Wien – Leben

Strassenbahn Ring (c) STADTBEKANNT
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Frühpension für die U4

19. Dezember 2011 • Leben1 Kommentar zu Frühpension für die U4

Vielerorts wird der frühe Pensionsantritt in Österreich beklagt. Zu früh, so meinen viele ExpertInnen, würden die ÖsterreicherInnen im Schnitt in den Ruhestand treten. Fast schon paradiesisch früh ist der „Pensionsantritt“ jedoch für U-Bahnen.

Die „Silberpfeile“, so werden die älteren in silberner Farbe gehltenen U-Bahngarnituren genannt, die im Wiener U-Bahnsystem jahrelang hervorragende Dienste versahen und nun Schritt für Schritt in den Ruhestand geschickt werden.

Ganz unverdient ist der frühe Pensionsantritt jedoch nicht. Muss so eine U-Bahn doch jeden Tag, von früh am Morgen bis zum späten Abend „arbeiten“, seit einiger Zeit am Wochenende sogar die ganze Nacht. Arbeitsbedingungen wie im 19. Jahrhundert also, kein Wunder, dass mit 35 das Burnout kommt und die Pensionierung angesagt ist.

35 Jahre, so lange sind die ältesten U-Bahnen des Wiener U-Bahnnetzes, das es seit 1976 gibt, unterwegs. Aber statt wohlverdientem Ruhestand, werden die U-Bahnen ausgeschlachtet, als Ersatzteile verwendet und verschorttet. Kein Zuckerschlecken also, das Leben im U-Bahn-Altersheim. Was früher eine stolze U-Bahn war, endet als Ersatzteillager und wird evrschrottet, ja noch nicht einmal eine Verschorottungsprämie darf kassiert werden!

Zu viel Mitleid sollte man mit den Methusalemen des Wiener Liniennetzes aber nicht haben. Ist doch über emotionale und sonstige Intelligenz von U-Bahnen bislang nichts bekannt. Allzuviel spüren dürften sie also nicht, die alten Knacker.

Angenehm ist der Wechsel der Garnituren jedenfalls für die Fahrgäste, wird es doch in Zukunft modernere Wägen, mit mehr Platz und Klimaanlage geben. Der ungeliebte Vollkörperkontakt mit Schweißflecken, vor allem im Sommer, wird also der Vergangenheit angehören.

Ganz neue U-Bahnen für die U6

Während die ältesten U-Bahnen entsorgt und durch neuere ersetzt werden, ist für die U6 vor kurzem ein Auftrag für ganz neue Garnituren an Bombarier vergeben worden. Auf insgesamt 60 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für neue U-Bahngarnituren. Ab 2013 und bis 2014 wird geliefert.

Dann wird es möglich sein, auf Wiens mit 160 Millionen Passagieren pro Jahr meistfrequentierter U-Bahnstrecke, in Spitzenzeiten im 2,5 Minutenintervall, statt wie bisher im 3 Minutenintervall, zu verkehren.

Die neuen Garnituren werden mit LED Beleuchtung, und somit umweltschoneneder, sowie mit Klimananlage ausgestattet sein. Die Züge werden grau-lackiert sein und somit optisch zumindest ein Bischen an die guten alten Silberpfeile erinnern. Was die NostalgikerInnen freuen dürfte.

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Eine Antwort auf Frühpension für die U4 – Verstecken

  1. Katze sagt:

    Ich werde sie vermissen
    Obwohl ich sie ja bisher nicht mochte. wenn es sie nicht mehr gibt, werden sie mir aber trotzdem fehlen. Komisch und seltsam eigentlich.

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