Wien – Leben

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Das Gartenbaukino feiert seinen Fünfziger

21. Dezember 2010 • Leben

Hier schließt sich der Kreis. Am 19 Dezember 1960, wurde das neurenovierte Wiener Gartenbaukino mit der Premiere von Stanley Kubricks "Spartacus" feierlich eröffnet.
Sogar der Hauptdarsteller Kirk Douglas war damals anwesend. Fast genau fünfzig Jahre später beging das Gartenbaukino nun am 16. Dezember seinen Jubiläum und was wäre da näher gelegen als dazu wieder "Spartacus" zu vorzuführen. Mit Hollywoodstars konnte man heuer zwar nicht aufwarten, doch zeigte sich zumindest der Film in völlig neu restauriertem Kleid.

In diesem will sich auch das Gartenbaukino bald präsentieren. Nachdem nun das halbe Jahrhundert voll ist, sollen im kommenden Jahr die längst fälligen Sanierungsarbeiten in Angriff genommen werden. Insbesondere die Belüftung sowie Bestuhlung müssen modernisiert werden und der Digitalisierung will sich natürlich auch eines der traditionsreichsten Lichtspielhäuser Wiens nicht widersetzen. Damit kann es auch weiterhin als Flaggschiff der Viennale firmieren, die das Gartenbaukino nach dessen Konkurs im Jahr 2002 übernommen hat.

Doch trotz aller Zukunftsorientierung will man den runden Geburtstag natürlich auch nutzen um etwas in die bewegte Vergangenheit zu blicken. Bei der Jubiläumsgala präsentierten, in der Tradition der in früheren Jahren üblichen Kino-Modenschauen, zehn junge Wiener DesignerInnen ihre neuesten Kreationen. Vorgeführt wurden diese zwar von Profis, jedoch keinen im Modelfach. Von Arash T. Riahi, über Franziska Weisz bis zu Michou Friesz liefen Größen der heimischen Filmszene, unter der freundlichen Moderation von Herrn Hermes aus der FM4-Riege, über den Laufsteg. Modeschauen wird es auch im kommenden Jahr immer wieder geben.
An den Architekten, der den Umbau des Wiener Gartenbaukinos vor über 50 Jahren geleitet hatte, Robert Kotas erinnert eine Ausstellung im Garderobenbereich und im Foyer.

Als eine weitere Remineszenz an die gute alte Kino-Zeit gibt es ab nun auch wieder sogenannte Beifilme, die im Programm eines Hauptfilms inbegriffen sind.
Ab 17. Dezember liefert das Gartenbaukino dabei zu Robert Rodriguez‘ neuen Filmslasher "Machete" "Die Karatetiger" des jungen Regisseurs Florian Wrobel als Beigabe. Dieser erweist darin dem asiatischen Martial-Arts-Film der 1960er und 1970er Jahren seine augenzwinkernde Reverenz.

Zu feiern gibt es neben dem Jubiläum auch das beste Besucherergebnis seit der Neuübernahme. Über 100.000 FilmfreundInnen strömten im (fast) abgelaufenen Jahr in den Saal des Wiener Gartenbaukinos. Eine Zahl die an einem weiteren Bestehen für zumindest die nächsten 50 Jahre wohl keinen Zweifel lässt. Und in neun Jahren gibt es dann auch schon wieder Grund zum Feiern, wenn nämlich der inoffizielle Hunderter des erstmals 1919 eröffneten Gartenbaukinos ansteht.

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Gartenbaukino


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