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Große Wienerinnen

Frauenpolitik, Frauenhäuser, „Fristenregelung“. Nur einige von Johanna Dohnals politischen und gesellschaftlichen Errungenschaften. Kaum eine Frau hat die österreichische Politik derart geprägt und maßgeblich zur Verbesserung der rechtlichen Lage für Frauen beigetragen, wie sie. Obwohl sie auch aus den Reihen der eigenen Partei – sie war Politikerin der SPÖ – mehr als einmal auf Widerstand stieß, blieb sie standhaft. Dadurch gelang es Johanna, eine Vielzahl an Reformen zugunsten von Frauen in Österreich durchzusetzen.

Frühes Engagement

Bereits in jungen Jahren trat Johanna der SPÖ bei und nahm immer wichtigere politische Rollen ein. Sie hatte selbst erlebt, wie schwer sich der erneute Berufseinstieg für Frauen nach der Schwangerschaft oftmals gestaltete und ermöglichte in späteren Jahren durch ihren politischen Einsatz auch Vätern eine Karenzzeit. Die sogenannte „Fristenregelung“, die den Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche straffrei machte und auch Themen wie Gewalt gegen Frauen wurden mit der Hilfe und dem Einsatz Johannas politisch umgesetzt. Informationen zu Empfängnisverhütung und Familienberatungsstellen unterstützte und initiierte sie ebenfalls. Mit Selbstbewusstseinsseminaren wollte sie Frauen bestärken und wurde dafür heftig kritisiert – abhalten ließ sie sich aber nicht.

Österreichs erste Frauenministerin

Johanna erkannte auch die Rolle, die Sprache bei Gleichberechtigung spielt. Als Vorsitzende der Penzinger Sozialistinnen wurde sie 1971 noch als „Obmännin“ bezeichnet, später setzte sie sich erfolgreich dafür ein, dass Frauen ihre Amtstitel auch in weiblicher Form führen konnten. Als 1991 das Frauenstaatssekretariat zu einem Frauenministerium aufgewertet wurde, wurde Johanna Österreichs erste Frauenministerin. Eine Rolle, der sie mehr als gerecht wurde.

Bedeutungsvoll bis heute

Viele gesetzliche Reformen haben österreichische Frauen Johannas unermüdlichem Einsatz zu verdanken. Hindernisse überwand sie und äußerte sich auch nach ihrer politischen Karriere stets kritisch. Johanna ebnete den Weg für Frauen und motivierte zahlreiche von ihnen, ihre Arbeit auch in den nachfolgenden Generationen weiterzuführen.

 

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