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Facebook Daumen (c) Hofinger STADTBEKANNT
Facebook Daumen (c) STADTBEKANNT Hofinger

Für Facebooks Zuckerberg ist Privatsphäre keine Soziale Norm mehr.

18. Mai 2010 • Lifestyle

Immer Ärger mit Facebook.

Wie wir an dieser Stelle schon berichtet haben waren Facebooks neue Privacy Einstellungen Gegenstand heftiger Kritik. In den USA hat die Federal Trade Commission, inzwischen gar eine Beschwerde gegen diese neuen Einstellungen vorliegen. Ob nun gar juristisch gegen diese Neuerung vorgegangen wird, bleibt also abzuwarten.

Jetzt hat Facebook Gründer Mark Zuckerberg neuerlich für Aufregung gesorgt, da er in einem Interview mit TechCrunch verkündete, dass sich die sozialen Normen im Bezug auf die eigene Privatsphäre verändert hätten. Als er in Harvard begann Facebook zu etablieren fragten ihn viele Studierende welche Sinn es überhaupt hätte, Informationen ins Internet zu stellen. Seither hätte sich das grundlegend geändert, bloggen ist zu einem Massenphänomen geworden und für viele Menschen sei es heute völlig normal Informationen sehr offen mit verschiedensten Menschen zu teilen. Zuckerberg sieht es als die Aufgabe seines Unternehmens, sich beständig an diese neuen sozialen Normen anzupassen und genau das würde Facebook auch mit seinen neuen Privacy Einstellungen machen.

Die Kritik auf Zuckerbergs Aussagen folgte postwendend und seither ist im Internet ein heftiger Disput über Zuckerbergs Aussagen und deren Bedeutung ausgebrochen. Bezeichnend ist jedenfalls, dass Zuckerberg diese Änderungen plötzlich postuliert. War für den Konzern zumindest vorgeblich Privatsphäre jahrelang von zentraler Bedeutung, so hat sich das nun offenbar mit dem Verweiß auf angeblich geänderte Soziale Normen geändert. Aber wer treibt hier diese Veränderung der Normen voran? Sind es tatsächlich nur die User die diese veränderte Bedeutung von Privatsphäre vorantreiben, oder spielt Facebook selbst, wegen seiner schieren Marktmacht eine entscheidende Rolle bei der Veränderung dieser Normen? Inwiefern verändern sich Soziale Normen wenn Facebook für seine UserInnen beschließt, dass zumindest voreingestellt nun Privatphäre weniger wichtig ist und diese erst mühsam mittels eines Opt-In für mehr Privatsphäre votieren müssen?

Wie bereits im letzten Artikel über Facebook und die Privatsphäre angemerkt, ist Facebook wohl mindestens ebenso interessiert wieder zu Twitter im Rennen um den ersten Platz bei der Echtzeit Internetsuche aufzuschließen, als an der Anpassung an angeblich sich verändernde Soziale Normen.

Chuck Norris
Besonders freuen wird man sich bei Facebook nicht, dass nach Zuckerbergs Interview inzwischen noch mehr Ärger aufgetaucht ist. Der US-Blog „The Rumpus“ hat ein Interview mit einer anonymen Person veröffentlicht, die angeblich eine Facebook Mitarbeiterin ist. Inzwischen gibt es zwar zahlreiche Zweifel, ob es sich bei der Interviewten tatsächlich um eine Mitarbeiterin von Facebook handelt, „The Rumpus“ hält jedoch weiterhin daran fest. Die angebliche Mitarbeiterin behauptet, dass es in der Anfangszeit von Facebook ein Masterpasswort, dass die Kombination Chuck Norris ergab, gab, das den Zugriff auf alle Profile ermöglichte.

Nun haben wir nie daran gezweifelt, dass Chuck Norris auf sämtliche Facebook Profile zugreifen kann, aber das sich Facebook seiner bedienen kann, dass war uns dann doch neu.

Die Mitarbeiterin behauptet außerdem, dass es bei Facebook in Wahrheit nur ca. 220 Mio aktive Profile gebe und das sämtliche Informationen, inklusive aller gelöschten Nachrichten dauerhaft gespeichert würden. Das Masterpasswort war nur wenigen bekannt, dennoch sei es auch zu Missbrauch gekommen. Zwei Mitarbeiter seien gekündigt worden, weil sie die Einstehllungen eines Users veränderten. Auch sie selbst habe das Masterpasswort in ihrer Anfangszeit genützt um auf Profile zuzugreifen, hätte aber nichts verändert. In jedem Fall sei das Passwort völlig irrelevant, da ohnehin auf sämtliche Informationen zugegriffen werden könne, ohne sich jemals in ein Profil einloggen zu müssen. Das komme daher, da ohnehin sämtliche Informationen gespeichert würden. Das umfasse selbst Klickbewegungen und die ausgeführten Aktivitäten.

Heute sei das Masterpasswort nicht mehr in Verwendung, da es ein neues Tool gebe mit dem man in Profile einsteigen könne. Das sei notwendig um beispielsweise Fake Profile zu identifizieren, man müsse einen solchen Zugriff jedoch rechtfertigen können .Es gibt auch einen eigenen Privacy Beauftragten bei Facebook der die Einhaltung der Privatsphäre überwachen helfen soll. Die Einhaltung der Privatsphäre würde bei Facebook jedenfalls sehr ernst genommen.

Nach all diesen Informationen, kann man sich da wohl nicht mehr so sicher sein. In jedem Fall scheint es notwendiger denn je, sich bewusst zu entscheiden welche Informationen man via. Facebook in die Welt verbreiten will und welche man lieber für sich behalten möchte. Auf die Bereitschaft eines privaten gewinnorientierten Konzerns, die Privatsphäre seiner User zu schützen, sollte man sich dabei wohl nicht all zu sehr verlassen. 

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