Buchtipp: Das Pi der Piratin

Cover - Das Pi der Piratin (c) Edition AtelierCover - Das Pi der Piratin (c) Edition Atelier

Prosaband von Simone Schönett

Wenn es um das Flirten geht oder um Sex, um die Benennung der eigenen Geschlechtsteile oder auch um das erotische Ausdruckverleihen von Lust – überall dominieren männlich geprägte Begriffe und Verhaltensweisen unsere Sprache.

Die Erzählerin in Simone Schönetts neuem Prosaband „Das Pi der Piratin“ will sich mit dieser Begrenzung ihres individuellen Wortschatzes nicht abfinden. Sie macht sich auf die Suche nach einer weiblichen Sprache der Lust, überwindet dafür innere wie äußere Widerstände und erforscht die Grenzen unseres Ausdrucksvermögens. Wo das Konkrete zu banal wird, müssen Sprachbilder die Erotik entfachen, Metaphern die subtilen Künste der Verführung steigern. Doch die Suche nach den richtigen Worten ist ein gesellschaftlicher Prozess, der sich bis in die intimsten Bereiche des Menschen erstreckt. Und so ist „Das Pi der Piratin“ sowohl lustvolle Reflexion als auch Revolution der Bildwelten des Begehrens, der Erotik, Sexualität und feministischen Pornografie. Eines wird ihr dabei sehr schnell klar: Es muss eine neue, weibliche Sprache entstehen. Denn solange das weibliche Wort nicht die Gesellschaft durchdringt, bleibt eine Gleichstellung der Geschlechter immer nur Utopie …

Über die Grenze gängiger Ausdrucksweisen hinaus

Neben ihrem spannenden, reflektierenden Zugang zu einem selbst in der Literatur vernachlässigten Thema besticht Simone Schönett auch auf der sprachlichen Ebene. „Das Pi der Piratin“ ist ein rasantes Stück Prosa, das einen gewaltigen Sog entwickelt und auf anregende Weise zeigt, was Sprache alles kann. Und dass man sich, vor allem als Frau, nicht in sprachliche, von Männern konstruierte Schranken weisen lassen muss. Auch, wenn das wieder einmal heißt, sich eine eigene, weibliche Sprache zu erkämpfen. Simone Schönett macht mit „Das Pi der Piratin“ einen furiosen ersten Schritt..

Das Pi der Piratin
Simone Schönett
104 Seiten, 16,- Euro
Edition Atelier

Foto: Cover – Das Pi der Piratin (c) Edition Atelier

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