Wien – Leben

Schimpfen muss man schon!

Die nervigsten Wiener: eine Assoziationskette.

1. Mai 2011 • Leben

Seit ich Kollegen Steinlechner demütig gefragt habe, wann die von mir hochgeschätzte Serie „die nervigsten Wiener“ denn weiterginge und er mir den Sanktus gab, als quasi Gastkolumnist zu agieren, sitzen fünf nebenher hochbeschäftigte Redakteure mir gegenüber und betreiben, auf meine Anfrage hin, Namedropping. Gott im Himmel, nervige Wiener (und dazu zählen auch jene, die nicht zwingend hier geboren sein müssen, aber durch ihr Schaffen hier ungut auffielen), derer gibt es durchaus einige. Und weil wir uns bei all der frühlingsbedingten guten Laune nicht auf eine Person einigen können, wie es den Anschein hat, gibt es an dieser Stelle ausnahmsweise eine Compilation.

Weil mich gerade ein Hungergefühl plagt, fällt mir da als erstes Sasha Walleczek ein. Jeden Tag grinst sie mich an, wie ihr an sich ja sehr hübsches Anlitz auf der Mann-Bäckereiwerbung prangt, jeden Tag wenn ich von der U4 in Richtung Büro gehe. Ungute Bilder aus Tagen, als ich noch einen Fernseher mein Eigen nannte, kommen in den Sinn: erwachsene Menschen, die sich von einer gestrengen Ernährungsberaterin ob ihrer Adipositas wie Kleinkinder behandeln und schimpfen lassen. „Weißt du wie viel Zucker du isst, wie viele Wurstsemmerln und wie viel Bier“ fragte sie dann meistens, und führte die demütig beipflichtenden Menschen, ob Erwachsen oder Kind, in einen Raum wo der Monatsschnitt darauf zu finden war.

Einst hatte Sasha ja eine Promi-Show, wo sie dick gewordene oder dick gebliebene Prominente eines besseren belehrte: das Sammelsurium, das Who is Who der nervigen Wiener war das zum Großteil, auch wenn es nicht alles Wiener waren, sie seien erwähnt: Marika Lichter zum Beispiel, der man in Österreich nicht entkommen kann (ungefähr in einer Liga mit Birgit Serata). Oder Gernot Pachernigg, den Rainhard Fendrich einst als den James Dean des Austropops bezeichnete, und der sich jetzt gern selbst so nennt. Wenn sich jemand schon so nennt, ist jedes weitere Kommentar überflüssig – und wäre James Dean Austropop nicht so egal, würde er sich vielleicht im Grab umdrehen.

Ganz schlimm aus jener Abnehm-Clique, die mittlerweile gottlob lange aus dem Äther draußen ist, ist Christoph Fälbl, der für mich in einer Lustigkeitsskala im „Ha-ha-Humor“ Pantheon neben Gernot Rudle und seinem „ich mache ein Kabarettstück über die Beziehung zwischen Mann und Frau" rangiert. Und als wäre das nicht „wunderbar“ genug, gibt’s da natürlich auch Mr. Wunderbaaaar Harald Serafin, der sein Trademarks-Adjektiv so peinlich inflationär nutzte, wie seiner Zeit Otto „Maximale“ Baric.

Zum Thema Fußball fällt mir da Hans Krankl ein, der hat mich immer schon sehr genervt, genau wie die ganze Promikicker-ORF-Clique. Leo Aberer zum Beispiel, den fand ich als Typen immer sehr beanspruchend, über die Musik möchte ich hier nicht urteilen.

Und weil ich gerade dabei bin und ran darf: eine Nennung verdient auch Michael Jeanée.

Markus Brandstetter

Geschichten rund um den Song Noir. Von strauchelnden Protagonisten, Mythen und Mixtapes.

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