Kultur – Film / TV

Foto: 3 Days of Kill (c) 2013, Universum, Constantin
Foto: 3 Days of Kill (c) 2013, Universum, Constantin

Filmkritik: 3 Days to Kill

19. Mai 2014 • Film / TV

Kevin Costner weiß nicht was er will und muss gleichzeitig seine fast erwachsene Tochter babysitten. 3 Days of Kill möchte vieles zugleich sein, hat aber schon Probleme auch nur irgendwas richtig zu machen.

 

Unfreiwillig komischer Agententhriller
Was beginnt wie eine Satire auf Taken oder The Expendables, trudelt sich bald im Vater-Tochter-Missverständnis Universum ein. Ethan Renner (Kevin Costner) ist CIA Veteran, einer für die unangenehmen Aufträge. Nachdem ein Auftrag schiefgeht, wird eine unheilbare Krebserkrankung bei ihm festgestellt und er beschließt, seine letzten verbleibenden Monate mit seiner Frau Christine (Connie Nielsen) und seiner Tochter Zooey (Hailee Steinfeld) zu verbringen, die er seit Jahren kaum gesehen hat.
Kurz nachdem er in Paris eintrifft, meldet sich jedoch Agentin Vivi (Amber Heard) bei ihm, um im Austausch gegen ein Wunderheilmittel seine speziellen Fähigkeiten zu requirieren. Ein flüchtiger Terrorist steht auf dem Programm und soll von ihm mehr oder weniger im Alleingang gestoppt werden. Gleichzeitig braucht seine Tochter plötzlich ständige Überwachung. Ethans Aufseherin Vivi ist ihm trotz vielfältiger Ressourcen keine große Hilfe. Letztlich fügen sich die Auseinandersetzungen mit Zooey und der Showdown mit dem Terroristen zu einem großen Event zusammen.
Auf den ersten Blick sieht 3 Days to Kill nicht so übel aus: Gute Schauspieler, Drehbuch von Luc Besson, und Regie von McG, der schon aus vielen Serien (Chuck, Supernatural) und Filmen (3 Engel für Charlie,Terminator – Die Erlösung) bekannt ist. Aber so oder so – die Mischung passt nicht. Weder ist die Action gut, noch die humoristisch gedachten Nebenszenen. Die Konflikte mit der Tochter sind so einfach gelöst und in ihrer Entstehung grundsätzlich unwahrscheinlich. Der Film kann nicht überzeugen, da er kein klares Ziel hat und auch das Dreiergespann aus Costner, Nielsen & Steinfeld ohne eine gewisse Basis im Drehbuch da nichts mehr rausholen kann. Die Übeltäter wirken generisch und ohne Motivation – es ist einem als Zuschauer recht egal ob sie nun an ihrem Vorhaben gehindert werden oder nicht.

 

Trailer ist der bessere Film
Viele Szenen wirken völlig zufällig entstanden und mindestens dreißig Minuten des Films hätten auch im Schneideraum bleiben können. Dabei entsteht die Frage ob genau dort das Problem liegt: Mit einer anderen Szenenfolge sowie wohl überlegten Schnitten hätte der Film zumindest ein Guilty-Pleasure-Action Movie Prädikat bekommen können. Doch im Gegensatz zu anderer Altherren-Action á la Takenoder The Expendables reißt Kevin Costner es alleine einfach nicht mehr. De Facto ist es so, dass der Trailer den Film im ganzen zusammenfasst und das fertige Produkt nichts Neues mehr hinzufügen kann. Der Trailer ist sogar, rein von der Handlung betrachtet, besser als der fertige Film.
Sollte man jetzt ein außerordentlich großer Fan von Costner & Co sein, so kann man 3 Days to Killsicherlich ansehen. Die Empfehlung bleibt allerdings, sich mit dem Trailer zu begnügen und stattdessen vielleicht einen der älteren Filme Costners oder Bessons anzusehen.

 

Regie: McG, Drehbuch: Luc Besson, Adi Hasak
Darsteller: Kevin Costner, Connie Nielsen, Hailee Steinfeld, Amber Heard
Filmlänge: 117 Minuten

 

 

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »