Gänsemädchenbrunnen (c) STADTBEKANNT

Kunst im öffentlichen Raum – Mariahilf

Der sechste Bezirk ist einer der urbansten. Wenig Grünflächen, enge Gassen, eine Unzahl an Bars, Lokalen und Geschäften auch abseits der großen Shoppingmeile Mariahilfer Straße. Doch in all dem Trubel sind auch einige Kunstwerke zu finden, die – mal mehr, mal weniger versteckt – von der Geschichte des Bezirks erzählen. Eine kleine, feine Auswahl von Kunstwerken im öffentlichen Raum, die man in Mariahilf kennen sollte.

Leuchtobelisk am Mariahilfer Gürtel

Leuchtobelisk am Mariahilfer Gürtel (c) STADTBEKANNT
Leuchtobelisk am Mariahilfer Gürtel (c) STADTBEKANNT

Er geht zwischen Westbahnhof, Gürtel und Europaplatz nahezu unter, doch auf der Grünanlage zwischen den Fahrbahnen befindet sich der sogenannte Leuchtobelisk. Errichtet 1906 soll er an die Gestaltung der Gartenanlagen um den Gürtel unter Karl Lueger erinnern – eine Inschrift tut dies bis heute. Doch weshalb das Monument den Namen „Leuchtobelisk“ trägt, ist heute schwieriger nachzuvollziehen. Wo nunmehr eine goldene Spitze zwar in der Sonne leuchten mag, waren es einst 92 Glühlampen, die in Sternform den Granitobelisk beleuchteten und gleichzeitig als Straßenlaterne dienten. Auch zwei bronzene Mädchenstatuen mit Blumengebinden sind heute leider nicht mehr erhalten.

Maria Immaculata

Maria Immaculata (c) STADTBEKANNT
Maria Immaculata (c) STADTBEKANNT

Die Marienstatue im Innenhof des Hauses in der Otto-Bauer-Gasse 17 ist ein echter Geheimtipp und genau genommen eigentlich auch nicht öffentlich zugänglich. Wem es doch gelingt, in den Hinterhof hineinzuspitzen, der erhält einen Blick in eine wahre Oase. Von Efeu überwuchterte Häuser, eine Steinbank und moosbewachsene Statuen verschmelzen hier zu einem geradezu mythischen Ensemble. Neben der barocken Maria Immaculata auf einem Wasserbecken fällt besonders eine Reihe kleinerer kurioser Skulpturen auf, die an steinerne Gartenzwerge erinnern.

Rahlstiege und Gänsemädchenbrunnen

Gänsemädchenbrunnen (c) STADTBEKANNT
Gänsemädchenbrunnen (c) STADTBEKANNT

Am unteren Ende der Mariahilfer Straße verbindet die Rahlstiege gleich zwei Kunstwerke im öffentlichen Raum: den Gänsemädchenbrunnen und die Gerngross-Säule von Franz West. Dabei ist die Stiege selbst ebenso ein Monument städtebaulicher Kunstgeschichte, das unter Denkmalschutz steht. 1870 wurde die nach dem Maler Carl Rahl benannte Stiege an der gleichnamigen Gasse fertiggestellt, um den Höhenunterschied an der Lände des Wienflusses zu überwinden. Sechzehn Jahre später wurde hier der Gänsemädchenbrunnen aufgestellt, der sich zuvor am Gänsemarkt an der Brandstätte in der Inneren Stadt befand. Mehr als zweihundert Jahre später gesellte sich mit der Gerngross-Säule 2007 ein zeitgenössisches Werk dazu. Das Monument ist jedoch nicht nach dem benachbarten Einkaufszentrum benannt, sondern dem Architekten und Künstler Heidulf Gerngross gewidmet.

Naschmarktkapelle

Ebenso wie der Gänsemädchenbrunnen im Lauf der Zeit innerhalb der Stadt ‚umgezogen‘ ist, so hat auch die heutige Naschmarktkapelle ihren Standort wechseln müssen. Ursprünglich war sie die Seitenkapelle einer kleinen Rosalienkirche im Freihausviertel, als diese abgerissen wurde, blieb nur die Kapelle erhalten und fand auf dem heutigen Naschmarkt 1916 ein neues Zuhause. Kultgegenstand ist eine Marienstatue, die ursprünglich auf der Bäckersäule auf der steinernen Brücke über den Wienfluss stand. Nach deren Abbruch zog die Marienfigur zunächst in eine Mauernische nächst der Brücke, dann in den Flur des Marktamtes um, bevor sie in der Kapelle aufgestellt wurde. Bis heute kümmert sich die Bäckerinnung um ihren Erhalt.

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