Lampen aus Kuhmägen, Juwelen aus Baby Mäusen?

Die in London lebende Designerin Julia Lohmann möchte unseren Umgang mit toten Tieren in Frage stellen.

Zu Fleischkonsum kann man so oder so stehen. Es gibt ebenso militante BefürworterInnen wie GegnerInnen des Konsums, dazwischen ist oft nur wenig Platz. Auf der Strecke bleibt nur all zu oft ein reflektierter Umgang mit dem Fleischkonsum. Wie ist das millionenfache Sterben so vieler Nutztiere zu rechtfertigen? Wie gehen wir mit diesen Tieren um? Sehen wir nur noch das Fleisch, oder auch noch das einstmals lebendige Tier? 

Die 32 jährige Designerin Julia Lohmann die zwar im deutschen Hildesheim geboren ist, jedoch verständlicherweise heute in London lebt, widmet sich all diese Fragestellungen. Ihre Arbeiten versuchen das lebendige Tier hinter dem Produkt Fleisch, sichtbar zu machen. Zu diesem Zweck verwendet sie all die Materialien,die in der Fleischproduktion als bloße Abfälle übrig bleiben.. Die Mägen, die Haut, die Organe, den Rumpf, all das wird von ihr künstlerisch ver- und bearbeitet. Beispielsweise hat sie Sitzmöbel in Form einer Kuh allerdings ohne Kopf designed, und diese mit Kuhhaut überzogen. Oder Lampen aus Kuhmägen hergestellt. Oder Juwelen aus eingefrorenen Baby Mäusen, die als Schlangenfutter dienen.  Ein anderes Beispiel ist die Darstellung des Wellenganges im Ozean mittels hunderter leerer Fischkisten. Diese sollen den leergefischten Ozean symbolisieren. 

Für die Verwendung von Kuhorganen für einen Stuhl wurde sie vom italienischen Designer Alessandro Mendini öffentlich kritisiert. Seiner Meinung nach würde ihre Arbeit eine Gehringschätzung tierischen und menschlichen Leids darstellen. Doch für Julia Lohmann drückt es keine ethischere Haltung aus, den Weg vom lebenden Tier zum Ledermöbel zu verschleiern. Ihrer Meinung nach versucht ihre Kunst diesen Bezug zwischen Objekt und lebendem Tier wieder herzustellen. Es lässt das Publikum mit Fragen zurück, wie wir mit unserer Umwelt interagieren, und ob wir einen vernünftigen Umgang mit den Ressourcen der Erde pflegen.

Homepage von Julia Lohmann

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