Wien – Leben

Wien Ausblick (c) STADTBEKANNT
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Österreichs schlechteste Autofahrerin wird zum Superpraktikant

28. Mai 2010 • Leben

Über die ÖVP Idee per ATV Show einen Superpraktikanten zu wählen, haben wir ja bereits berichtet. Der Superpraktikant, auf die weibliche Form wurde verzichtet, darf eine Woche mit Josef Pröll arbeiten und ihn in dieser Woche  zum Jägerball und zum Nachtslalom nach Schladming begleiten. Das Voting zum Superpraktikanten lief in mehreren Phasen ab. Der erste Durchgang des Votings wurde noch von KandidatInnen dominiert, welche die Show für eine eigene Agenda nutzten.

Das waren: der Grün-Politiker Klaus Werner Lobo, ein Gegner der Superpraktikant Show, die Falter Redakteurin Barbara Toth, Gewinnerin des ersten Durchgangs, die darüber schreiben wollten, oder Martin Habacher, der Josef Pröll in einen Rollstuhl setzen wollte, um ihn die Welt aus der Perspektive eines Rollstuhlfahrers erleben zu lassen.

Nach dem ersten Durchgang zog sich Barbara Toth zurück und auch die Präferenzen des Publikums scheinen sich geändert zu haben.. Das Imperium schlug zurück und  zahlreiche ÖVP nahe KandidatInnen verdrängten die vorherigen Führenden aus den vorderen Plätzen.   Das wurde möglich, da die Stimmen aller verbliebenen KanidatInnen nach dem ersten Durchgang gelöscht wurden und somit alle wieder bei Null anfingen. Im Internet tauchten aber auch bald Vorwürfe auf, dass die Show manipuliert werde. Zwar war einmal voten pro Tag und Person erlaubt, dennoch  ist auffällig, dass es KandidatInnen gab, die ihre Stimmen binnen nur zwei Tagen verdoppelten.

Nach dem Favoritensterben in Runde zwei, fand gestern die große Finalshow mit den übrig gebliebenen KandidatInnen statt. Diese mussten in drei Runden gegeneinander antreten. Es musste zunächst ein Ersatzsakko für Josef Pröll im Publikum gefunden, dann ein Interview in Word Rap Form absolviert und zuletzt ein Telefongespräch für Pröll angenommen werden. Alles Aufgaben die wohl direkt der Alltagserfahrung von PratkikantInnen entnommen sind und keineswegs das Showelement in den Vordergrund stellen.

Eine Jury bestehend aus dem Finanzminister und den Medienpartnern Krone Hit, ATV und HEUTE entschied schließlich wer diese Aufgaben ihrer Meinung nach am besten bewältigte. Gewonnen hat schlussendlich kein/e ÖVP nahe KandidatIn, sondern Doris Wollner, die sich selbst Reez Wollner nennt. Die Wienerin ist um es freundlich auszudrücken, nicht gerade öffentlichkeitsscheu. So wirkte sie bereits bei der Show Österreichs schlechtste Autofahrer mit und auch im Internet ist sie durchaus präsent. Neben einem eigenen Modelabel und den obligatorischen Myspace und Facebook Seiten, hat sie sogar einen eigenen Videochannel.

Josef Pröll möchte sie mit pinker Krawatte ausstatten, denn Pink ist ihre Lieblingsfarbe. Außerdem will sie in 20 Jahren Bundespräsidentin werden. Weniger Rosa als der Kleidungsstil von Frau Wollner ist das Leben vieler real life PraktikantInnen. Ein Drittel aller Praktika sind unbezahlt und AK und ÖGB nutzten den Rummel um die Superpraktikanten Show um ein Praktikumgesetz zu fordern, dass Praktika künftig besser regulieren soll.

Das Superpraktikanten Praktikum ist übrigens auch unbezahlt. Im Anschluss gibt es zwar eine Woche Urlaub in Ischgl inklusive Taschengeld, aber eine Bezahlung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Die Kritik an diesem Umstand hat die Show während der ganzen Zeit begleitet. Ob Josef Prölls Partei deshalb mit dem Superpraktikanten tatsächlich bei der umworbenen Generation Praktikum punkten kann, gilt es abzuwarten. Jedenfalls hat sich die ÖVP ins Gespräch gebracht, denn  es ist gelungen, dass über den Superpraktikanten in vielen Medien und auch im Internet hitzig debattiert wurde.

Für viel Kritik sorgte, dass mit Sendungen wie Superpraktikant nur das Showelement der Politik in den Vordergrund gerückt werde. Unter anderem Profil Herausgeber Christian Rainer und Standard Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid kritisierten das. Eine andere Form der Kritik wählte www.superpraktikantin.at die mit ihrer Seite darauf aufmerksam machen, dass sich Pröll nicht an das Gleichbehandlungsgesetz halte. Auch die immer noch nicht nachbesetzte Stelle des oder der WissenschaftsministerIn kann scherzhaft auf  superwissenschaftsministerin.at, gewählt werden.In Führung liegt dort übrigen Huhn statt Hahn.

 

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