Kultur – Film / TV

Little Fockers

„Meine Frau, unsere Kinder und ich“ – Musste das sein?

29. Dezember 2010 • Film / TV

Nach langen Kämpfen hat es Gaylord "Greg" Focker (Ben Stiller) nun doch geschafft. Seit fünf Jahren sind er und seine Frau Pamela ein glückliches Paar und haben in der Zwischenzeit sogar schon kleine Fockers in die Welt gesetzt.  (Der englische Originaltitel lautet auch "Little Fockers") Wirkliche Ruhe und Beschaulichkeit will sich aber immer noch nicht einstellen und das hat natürlich wieder einmal mit Schwiegervater Jack Byrnes (Robert De Niro) zu tun.
Nachdem ihm ein Herzinfarkt schmerzlich seine eigene Endlichkeit vor Augen geführt hat und ihm der Verlust des Lieblingsschwiegersohnes keine andere Wahl lassen will er beim Besuch zum Geburtstag der Focker-Zwillinge Greg als neues Familienoberhaupt einweisen. Dass das nicht gänzlich ohne Pannen und Verletzungen ausgehen kann ließen schon die ersten beiden Teile vermuten. Unterdessen begibt sich Gregs Vater Bernie (Dustin Hoffman) auf Sinnsuche ins spanische Sevilla, während Mutter Roz (Barbra Streisand) es nicht lassen kann in ihrer Sex-Ratgeber-Show das Intimleben ihres Sohnes auszubreiten. Als dann auch noch Pamelas Ex-Verlobter Mr. Perfect Kevin (Owen Wilson) nach einer gescheiterten Beziehung wieder auftaucht und eine verführerische Pharmavertreterin Greg zu einem lukrativen Nebeneinkommen als Kongressredner verhilft gerät das Familienleben vollends ins Schlingern.

Hätt’s jetzt nicht gebraucht

Nicht zu Unrecht heißt es: Man sollte aufhören wenn’s am schönsten ist. Und am schönsten war es leider nach dem ersten Teil
"Meine Frau, ihr Vater und ich". Die Geschichte vom durchgeknallten obsessiven Vater und dem tollpatschigen Schwiegersohn in spe
brachte es zu Stande bekannte Schwierigkeiten überlebensgroß aufzublasen und damit ins Komische zu ziehen. Ein unterhaltsames Konzept,
das auf einem Independent-Film ("Meet the Parents") von Beginn der 1990er basiert. Waren es damals eher unbekannte Darsteller so blödelten sich nun Stars vom Format eines Robert De Niro und Ben Stiller durchs zugegebenermaßen lustige Programm.
Ein Punkt an dem man sich durchaus zufrieden hätte geben können.

Natürlich musste aber ein zweiter Teil folgen, in dem die andere Seite der Verwandtschaft beleuchtet wurde. Zumindest führte man damit die erfrischenden und witzigen des Alt-Hippie-Paares Focker ein. Nachdem Motto, wir hauen einfach ein paar neue Stars dazu und machen einfach dasselbe. Ein Konzept, das schon die Ocean’s-Serie ins gefühlte Unendliche getrieben hat.

Doch im Vergleich mit Barbra Streisand und Dustin Hoffman, die den vergangenen Teil aufpeppen sollten, fiel diesmal
sogar die Starwürze etwas schal aus. Laura Dern und Jessica Alba sind leider wirklich nicht (mehr) gerade die erste Reihe. Abgesehen von
einem zugegebenermaßen unterhaltsamen Harvey Keitel fiel hier leider nicht mehr viel ein. Totgeritten ist hier noch schwer untertrieben, kein
Wunder also, dass Jay Roach, der Regisseur der ersten beiden Filme keine Lust mehr hatte.
Dass der Film doch noch einen gewissen Reiz entwickelt liegt an den beiden Hauptdarstellern. Ein Robert DeNiro und ein Ben Stiller
schaffen es bei allen Schwächen des Drehbuches und abgestandenen Witzen doch immer noch eine Komik aufzubauen der es sich schwer zu entziehen ist. So zünden sie die Lacher in einem ansonsten doch eher faden Einerlei.

Detail am Rande: Angeblich fand Dustin Hoffman das Drehbuch nicht überzeugend und wollte gar nicht mitmachen. Verständlich. Dass er
sich dann schlussendlich doch überzeugen hat lassen – unverständlich. Das hatte dann aber vielleicht auch weniger
mit dem Drehbuch zu tun.

Meine Frau, unsere Kinder und ich
Regie: Paul Weitz
Buch: John Hamburg und Larry Stuckey
Darsteller: Robert De Niro, Ben Stiller, Owen Wilson, Blythe Danner, Teri Polo
Jessica Alba, Laura Dern, Harvey Keitel, Dustin Hoffman, Barbra Streisand u.a.
FSK ab 6 Jahren
USA 2010
98 min

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