wiener Heldenplatz dar. Sein gleichnamiges Werk, das er für das 100-jährige Eröffnungsjubiläum des Burgtheaters im Auftrag des damaligen Direktors Claus Peymann schrieb, löste bereits vor seiner Premiere einen der größten Theaterskandale in Österreich aus. Am Tag der Uraufführung absolvierte der Schriftsteller seinen letzten öffentlichen Auftritt auf der Bühne des Burgtheaters. Nachdem Thomas Bernhard im November 1988 eine Lungeninfektion erlitt, verstarb er schließlich am 12. Februar 1989 im Alter von gerade einmal 58 Jahren im oberösterreichischen Gmunden.

Grinzing als letzte Ruhestätte

Seine letzte Ruhe fand der Literat am 16. Februar im Grab seiner langjährigen Freundin und Lebensbegleiterin Hedwig Stavianicek am ehrwürdigen Grinzinger Friedhof im 19. Bezirk. Ganz vergönnt hat man ihm diese leider nicht. Einige Male wurde sein Grabstein beschädigt und sogar entwendet. Aber wie hat es Thomas Bernhard selbst einmal sehr passend formuliert? – „Ausgerechnet der Mensch ist unmenschlich.“

Unnützes Wissen

Thomas Bernhard liebte ausgedehnte Spaziergänge.
Er war Stammgast im Bräunerhof.
Im Buch „Holzfällen“ grantelte Thomas Bernhard gegen einen ehemaligen Freund. Dieser klagte und gewann in erster Instanz, sodass das Buch vom Markt genommen werden musste. Nach einer komplizierten Verhandlung durfte dieses wieder in die Geschäfte. Die Klage kurbelte die Verkaufszahlen des Buches deutlich an.
Am 4. November 1988 war sein letzter Auftritt auf der Bühne nach der Premiere des Stücks „Heldenplatz“ im Burgtheater.
Testamentarisch verfügte er ein Verbot, das die Aufführung seiner Werke in Österreich verhindert. Seine Erben haben jedoch die Sperre aufgehoben.

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1 Comment

  1. Rosa Halper

    13. Februar 2019

    Danke, daß Sie den 30. Todestag des von mir hochgeschätzten
    Schriftstellers Thomas Bernhard gewürdigt haben.

    Reply

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