Brücke (c) STADTBEKANNT

Wiener Brücken

Zahlreiche Brücken überspannen in Wien die Donau, den Donaukanal und den Wienfluss. Aber auch Eisenbahnbrücken prägen das Stadtbild mit ihren schweren Metallkonstruktionen. Spaziert oder fährt man über sie hinüber, genießt man meist lieber die Aussicht, anstatt das Bauwerk selbst näher zu begutachten. Dabei erzählen so manche Brücken faszinierende Geschichten und hätten durchaus ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verdient. Wir haben die interessantesten für euch zusammengestellt – aber bloß nicht runterhüpfen!

Stubenbrücke

Mit offenstehenden Mündern, geblähten Nüstern und zerbeulten Gesichtern blicken sie von den Pylonen der Stubenbrücke: Die Lemurenköpfe des Künstlers Franz West thronen seit 2001 über dem Wienfluss, zwischenzeitlich wurden sie gründlich restauriert. Nun erstrahlen die Skulpturen mit dem offiziellen Titel „4 Larven (Lemurenköpfe)“ nun wieder in heller Reinlichkeit. Eine Brücke gab es an dieser Stelle aber schon seit dem 15. Jahrhundert, immer wieder wurde sie abgerißen und neu gebaut, in ihrer heutigen Form steht die Stubenbrücke seit 1900, als der Wienfluss reguliert wurde. Die eisernen Fachwerkträger aus der Schmiede von Ignaz Gridl zeugen vom Stil der Zeit.

Stubenbrücke
1010 Wien

Hohe Brücke

Hohe Bücke (c) STADTBEKANNT
Hohe Bücke (c) STADTBEKANNT

Die Hohe Brücke ist ein Kuriosum des ersten Bezirks: Sie überspannt im Verlauf der Wipplingerstraße den Tiefen Graben, obwohl hier schon seit dem 13. Jahrhundert nicht mehr der Ottakringer Bach durchfließt. Denn die Brücke gibt es seit dem 12. Jahrhundert, in ihrer heutigen Form steht sie seit 1958, nachdem der Vorgängerbau für die Straßenverbreiterung abgerissen werden musste. Wie hübsch der war, ist auf der Brücke verewigt: eine Gravur im Eckbereich zeigt die Hohe Brücke von 1782, die eine kleine Kapelle zierte. Meta!

Wipplingerstraße
1010 Wien

Radetzkybrücke

Hier stehen die vermutlich mit Abstand beeindruckendsten Straßenlaternen Wiens – genaugenommen nennt man sie aber Leuchttürme. Seit 1900 wurde die vormals hölzerne Weißgerberbrücke an dieser Stelle erst durch eine Stein-, später Eisenbrücke ersetzt. Nachdem der Zweite Weltkrieg die Brücke großteils zerstört hatte, wurde sie neu errichtet. Bloß die imposanten Leuchttürme, die im Krieg abhandengekommen waren, blieben verschwunden. Anhand alter Fotos wurden sie 1991 rekonstruiert und erhellen seitdem wieder charmant die Verbindung zwischen ersten und dritten Bezirk.

Verbindet Uraniastraße und Radetzkystraße
1010 Wien

Zollamtssteg

Wer erinnert sich noch an den herrlich romantischen, und nur ‚etwas‘ kitschigen Neunzigerjahre-Film Before Sunrise? Ethan Hawke und Julie Delphy schlendern als Jesse und Celine durch Wien und verlieben sich – auf dem Zollamtssteg, treffen sie auf Tex Rubinowitz, der einen Cameo-Auftritt hatte. Aber auch Kottan ermittelte schon auf der 1900 errichteten Brücke. Gestaltet wurde sie von Josef Hackhofer und Friedrich Ohmann, die schräg darunter verlaufende Eisenbahnbrücke wurde von Otto Wagner entworfen.

Vordere Zollamtsstraße
1030 Wien

Schemerlbrücke

Benannt ist sie nach dem k.u.k.-Hofbaudirektor Joseph Schemerl von Leythenbach, aber bekannt ist sie wohl eher aufgrund ihrer imposanten Kreaturen: die Löwenbrücke, oder offiziell Schemerlbrücke am Nußdorfer Wehr. Auch sie stammt aus der Feder Otto Wagners, die mächtigen Bronzelöwen wurden von Rudolf Weyr gestaltet. Sie inspirierten offenbar die Wiener Automobilfabrik Gräf & Stift, denn sie empfand ihnen ihre Kühlerfigur nach. Wehrfelder an der Brücke können zur Regulierung des Zuflusses von Donauwasser in den Donaukanal abgesenkt werden, Schiffe müssen die Schemerlbrücke mithilfe der benachbarten Schleuse umfahren.

Am Brigittenauer Sporn
1200 Wien

Reichsbrücke

Reichsbrücke (c) STADTBEKANNT
Reichsbrücke (c) STADTBEKANNT

Die Reichsbrücke ist deswegen so bekannt, da sie in den frühen Morgenstunden des 1. August 1976 in voller Breite zusammenbrach und in die Donau stürzte. Niemand hatte oder konnte das Unglück kommen sehen, ein Mensch kam ums Leben. Aber schon früher bewegte diese Brücke die Wiener: Seit der Donauregulierung gab es an dieser Stelle eine Reichsbrücke, zunächst von 1876 als Kronprinz-Rudolf-Brücke, die bis 1937 stand. Nach dem Suizid des Kronprinz Rudolfs wurde sie im Volksmund zur „Selbstmörderbrücke“, 1919 wurde sie deshalb offiziell in Reichsbrücke umbenannt. Im Zweiten Weltkrieg spielte sie eine wichtige Rolle. Einerseits notwendig, andererseits Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, wurde 1937 der Neubau der Reichsbrücke fertiggestellt. Vielleicht ein Grund, weshalb sie bis zu letzt nicht gesprengt wurde. Nach Kriegsende war sie somit der einzige Donauübergang zwischen Linz und der Staatsgrenze. Dadurch wurde sie zum Symbol für die Widerstandskraft Österreichs.

Verbindet den 2. Und 22. Bezirk und die Donauinsel

Konstantinsteg

Der Konstantinsteg im Prater ist baulich gesehen die älteste Brücke Wiens. Sie wurde 1873 im Prater eröffnet und steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

Im Prater

Newsletter abonnieren

Kommentieren

Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht.

STADTBEKANNT Newsletter

Holler Box