Wien – Leben

Stephansdom Wienblick (c) STADTBEKANNT
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Wien – die kleine Schwester von Scheiße

15. August 2013 • Leben21 Kommentare zu Wien – die kleine Schwester von Scheiße

Als Berliner kann das Leben in Wien schon ziemlich anstrengend sein. Keine Spätis *, geschweige denn Rund-um-die-Uhr-Supermärkte. Das Radnetz sieht auch nur gut aus, wenn man selbst kein Radfahrer ist, und pro Monat geht einem für’s Leben das doppelte Geld (verglichen mit Berlin) flöten.
 

Wien in der Zeitschleife

Die Anfangseuphorie nach der Ankunft in Wien ist schnell verflogen. Spätestens wenn man samstags um 19 Uhr noch schnell was einkaufen gehen will, merkt man, dass Wien in einer anderen Zeit festhängt. In einer Zeit, die von kirchlichem Großgrundbesitz geprägt ist, wo die Geschäfte pünktlich zum Abendgottesdienst schließen und der Sonntag ein ausnahmsloser Ruhetag zu sein hat.
 

Die Sonntags-Phobie

Jedoch gibt es sie auch in Studentenkreisen – Menschen, die in diesen Schranken denken und meinen, der Sonntag ist für die Familie und zum Entspannen da. Auch das Argument, dass Vollzeitarbeitskräfte sich was Besseres vorstellen könnten, als nach Dienstschluss noch zum nächsten Billa, Hofer, Spar und wie sie nicht alle heißen hetzen zu müssen, zieht nicht. „Können die doch am Sonntag zum Praterstern!“

Aha! Wer arbeitet denn dort am Sonntag? Sind das alles menschlich anmutende Cyborgs ohne Familie, deren Zusammenhalt laut der Aussage von Sonntagsöffnungszeiten-Verweigerer ja so sehr gefördert werden soll? Und arbeiten diese Cyborgs auch als Kaffeehaus-Kellner, Ärzte, Polizisten sowie Bus-Lenker?
 

Sonntag ist Bettag…

Schauen wir uns doch die ach so lieben Sonntagsöffnungszeiten-Verweigerer genauer an. Was wird ein solcher wohl an einem durchschnittlichen Sonntag tun?

9:00 Uhr – Aufstehen

9:30 Uhr – Duschen (aber nur mit am Vortag in Kübeln gesammeltem Wasser, da die Mitarbeiter der Wasserwerke heute frei haben)

10:00 Uhr – Weg zum Brunch (aber zu Fuß, da die Wiener Linien ihren Lenkern und Aufsichten einen Sonntag weg von der Familie nicht zumuten können)

11:00 Uhr – Ankunft am Kaffeehaus (doch geschlossen, es ist ja schließlich Sonntag), also weiter zur alten Donau (zu Fuß!), denn schließlich ist es brütend heiß (und die Sommerbäder haben alle geschlossen)

12:00 Uhr – Ankunft an der Alten Donau (aber überall liegt Müll herum, da die MA48 nicht gekehrt hat)

13:00 Uhr – völlig entnervt und vor der Hitze fliehend will es sich der Herr / die Dame in einem kühlen Museum gemütlich machen (ist nicht, Gründe sind hinreichend bekannt)

…und gefährlich!

14:00 Uhr – auf dem Weg nach Hause passiert es dann – unser Sonntagsöffnungszeiten-Verweigerer bricht zusammen! (Die wenigen Passanten, die noch unterwegs sind, wo der Rest schon resigniert hat, bekommen beim Rettungsruf nur den Anrufbeantworter, schleppen den Erschöpften zum AKH und stehen vor verschlossener Tür. Zum Glück wird in einem noch nicht vor Leere stöhnenden Automaten noch eine Flasche Wasser gefunden und die Person kann wenig später auf noch leicht wackeligen Beinen nach Hause gehen)
15:00 Uhr – Mittagsschlaf (auf den Schock)

18:00 Uhr – Abendessen (Kühlschrank ist leider leer, der Lieferservice hat geschlossen, aber im Park wächst Löwenzahn. Jippieh!)

20:15 Uhr – Tatort (Testbild)

Der (Sonn-)Tag ist gelaufen!

(Keine Sorge, dieser Artikel wurde an keinem Sonntag geschrieben!)

* Für die unwissenden Wiener: Ein Späti (Abk. für Spätkauf) ist ein Laden, in dem man Getränke, Zigaretten und die nötigsten Lebensmittel kaufen kann – und zwar, wenn die Spießer-Läden schon zu haben!

