Wien – Leben

Cafe Maria Treu (c) STADTBEKANNT
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Das Ende einer Ära. Die Glühbirne muss weichen.

29. Mai 2010 • Leben

Über Jahrzehnte war die Glühbirne Teil unseres täglichen Lebens. Im Zeitalter des Klimawandels und der weltweit krampfhaften Versuche Energie zu sparen, hat die Glühbirne nun aber scheinbar ausgedient. Ein EU-Handelsverbot verhindert ab 1. September den Verkauf von 100 Watt Birnen, sukzessive sollen auch die anderen Glühbirnen nicht mehr im Handel erhältlich sein.

Mit diesen Maßnahmen will man die Konsumenten zum Kauf von Halogen- und Energiesparlampen bewegen. Bis zu 6% Strom sollen so jährlich eingespart werden können. Gute Idee, alles kein Problem – sollte man meinen. Von vielen Seiten werden nun aber kritische Stimmen laut.

Kritiker sprechen von einer minderen Lichtqualität der Halogen- und Energiesparlampen und damit einer Verschlechterung der Lebensqualität. Mit dem rötlich-gelben, warmen und freundlichen Licht der Glühbirne kann es das blass-bläuliche anderer Lampenformen nicht aufnehmen, ist die Meinung vieler. 

Dann ist da noch das Argument der Formschönheit. Der Luster der Wiener Hofratswitwe kann ja wohl schlecht mit klobigen Energiesparlampen bestückt werden, so besorgte BürgerInnen. 
Das gewisse Formen und Größen der Glühbirne als Energiesparlampe nicht erhältlich sein könnten, scheint tatsächlich einen großen Teil der Bevölkerung zu beunruhigen. Von Hamsterkäufen wird da berichtet. Ganze Regale des begehrten Gutes werden von Privatpersonen aufgekauft – man kann ja schließlich nie wissen.

Tatsache ist, dass das Ende der Glühbirne auch für den Beginn neuer Technologie und Entwicklung steht. Produzenten müssen auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen und sich eben überlegen, wie der prunkvolle Kronleuchter im Wohnsalon artgerecht und umweltfreundlich ausgestattet werden kann – auch ohne Glühbirne Nummer E14, Kerzenfassung.

Wenn sich der/die DurchschnittsösterreicherIn allerdings mit einem lebenslangen Vorrat an Glühbirnen eingedeckt hat, werden wir auf derartige Innovationen wohl noch länger warten müssen…

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