Verbot - Hunde (c) STADTBEKANNT

„Der Mensch ist gut, oba de Leit‘ san a G’sindl. (Nestroy)

„Man sagt, daß vereinte Masse kein Gewissen hat – und das ist wahr genug; gewissenhafte Menschen aber verbinden sich zu einer Vereinigung mit Gewissen. Das Gesetz hat die Menschen nicht nur ein Jota gerechter gemacht; gerade durch ihren Respekt vor ihm werden auch die Wohlgesinnten jeden Tag zu Handlangern des Unrechts.“ (Thoreau)

„Die Menschen sind ein Trottel.“ (Zirkowitsch)

Wir alle wollen ein selbstbestimmtes Leben im Freiheit und Würde – außer am Samstagabend im Bett. Da darf‘s schon mal ein bisschen autoritärer werden. Darum soll es jetzt aber nicht gehen; na gut, vielleicht ein bisschen. Am Rande.

Heute hat jemand bei offenem Fenster Klavier gespielt. Oh mei, hin und wieder ist ein Fehler passiert, aber im Großen und Ganzen war’s okayyyyyyyy. Bald hat eine Frauenstimme in regelmäßigen Abständen geschrien: „Ruhe!“ Und das wurde wiederum jedes Mal von einer Männerstimme brüllend kommentiert mit einem herzhaften „Gusch!“ So ging das eine Weile hin und her und ich war ganz verzückt von dieser lauschigen Hofatmosphäre. Dann meldet sich eine weitere Stimmen – diesmal auf Englisch – und bat energisch darum, dass alle alle Fenster schließen mögen – bloß er nicht.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer! Es sollen nicht alle dürfen, was sie können. HERRGOTTNOCHAMALMALASSTZERSTAUSSTEIGENUNDSTEIGDANNEINESPÜÜLCHA! Rücksichtnahme und Achtsamkeit lassen sich nicht erzwingen. Deswegen braucht es Verbote zur Besserung der Gesellschaft, des Menschen und vor allem meines Alltags!

Ich will niemanden erziehen. Erwachsene kann man nicht mehr erziehen. Das ist vergebens. Trotzdem probieren es immer wieder Menschen indem sie eine_n auf der Autobahn rechts überholen. Na, und was halten wir von solchen Menschen? Genau, Hundsduttloaschbeidln sind das!

Apropos Hund; der gehört als erstes verboten. Es ist nicht einzusehen, dass diese fleischfressenden, überall hinbrunzenden, immer bissi stinkerten Lebeweisen mit Raubtiergebiss in Ballungsräumen existieren sollen. Die städtische Umgebung ist ihnen schädlich. Die Luft, der Asphalt, die Autos, der Krach, das Feuerwerk, … Es ist rücksichtslos von Menschen, diese zartfühlenden Geschöpfe ins Urbane zu verschleppen. Vor allem, weil sich das reiche und üppige Seelenleben eines Hundes einzig und allein in Gekläffe und Gewinsel ausdrückt. Wer die Eindrücke der Stadt nicht ausdrücken kann, muss die Stadt verlassen. Was für den Mensch mit seinem entwickelten Laut- und Sprachapparat gilt, gilt umso mehr für Hunde.

Die Wirtschaft macht es uns auch vor! Es gibt nämlich deswegen keinen Wunderbaum „Nasser Hund“, weil das niemand riechen will. Und was hinterlassen Hunde neben ihrem Geruch und ihrem Urin, der seit Jahrhunderten zuverlässig dafür Sorge trägt, dass jedes Hauseck wie die verfaulten Zähne eines langjährigen Rauchers aussehen? Hundstrümmerl. Dank des visionären Gacki-Verbots ist es fast vollständig aus dem Straßenbild verschwunden … ABER UM WELCHEN PREIS FRAG ICH EUCH HA? HAAAA??? Du kannst keine Straßen entlang gehen, ohne irgendwo einen gattungsverwandten Mitmenschen zu sehen, der vornüber gebeugt, die hochentwickelte Hand (Daumen!) in ein Gackisacki gehüllt, versucht das bacherlwarme Trümmerl zu krallen. MENSCH, DEINE WÜRDE IST UNANTASTBAR!

„Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn.“ (Gen 1,27) Dafür soll Gott Mensch geworden sein? Ich glaube nicht. Sie fressen A-a und trenzen. Deswegen fordere ich ein Hundeverbot in der Stadt, denn ein Angriff auf die Würde eines Menschen ist ein Angriff auf uns alle – und damit auch auf mich.

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