Kultur

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Buchtipp: Das Rapportbuch

13. März 2014 • Kultur, Literatur

Wien 1937: Eine historische Zeitenwende steht bevor. Die Stimmung in der Stadt ist spürbar umgeschlagen. Es ist eine endzeitliche Stimmung, voller Grauen und Angst – und für viele voller Momente der Hoffnung. In einer Anstalt finden sich Ärzte und Patientinnen, Schwestern und Angehörige zusammen, jeder von ihnen mit einer eigenen Geschichte, während sich die Geschichte des Landes für immer verändert.

Dorothea Zeemann erzählt im „Rapportbuch“ aus diesen am Wendepunkt der Geschichte verflochtenen Leben; sie erzählt von Menschen, die sich einfach im Strom treiben lassen und solchen, die dagegen ankämpfen, von Beistehern, Mitläufern und Gegnern des politischen Umbruchs. Mal werden ihre Geschichten leise erzählt, mal drastisch. Zeemanns Roman ist stets engagiert und beleuchtet Menschlichkeiten und Unmenschlichkeiten, ohne zu beschönigen. Zeemann wurde als Gefährtin und Geliebte Doderers häufig wie eine femme fatale der Literaturszene ihrer Zeit wahrgenommen. Ihr gelingt hier eine einmalige, höchst unterhaltsame Verbindung von individueller und kollektiver Geschichte.
Endlich liegt dieser Roman in einer neuen Ausgabe vor, herausgegeben von Alexander Kluy und um ein Nachwort und eine Biografie der Autorin bereichert. Ein besonderes und scharfsinniges Buch, das seine Leserinnen und Leser verändern kann.

Dorothea Zeemann
Das Rapportbuch
Roman
Edition Atelier, € 21,95

Foto (c) Edition Atelier

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