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21 Antworten auf Wien – die kleine Schwester von Scheiße – Verstecken

  1. Trudi sagt:

    Was machst du dann hier?
    Sorry, ich als Berlinerin, die auch hier lebt, kann deinen Argumenten leider nicht ganz folgen?! Denn
    a) ich frage mich, warum lebst du hier und nicht in Berlin?
    b) was mußt du zwingend am Sonntag statt am Sonnabend besorgen? (Das kenne ich aus Berlin von Rentnern, die unbedingt Samstag nachmittag in den Supermarkt müssen…)
    c) entweder du hast Probleme mit der sozialen Integration oder vieles hier nicht mitbekommen, denn es gibt durchaus auch Supermärkte, die sonntags geöffnet haben
    d) wenn’s denn in Berlin soooo viel schöner ist – nicht meckern sondern schnellstens übersiedeln

  2. martin sagt:

    der pulsschlag…
    …ist es. die stadt kommt einen tag runter und erholt sich vom wahnsinn der restlichen 6 tage. ich finde das gut so. und wenn es einmal weg sein sollte, dann ist es für immer.

  3. 1&2 sagt:

    ja die deutschen…
    …können sich eine scheibe von der gemütlichkeit der wiener abschneiden. am sonntag ist alles ganz entspannt!

  4. Vanessa sagt:

    Und wer sagt Berlin ist das Maß aller Dinge?
    Als ich den Titel des Artikels las, dachte ich kurze Zeit – endlich spricht es mal jemand aus. Denn auch ich beschwer mich gerne mal über die Öffnungszeiten der Supermärkte oder die Sonntagsruhe in Wien.
    Nachdem ich das hier jedoch gelesen habe, kann ich mich lediglich nur noch über deine "Berlingerarroganz" aufregen. Als wäre Berlin das Maß aller Dinge?! Im Endeffekt bin ich froh, das Wien ist, wie es ist.

  5. nantschi sagt:

    frechheit und total übertriebener bullshit
    ich bin wienerin und ich liebe meine stadt…in wien kannst du sowohl einkaufen, als auch mit den öffis fahren, als auch schwimmen gehen am sonntag! man muss nur wissen wo. und wenn man hier aufwächst und die entwicklung wiens der letzten jahre miterlebt hat, weiß man hier sehr wohl zu schätzen was man hat! was soll der bullshit?! wieso wird so ein artikel überhaupt veröffentlicht?! verschwinde nach berlin und werde glücklich!

  6. x sagt:

    x
    …textökonomisch verwerflich !

  7. josch sagt:

    wien… nur du allein.
    … wer schon mal in einer stadt gelebt hat, in der am abend bzw. sonntags die läden schon mal (länger) offen haben wird wohl folgendem zustimmen können: auch dort sind die menschen noch menschen, haben kultur, können sich entspannen und zeit mit ihrer familie verbringen. nicht falsch verstehen, ich liebe mein wien. aber das heißt nicht, dass es nicht auch luft nach oben gibt. für mich (und viele die ich kenne) ist öffnungszeit schon auch mal lebensqualität… auch wenn man es sich in österreich schon fast nicht sagen traut.

  8. Charlotte sagt:

    ganz schön arrogant
    Ich kenne beide Städte und mein Favorit ist natürlich Wien. Muss ich am Sonntag einkaufen? Sicherlich nicht. Frühstücken oder brunchen kann ich ganz hervorragend auch sonntags. Vor allem fahren die U- und S-Bahnen auch sonntags im Fünf-Minuten-Takt, pünktlich und auf allen Linien, was man von Berlin nicht behaupten kann (Strecken sind seit Jahren wegen Umbau gesperrt, System kompliziert und unübersichtlich). Ich kann gerade in Wien den Sonntag aktiv und lebendig gestalten. Und außerdem tut die Entschleunigung am Sonntag jedem gut. Geh doch zurück nach Berlin, wenn es dir dort besser gefällt

  9. david ramirer sagt:

    kein glanzstück
    ich bin für großzügige öffnungszeiten, und das schon lange. aber in dem artikel steht nichts, das argumente dafür liefern würde, vielmehr ist er so oberflächlich recherchiert und polemisierend abgefasst, dass er den gegenargumentlern in die hände spielt. übrigens: betttag schreibt man mit drei "t" sonst wäre es ein "bettag", der auch zum teil in der kirche spielen müsste (aber der tagesordnungspunkt wurde natürlich übersprungen, obgleich das übertrieben katholische im "beschissenen wien" vorher im artikel mühsam aufgebaut wurde). wie gesagt: es ginge treffsicherer!

