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(c) Mautner stadtbekannt.at
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Was man besser nicht zu Weihnachten schenkt…

1. Dezember 2015 • Lifestyle

Worst of Geschenke…

Bald ist Weihnachten und STADTBEKANNT weiß genau, welche Geschenke sich lieber nicht unter dem Baum befinden sollten. Ganz ernst meinen wir das natürlich nicht, aber hinter jeder Satire steckt wohl ein bisschen Wahres … 

Um es relativ einfach zu machen: schlechte Weihnachtsgeschenke können grob in diese drei Kategorien eingeteilt werden: Gedankenloses, Gut Gemeintes und Egoistisches.

Wir haben die Klassiker aus diesen Kategorien unter die Lupe genommen.

 

Gedankenloses

Geschenke, die zeigen, dass sich der Schenkende null Gedanken gemacht hat und so wenig Zeit wie nur möglich investieren wollte. Geschenke, die nur aus Verlegenheit geschenkt werden – das sind die Geschenke, die in unsere Kategorie „Gedankenloses“ fallen. Hier ein paar Klassiker dieses Typus, der leider nie aussterben wird.

Kerzen samt Ständer

Nichts sagt „Ich scheiß auf dich!“ so schön wie ein Kerzenständer zu Weihnachten. Am besten noch mit Glasperlen und –scherben beklebt. Die Dinger sind geschmack- und funktionslos (vom Staubfangen mal abgesehen), potthässlich und sind damit wohl die ultimative Beleidigung. Eine Kerze zu Weihnachten ist eigentlich eine versteckte Kriegserklärung, die nur mit C&A-Socken getrumpft werden kann.

Die obligatorische Krawatte

Meist auch noch in unpassenden Farben und Mustern oder aus Polyester wird die obligatorische Krawatte zu 100% niemals vom Beschenkten getragen werden – außer – und das gebietet die Höflichkeit – zum nächsten Geburtstagsfest des Schenkenden. Hierin liegt eigentlich das perfide Moment in diesem Geschenk – eine doppelte Demütigung sozusagen.

Kakteen

Die pflantzifizierte Trostlosigkeit. Hierzu muss wohl nicht mehr viel gesagt werden.

Gedankenloses kann aber auch okay sein: Genussmittel wie Wein, Schnaps, Kekse, Schokolade oder Zigarren sind zwar äußerst unoriginell, werden aber dankbar angenommen.

 

Gut Gemeintes

Gut Gemeintes fällt beim Beschenken oft mit dem Satz „kann man doch immer brauchen!“ zusammen – eigentlich paradox, da man solche Dinge eigentlich NIE braucht – und wenn doch, dann hat man sie sowieso zuhause.

Wollsocken, lange Unterwäsche

Kaum etwas lässt einem das Gesicht unterm Weihnachtsbaum so einschlafen wie warme Unterwäsche. Kann man aber immerhin tragen. Warme Unterwäsche wird meistens von der Generation 60+ verschenkt, weil die Winter damals kälter (man denke nur an Stalingrad) und Wolle damals Luxusware war.

Körperpflegeprodukte

Irgendwie eine Beleidigung, suggerieren sie doch mangelnde Körperpflege oder penetranten Körpergeruch beim Beschenkten. Sieht man von diesem Affront aber ab, sind Duschgel, Badezusatz und Co allerdings immerhin halbwegs brauchbar, solange der Duft nicht zu sehr an Klospray erinnert. Und notfalls schenkt man das Zeug eben weiter, kann man ja immer brauchen, oder?

Kaffeetasse mit Motiv

„Der beste Papi der Welt“, „Ich brauch ne Pause“, „Hände weg von meiner Tasse“ sind ja noch harmlos, schon schlimmer wird’s wenn auch noch das Foto vom Beschenkten – oder noch schlimmer, vom Schenkenden – ins Spiel und auf die Tasse kommt. Man kann aber immerhin daraus trinken, die Tasse unter tropfende Thermen stellen oder Schnittlauch darin pflanzen. Toll.

