Kultur – Film / TV

Stephansdom Wienblick (c) STADTBEKANNT
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Mama Bock for President

24. September 2010 • Film / TV

Die Initiativen von Frau Bock kennen viele. Mit "Bock auf Bier", dem Musikfestival "Bock Ma’s", "Bock auf Kultur" oder aber dem "Ute Bock Fußball-Cup" machte sich Ute Bock einen Namen. Nun wurde im Rahmen der Viennale ein Film über die Hintergründe und die Arbeit der Flüchtlingsbetreuerin gezeigt. 
Die Welturaufführung von "Bock for President" fand unter Anwesenheit Ute Bocks, der beiden Regisseure sowie Viennale Direktor Hans Hurch im besetzten Audimax der Uni Wien statt – inklusive minutenlanger Standing Ovations für Frau Bock.

Zwei Jahre lang haben die Regisseure Houchang Allahyari und Tom-Dariusch Allahyari die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Ute Bock mit der Kamera begleitet. Ein Portrait ihrer Arbeit aber auch ihres spärlichen Privatalltags ist entstanden. Gezeigt wird Ute Bocks Interaktion mit KlientInnen, MitarbeiterInnen oder aber auch ihrer Schwester. 

"Mama Bock", wie sie von vielen ihrer KlientInnen genannt wird, widmet nahezu ihre gesamte Zeit der Betreuung jener Menschen, die auf keinerlei Rückhalt in Österreich hoffen dürfen. Ute Bock sorgt für die Beratung, Betreuung, Versorgung und Unterkunft vieler Flüchtlinge – Grundbedürfnisse die der Staat erfüllen sollte, in vielen Fällen aber nicht erbringen möchte. In schier ausweglosen Situationen befinden sich die Menschen aus allen Krisengebieten der Welt, wenn sie zu Mama Bocks Vereinslokal im Karmeliterviertel im zweiten Bezirk Wiens kommen. Ute Bock tut was sie kann – oftmals, so wird im Film klar, sind auch ihr die Hände gebunden.

Im Film werden die tragischen Ausmaße der österreichischen Asylpolitik sichtbar. Gespickt sind die traurigen Szenen mit den geradlinigen, zynischen und teilweise auch komischen Kommentaren Ute Bocks. Die Unverblümtheit mit der Ute Bock vor der Kamera spricht und agiert, machen "Bock for President" zu der ehrlichen Dokumentation dramatischer Zustände, die sie ist. 
Erklären lässt sich diese Offenheit mit dem verwandtschaftlichen Bezug Ute Bocks zu den Regisseuren: Houchang Allahyari ist Bocks Ex-Schwager, sein Sohn Dariusch Allahyari ihr Neffe. Beide haben, einerseits im medizinischen andererseits im organisatorischen Bereich, bereits mit Frau Bock zusammengearbeitet. Ungehemmt spricht sie daher mit ihnen über ihre Gedanken, Gefühle, ihre Kindheit und die Hintergründe ihrer Arbeit. 

Ein bewegender, inspirierender und zugleich unterhaltsamer Film ist entstanden… 

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