Wien – Leben

Carrot Mob

Der Carrotmob?

5. Juni 2011 • Leben1 Kommentar zu Der Carrotmob?

Seitdem Massen am Stephansplatz zu Stein gefrieren, sich im Museumsquartier küssen, als Zombies durch die Stadt irren oder sich à la Michael Jackson bewegen, ist Flashmob auch in Wien ein altbekannter Zeitvertreib. Von San Francisco aus verbreitet und doch auch nicht mehr ganz so jung, ist der Carrotmob.

Die Karrotte vor dem Maul

Einen Carrotmob kann man als zivilgesellschaftliches Engagement betrachten und zwar funktioniert er ähnlich, wie den Esel mit einer Karotte vor dem Maul zum Bewegen zu bringen. Nur ist bei diesem Konzept der Esel die Wirtschaft, die Karotte unsere Kaufkraft und das Ziel Energieeffizienz. Der Mob bei der Aktion ist, dass sich Menschen an einem bestimmten Tag, zu einer gewissen Zeit in einem Laden treffen um gemeinsam zu konsumieren und zwar solche Dinge, die ohnehin gekauft werden würden.

Ein Rückblick

2008 ist das in San Franzisco vom Erfinder Brent Schulkin so verwirklicht worden, dass er nach einer Art Auktion dem bestbietenden Lebensmittelhändlereinen Tag mit gut gehendem Absatz versprach. Bestbietend war der K&D Market mit dem Angebot, 22% der Einnahmen am Tag des Carrotmobs dafür zu verwenden, den Laden energiesparender zu gestalten. Die Ankündigung des Carrotmobs über Social Networks und Mundpropaganda veranlasste viele Leute am Aktionstag ihren Einkauf bei K&D zu machen und in Begleitung zu Livemusik wurden innerhalb von wenigen Stunden über 9.000,- Dollar ausgegeben. Die Einnahmen lagen drei Mal so hoch wie an einem normalen Tag und ermöglichten energieeffiziente Erneuerungen wie Energiesparlampen und neue Dichtungen für das Kühlsystem.

Wieso das Ganze?

Ein Carrotmob ist quasi eine Win-Win Situation, bei der sich jeder Einzelne daran beteiligen kann dem Ladenbesitzer zu helfen zusätzliche Einnahmen zu lukrieren, so dass letztlich in umweltschonende Maßnahmen investiert werden kann. Ein Vorteil ist auch, dass sich ein Carrotmob auf so ziemlich jede Branche anwenden lässt. In Berlin war es einmal ein Blumenladen und auch Hotels ließen sich für einen Carrotmob gewinnen.

Carrotmobs in Wien

Bis nach Wien hat es das Konzept noch nicht geschafft, denn immerhin steckt viel Vorbereitungszeit und Arbeit dahinter einen erfolgreichen Carrotmob zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren. Kontrolle deshalb, um sicher zu gehen, dass der Ladenbesitzer wie vereinbart energiesparende Maßnahmen setzt.

Roland Dunzendorfer stellt über seine Website CarrotmobAustria ein DIY-Kit zur Verfügung und ladet alle herzlich ein von seiner Vorarbeit, wie den Aufbau von Medienkontakten und Anhängern der Bewegung, in eigener Carrotmob-Sache zu profitieren.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, soll nicht lange zögern, denn ein Carrotmob ist nicht nur eine gute Sache sondern verspricht auch viel Spaß!

Zur Versinnbildlichung hier noch zwei Videos:

Kurz, bündig und animiert: hier.

In diesem Video erzählt Brent Schulkin von der Idee bis zum ersten und erfolgreichen Carrotmob.

MKH

Kopf.Stein.Pflaster

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Eine Antwort auf Der Carrotmob? – Verstecken

  1. Mischa sagt:

    Nette IDee
    eigentlich. Gefällt mir!

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