  10. VikP sagt:

    Was für ne Zeitverschwendung
    Was für ne Zeitverschwendung diesen Artikel zu lesen … noch größere Zeitverschwendung diesen zu verfassen. Geh zurück nach Berlin! 😉

  11. einwiener sagt:

    zum kotzen
    das so ein artikel überhaupt online gehen kann auf einer wiener seite ist erbärmlich.
    der text gehört einfach gelöscht und in den müllkorb.

    ps: wenn berlin soviel besser ist, dann verzieh dich bitte wieder zurück dorthin. ich war beruflich schon öfters dort und ich find berlin zum kotzen, eine stadt, die verfällt und wo nichts renoviert wird. mundl würd einfach sagen "schleich di hoam".

  12. Piefke sagt:

    Die Verklärung…
    … des Lebens in Berlin zum einzig Wahren bzw. die Verkettung längst überwundener Klischees in Bezug auf Wien/Österreich zeugen von Intoleranz, Ignoranz und Unreife. Ich bin Hamburger, habe 7 Jahre in Wien gelebt und wohne seit 2 Jahren in Berlin. Jede dieser Städte hat ihre spezifischen Eigenheiten, die mich begeistert oder gestört haben. Es noch immer tun. Gerade als Berliner die Stadtreinigung in Wien zu thematisieren, zeugt von Verblendung. Gibt es die in Berlin überhaupt? Nachtschattengewächse die Bier, Zigaretten und Miracoli als die für sie nötigsten Lebensmittel definieren, mögen den "Späti" in Wien vermissen. Alle anderen (Spießer) organisieren ihr Leben und gehen während der jeweils ortsüblichen Öffnungszeiten einkaufen.

  13. aja... sagt:

    Wien darf nicht Berlin werden!!
    Ein vor Arroganz und Selbstgefälligkeit strotzender Artikel! So als Tipp wenn es dich hier stört mit der ÖBB gehts um 29 Euro ( falls dir wiedermal die Kohle fehlt, da du am Sonntag am Praterstern zu viel Einkaufen warst, oder keinen besseren Job als bei Stadtbekannt findest ) wieder retour nach Berlin. Denn da hat alles offen und da ist alles schön 😉

  14. Vien sagt:

    Überschrift = Scheiße
    Allein die Überschrift ist niveaulos. Ich bin sicher, dass du deine Arbeit eben nicht an solchen freien Tagen verrrichtest, andere sollen es aber im großen Stil tun. Aha, also überhaupt keinerlei Spur von der clichéhaften deutschen Überheblichkeit…
    Nur weil wir die EU haben, heißt das noch lange nicht, dass alle Länder/Städte gleich werden sollen. In Spanien gibt es die Siesta, wir haben den heiligen Sonntag. So what?!
    Du bemühst dich zwar auf den ersten Blick in Integration, hast aber eins vergessen: Der Wiener schimpft nicht einfach aggressiv und derb drauf los, sondern grantelt mit Charme.
    Noch einen angenehmen Aufenthalt im "scheiß"-Wien!

  15. qwert sagt:

    selten so einen schwachsinn gelesen…
    viel spaß in berlin, wenns dir in wien nicht gefällt.

  16. ichbinich sagt:

    alles Phalsch
    He, lustiger – willst du uns glauben machen, dass es im abgefuckten Berlin schöner ist als in wien? Ihr habts ja nicht mal ein Zentrum.
    Und Sonntags einkaufen kann überhaupt nix – herrlich, wenigstens einen Tag halbwegs Ruhe vom Trubel zu haben – die Gesellschaft wird sicher nicht besser, wenn rund um die Uhr der Kapitalismus herrscht – und scheinbar wtrst du Wappler (wienerisch für Idiot) sonntags noch nie in eimem Wiener Bad…

  17. Berlinchen sagt:

    oh man
    nun regt euch nicht alle so schrecklich auf! Der Artikel ist doch lustig geschrieben und ich als ehemalige Wahlberlinerin und nun Zwangswienerin kann ihm eh nur zustimmen. Wien ist schön anzuschauen aber von innen irgendwie nicht ganz durchdacht. Höchste Lebensqualität. So nen Käse. Lebe seit über 4 Jahren hier und denke mir jeden Tag: Berlin…wie warst Du wunderbar…
    Außerdem seit ihr Wiener so unglaublich unfreundlich zu uns Deutschen dass es mir aus den Ohren herauskommt. Ihr mit eurem ständigen Rumgegrantel. Und diese "Piefke"-Witze. Man, das ist vielleicht am Anfang ganz lustig aber dann sollte es auch mal genügen.

    So, das musste mal gesagt werden. Schönen Tag noch.

