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Topkino Kinosaal (c) STDTABEKANNT
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Das Wort zum Tatort vom 15.1.2012 – „Todesbilder“

16. Jänner 2012 • Film / TV1 Kommentar zu Das Wort zum Tatort vom 15.1.2012 – „Todesbilder“

Ein (zugegebenermaßen unsympathisches) Paar wird am Tag ihrer Hochzeit brutal abgeschlachtet, kurz danach wird auch eine Abiturientin (Klassenbeste!) ermordet – ein Serienmörder also, und der erste Verdächtige lässt nicht lange auf sich warten: Roman Rustaveli, Pressephotograph, an beiden Tatorten kurz nach der Tat anwesend und klarerweise auch noch die Jugendliebe von Ermittlerin Eva Saalfeld; eine am Tatort gefundene Abdeckung passt genau zu seiner Kamera.

Doch ist es wirklich so einfach? Denn da gäbe es noch einen anderen möglichen Täter: Horst Baumann, der Onkel der Braut, der ominöser Weise bei der Hochzeit nicht eingeladen war, kommt ebenfalls ins Visier der Ermittler, denn er hat offenbar a) ein dunkles Geheimnis und b) war der Mann zufällig auch noch Fahrlehrer des zweiten Opfers.

An Verdächtigen mangelt es also wirklich nicht, und beiden würde man die Taten durchaus zutrauen: während Roman Rustaveli ein Ex-Kriegsphotograph ist, der so sehr post-traumatisch gestört ist dass Serienmord durchaus in sein Profil passen würde, ist der andere auch kein unbeschriebenes Blatt. Hat der nette Onkel die Braut als Kind missbraucht und auch seine Fahrschülerin belästigt? Mussten sie sterben, damit sie ihn nicht belasten konnten? Und noch eine weitere Tatsache belastet Rustaveli: er hat sowohl das Brautpaar als auch die Abiturientin für das Lokalblatt photographiert.

Klarer Fall

Ab also ins Lokalblatt also, wo für den Zuseher der wahre Täter allerdings relativ leicht zu erkennen war: Franz Mohr, der Layouter von Rustavelis Zeitung wurde derart schräg eingeführt, dass sofort klar war dass er der Mörder sein musste – als sein Chef dann auch noch erwähnte, dass er vor kurzem seine Familie bei einem Autounfall verloren hatte war die Sache klar – schließlich hat er die Bilder von beiden Opfern in die Zeitung gebracht. Sein Motiv? Das Glück anderer Leute.

Und tatsächlich…

So lösten sich langsam auch die Verdachtsmomente gegen Rustaveli langsam auf – für die Mordnacht hatte er nämlich doch ein Alibi, und dass der Fahrschullehrer (dessen Missbrauchsfall an dieser Stelle auch im Vorbeigehen aufgeklärt wurde) beide Opfer kannte war offenbar auch nur reiner Zufall – in einer Kleinstadt wie Leipzig passiert so etwas schon mal. Durch ein wiederholtes durchsehen von Rustavelis Tatort-Fotos jedenfalls kam Keppler doch noch auf den richtigen Täter: seltsamerweise war Mohr (in zweimal der gleichen Pose) an beiden Tatorten zugegen – er musste also der Mörder sein.

Fazit

Trotz der vielen Zufälle, dem vorhersehbaren Täter mit seltsamen Motiv, der Fülle an Verdächtigen und der üblichen persönlichen Verstrickung von Saalfeld in den Fall ein durchaus dichter und kurzweiliger Tatort, der gegen Ende auch noch wirklich spannend wurde, als Saalfeld selbst ins Visier des Täters kam und Keppler in der wohl stärksten Szene zu ungewöhnlichen Tönen fand: alte Liebe rostet eben nicht.

Im Topkino und im Schikaneder gibts übrigens jeden Sonntag ein Tatort Public Viewing – bei freiem Eintritt und (manchmal) mit  Täterraten, bei dem es auch noch Freigetränke zu gewinnen gibt. Ebenso gibts im Moped und im Hawidere Public Viewings. Ältere Tatortrezensionen findet ihr in der Leiste unter diesem Artikel.

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Eine Antwort auf Das Wort zum Tatort vom 15.1.2012 – „Todesbilder“ – Verstecken

  1. Charles sagt:

    Das war gestern wirklich ein sehr spannender Tatort.
    Vor allem die Szene bei Saalfeld zu Hause hatte durchaus Spannungsmomente. Und auch das sehr romantische Ende fand ich gelungen. Nur den Anfang a la CSI fand ich weniger gelungen.

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