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Wien Ausblick (c) STADTBEKANNT
Wien Ausblick (c) STADTBEKANNT

Your Right Ear

24. Mai 2010 • Lifestyle

Es scheint als wäre eine kleine Überholung der gegenwärtigen Informationskultur von Nöten – zumindest was den auditiven Teil betrifft. Luca Tommasi und Daniele Marzoli von der Universität „Gabriele d’Annunzio“ in Chieti, Italien, wollen nämlich in geschickter Versuchsanordnung bewiesen haben, dass wir es alle lieber hätten, über unser rechtes Ohr angesprochen zu werden. Und nicht nur das – werden wir wirklich über den Rechten Lauscher adressiert, steigt zudem die Wahrscheinlichkeit eine Bitte oder Anfrage auch wirklich auszuführen.

Während so ziemlich alles der menschlichen Hülle darauf bedacht ist, so symmetrisch wie möglich angebracht zu sein, findet sich unter den Teppich der Haut gekehrt, im Inneren unseres Körpers, doch so einiges im Ungleichgewicht. So soll das rechte Ohr sensibler für verbale Stimuli sein als das Linke, was wiederum auf die Überlegenheit in Verarbeitung und Prozessierung dieser Reize innerhalb der linken Gehirnhälfte zurückgeführt wird. Bisher war alles das nur unter Laborbedingungen nachgewiesen. Tommasi und Marzoli wollten allerdings herausfinden, ob sich die Dominanz des rechten Ohrs auch im alltäglichen Verhalten unwillkürlich äußert. Aber weder kann das Ohr sichtbar auf einen Reiz reagieren, noch hätte es sich im Lauf der sprachlichen Evolution, in seinem Erscheinungsbild irgendwie dem Frequenzbereich der menschlichen Stimme angepasst – was einen Nachweis der These nicht gerade erleichtert hat.

Die italienischen Wissenschafter sind also losgezogen und haben ihre Arbeit in Clubs, mit bekanntlich hohem Geräuschpegel, zu Ende gebracht. Bei 72 Prozent der 286 Anwesenden gingen die verbalen Interaktionen intuitiv über das rechte Ohr von statten und 58 Prozent von 160 Clubbern hielten auf unverständliches Gemurmel ebenso das Rechte hin. Schließlich war auch auf die Bitte um eine Zigarette bezeichnend mehr aus dem rechten herausholen als aus dem linken Ohr.

Für den persönlichen Gebrauch sind diese Forschungsergebnisse fast erschreckend einfach umzusetzen. Und womöglich lässt sich sogar der Charakter eines Menschen modellieren oder wenn nötig auch konservieren: Denn wer geizig ist und auf seinem Hab und Gut sitzen bleiben möchte, der stöpselt sich einfach den Rechten Lauscher zu, wer diesen schlechten Charakterzug aber abschwächen möchte, den Linken. – So einfach kann es gehen.

 

ScienceDaily

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