  18. Metropolis-Ratte sagt:

    "Geh scheiss’n…"
    …" sagt man hier in Wien, wenn jemand unfähig ist, sein eigenes Gelaber in erträglichen Maßen zu halten. Dieser negative Teil von Mentalität ist in der Donaumetropole leider häufig anzutreffen. Ich als Berliner, ja ich bin wirklich einer, der seit etlichen Jahren in Wien wohnt, weiß dies nur wirklich zu gut.

    Also, wegen den Öffnungszeiten denke ich nicht viel herum. In den meisten Provinzstädten des Landes (auch in D)ist es noch schlimmer.

    Das hier viel verfällt mag sein, aber auch dies ist noch erträglich.

    Das die Wiener für "herumgranteln" ist auch nicht schlimm, wenn sie es für sich tun. Lästig und anstrengend wird es erst, wenn sie ohne Grund jemand angranteln oder aufpassen, dass ein Fremder (Piefke inklusive) es auch gar nicht gemütlich hat oder wird.

    Gemütlichkeit ist in Wien ein Privileg der Wiener. Ich habe es nur zu häufig beobachtet, wenn zum Beispiel ein Deutscher und eine Deutsche sich näher kommen etc., dann kommt nicht selten irgend ein Assi und beginnt wirr irgendwas zu labern. Als ich mich mit meine(r) Freundin(nnen) zum Beispiel auf dem S-Bahnsteig gezwickt, geschmust etc. habe, da hatten wir stets eine vor Neugier hinstarrende Masse um uns herum.

    Als ich im Park mit einer Freundin geschmust habe, wurde uns entweder hinterher gespuckt, böse nachgesprochen oder aus Neid oder sonstwas eine verbale Attacke hinterher gejagt. In Berlin haben bei einer ähnlichen Schmuserei, die Autofahrer fröhlich gehupt und die Halbstarken applaudiert. So, hiermit also ein Beitrag zum Unterschied zu Wien und Berlin.

    Wenn man hier verdammt clever ist, dann lässt es sich auch in Wien verdammt spaßig leben, es ist nur etwas anstrengender als in B.

    Grüße von Metropolis-Ratte

    • Johannes sagt:

      In Wien liegt so einiges im argen aber wenn man was sagt heisst es „ja und warum ist Wien dann zum 7ten mal zu lebenswertesten Stadt DER WELT gewählt worden?“. Ich antworte dann „ganz einfach um etwas das seine Existenzberechtigung vor langem verloren hat zu rechtfertigen“
      Nur die Wiener glauben so einer Studie. Das die Wiener Bergvolk sind ist Blödsinn, wer die Bundesländer kennt kann bestätigen das Land und Leute dort weit freundlicher und menschlicher sind als in wien. Es ist ein Trugschluss zu glauben die Wiener hätten was gegen die deutschen, der Wiener hat gegen alles das besseres Leben verspricht was auszusetzen, man beobachtet die Wahlen zu diesem Zweck. Aber die die glauben wien wäre die lebenswerteste Stadt sind vor allem jene die noch nie in ihrem Leben woanders waren.

      Ich sags mal aus Tiroler Sicht; Bist a Tiroler bist a Mensch, bist koana bist a oaschloch

      Ich frage mich wie diese Spruch wohl entstanden ist?

  19. Metropolis-Ratte sagt:

    Sorry
    Entschuldigt meine Rechtschreibfehler im letzten Kommentar, aber ich bin zur Zeit sehr eilig drauf.

  20. Arnulf sagt:

    1. Metropolis-Ratte, bitte um paar Tipps wie ich es mit Cleverness doch noch spaßig in dieser beknackten Stadt einrichten kann. Zumindest bis Ende des Jahres noch

    Ansonsten geb ich dem Artikel vollkommen recht, wobei die Öffnungszeiten nicht das schlimmste sind. Vielmehr ists das Lebensgefühl dieser Stadt. Leere Straßen, halbherzige Clubparties, Menschen ohne Witz (ungleich Berliner) und Charme (gleich Nicht-Berliner), 30% für rechte Partei, überall diese protzigen Fassaden aber kaum gscheide moderne Bauten. Mieten sind ok, aber die EInkaufspreise ein Witz.

    Nochmal zu den Ö-Zeiten: Schaut euch die handvoll Läden an, die auch Sonntags offen haben. Eindeutig gibts ein bedarf, wenn man sich diese Menschenmassen dort anschaut. Wieso tut sich dennoch nix?
    Und wieder: typisch Wiener: Alles bleibt so wie es schon immer war. Null Innovationsbereitschaft, ewiges Bergvolk.

    Den Kommentar, welchen ich zuvor verfasst hatte, sprühte nur so vor Orginalität. Den hats leider nicht genommen. Für seinen Nachfolger ahb ich mir keine Mühe mehr gegeben…

    sORYY Und Danke 😉

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