Wien – Leben

ESC2015
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Alles hat ein Ende – auch die Songcontest Vorauswahl des ORF

15. März 2015 • Leben

Songcontest Vienna 2015

Warum von Conchita Wurst nur ein paar schöne Bärte überbleiben und die Makemakes die österreichischste aller Lösungen sind.

Es ist vollbracht – nach vier Sendungen zur besten Sendezeit hat Österreich die Band gefunden, die das Land beim Songcontest in Wien vertreten wird. Was von der ersten Sendung an klar war: der ORF wollte sich bei der Auswahl des musikalischen Aushängeschilds nicht blamieren. Wer an die gruseligen Kandidaten (und Gewinner) der Ausscheidungsshows in den letzten Jahren denkt, darf an dieser Stelle schon applaudieren. Auch Kosten wurden keine gescheut: Der Siegersong wurde in Kalifornien produziert und hat das Format eines (langweiligen) internationalen Popsongs. Dass mit den Makemakes nicht die spannendste Band des Abends gewonnen hat, ist auch der Tatsache geschuldet, dass sich die Konkurrenz im Marathonlauf des Wettbewerbs selbst aus dem Spiel genommen hat. So waren die FM4 Darlings Johann Sebastian Bass durch geniales Selbstmarketing nach der ersten Sendung noch die großen Favoriten. Gescheitert ist man schlussendlich an der nicht gelungenen Kommerzialisierung des eigenen Sounds. Auf letzteres fast vollständig verzichtet hat mit Dawa der beste Act der Show – Respekt davor, dass man sich von „Fachleuten“ wie Nazar den eigenen Sound nicht kaputtmachen ließ. Bei Vorstadttochter Zoe wäre dank Lolitacharme und toller Stimme mehr möglich gewesen. Wäre da nicht der liebe „Papi“ gewesen, der im letzten Moment die französischen Songtexte und damit jeglichen Charme der Nummer eliminierte. So bleiben uns und Europa allerdings wenigstens die unerträglichen Vater-Tochter Einspieler des ORF erspart.

 

Es hat sich ausgewurstet

Die Makemakes sind die österreichischste Lösung in der Hinsicht, dass man mit dem glattpoliertem Popsong das geringstmögliche Risiko eingeht. Gleichzeitig bieten sowohl die Nummer als auch die Bon Jovi Fans aus Salzburg keinerlei rot weiss roten Bezug oder zumindest Wiedererkennungsmerkmal. Wer pompöse Poprockmusik machen möchte und dabei so unscheinbar und bescheiden daherkommt, dem wird es nicht gelingen, die große Bühne Songcontest auszufüllen. Eine Platzierung unter ferner liefen und irgendwo zwischen Platz 12 und 17 ist realistisch. Aber immerhin: als österreichische Band auch schon vor dem Songcontesttrubel auf Ö3 gespielt zu werden ist eine große Leistung. Der ORF wird heilfroh sein, dass ihnen der Trubel im nächsten Jahr erspart bleibt und wir freuen uns auf Freitagabende mit der Songcontest-Billigvariante Starmania – da wird zumindest mit Sicherheit ein Österreicher gewinnen.

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