Selbstgebasteltes

Eine andere Kategorie von gut Gemeintem stellt Selbstgebasteltes dar. Der Aufwand soll meist zeigen wie wichtig der Beschenkte dem Schenkenden ist, steht aber meist in keinem Verhältnis zum Nutzen des Geschenks. Selbstgemalte Bilder mit zugehörigem Rahmen, bemalte oder gebatikte Seidentücher und andere Scheußlichkeiten fallen in diese Kategorie. Peinlich berührtes Schweigen oder verlegenes Lachen sind bei der Geschenkübergabe vorprogrammiert – Ausnahmen bestätigen hierbei aber die Regel, Selbstgebasteltes mit emotionaler Komponente kann durchaus den Nerv des Beschenkten treffen.

Gutscheine

Eine Unterkategorie des Selbstgebastelten – sind sie ja nicht direkt „gebastelt“ sondern mehr lieblos auf eine Karte geschrieben, oder noch schlimmer, mit dem PC ausgedruckt. Leistungen umfassen meistens wahlweise ein Abendessen in einem Restaurant seiner Wahl (oder sogar selbst gekocht!), einen Theater-, Kino- oder Opernbesuch, einen Kurzurlaub oder unter Mitbewohnern „einmal Putzdienst übernehmen“. Was eigentlich ganz gut klingt hat nur einen Haken: die versprochenen Leistungen werden NIE eingelöst. Was erst auf Jänner gelegt und nach den ersten zwei Terminkollisionen auf „irgendwann im neuen Jahr“ verschoben wird, hat sich meistens für beide Parteien irgendwann Mitte Juli erübrigt.

 

Egoistisches

Alles, was der Schenkende gern selbst hätte und deshalb großzügig dem Beschenkten präsentiert, fällt in diese Kategorie, und auch hier gibt es ein paar echte Klassiker:

Sexy Unterwäsche

Lässt Frauenherzen höher schlagen. Spitzennegligés, halterlose Strümpfe, Stringtangas – alles was sich Frauen eben „schon immer gewünscht“ haben schenken sich Männer gerne selbst zu Weihnachten. Eigentlich ein Affront, da es Kritik am Unterwäschestil und irgendwie auch Mängel im Vollzug der Ehe impliziert – solche Weihnachtsgeschenke wirken da natürlich eher kontraproduktiv. In diese Kategorie fällt irgendwie auch das Buch „Der perfekte Liebhaber“, das immer wieder unter vielen (Männer)Christbäumen liegt.

Küchengeräte und Wergzeugkoffer

Nichts verweist Frauen und Männer so auf ihren traditionellen Platz wie Küchengeräte und Werkzeugkoffer unterm Christbaum. Perpetuiert in der herkömmlichen Konstellation (Mann schenkt Frau das Küchengerät und umgekehrt) nicht nur sexuelle Stereotypen, sondern auch umgekehrt (Frau schenkt Mann Küchengerät) impliziert so etwas nur „koch doch auch mal was“ oder „wie wär’s wenn du auch mal was reparierst?“. Passiv-aggressives Schenken muss doch nicht sein – wieso nicht lieber miteinander reden? Und klar, eine Elektro-Hobel oder einen Rocket-Chef zu Hause zu haben ist vielleicht ganz praktisch, aber bitte nicht als Geschenk zu Weihnachten.

Zwei Tickets zu einer beliebigen Veranstaltung

Bekommt man zwei Tickets für eine beliebige Veranstaltung, ist es die Pflicht des Beschenkten, den Schenkenden mitzunehmen. Das ist eine ungeschriebene Regel und ein bindender sozialer Vertrag – es ist anders einfach nicht vorstellbar. Das lässt sich natürlich für den Schenkenden sehr gut zu seinem eigenen Zweck ausnutzen: will er zu einem Event, hat aber keine Begleitung, schenkt er dem zu Beschenkenden einfach zwei Tickets zu der Veranstaltung: so schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe: er hat ein Geschenk und eine Begleitung! Besonders beliebt in dieser Kategorie: Schlager-Konzerte oder 7-Stündige Wagner Aufführungen.

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