Wien – Leben

Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT
Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT

Wien in Zahlen

16. Mai 2010 • Leben

Das statistische Jahrbuch der Stadt Wien 2009 ist erschienen. Wie immer hinkt die Statistik dem Leben etwas hinterher was zur Folge hat, dass das Jahrbuch 2009 sich mit den Zahlen von 2008 beschäftigt. Was aber kein Wunder ist, denn Erhebung, Auswertung und Zusammenfassung aller Daten und Fakten brauchen eben ihre Zeit.

Wiens höchster Punkt ist der Hermannskogel mit 541 Metern, das höchste Gebäude ist der Nordmast – Sender am Bisamberg – mit 265 Metern. Die meisten Grünflächen gibt es in Donaustadt, die wenigsten in der Josefstadt. Das größte Naturschutzgebiet ist der Lainzer Tiergarten.

Das Temperaturmittel lag bei 11,4 Grad. Was uns wieder einmal darin bestätigt, dass sich in Wien am besten über das Wetter sudern lässt. Was soll das bitte sein? Weder kalt noch warm, irgendwie ein Unentschieden zwischen den Wetterextremen. Ein Wetter das Niemanden freut, die nicht dies kalt mögen und die dies warm wollen sowieso nicht. Außerdem gab es mit nur 2000 Stunden Sonnenscheindauer deutlich weniger Sonnenschein als in den vergangenen Jahren. Geregnet hat es dafür zwar auch nicht viel, aber das hilft jetzt auch nichts mehr. Überhaupt ein sehr „mittleres Jahr“ beim Wetter. Zwar eines der fünf wärmsten Jahre aller Zeiten, aber nur 8 Hitzetage (mehr als 30 C), so wenig wie zuletzt 1997. Wir fordern hier klarere Verhältnisse, entweder kalt oder warm aber dieses „unentschieden“ gilt nicht!

In Wien gibt es 910000 Wohnungen. Den BewohnerInnen des 1 Bezirks stehen dabei im Schnitt 55 m² pro Person zur Verfügung, im 15. sind es hingegen nur 30 m². So stellt sich arm und reich also, in Wohnfläche ausgedrückt, dar.

Unterwegs sind die WienerInnen mit 805000 Kraftfahrzeugen, immerhin steigt diese Zahl aber nur mehr langsam an. 27 Personen starben dennoch im Straßenverkehr. Am Flughafen gab es 19,69 Mio. Passagiere. Möglicherweise nutzen Personen die Wien entfliehen wollen ja besonders gerne den Flugverkehr.

In Wien leben 1687000 Menschen, zumindest sind so viele offiziell gemeldet. Ein paar mehr werden es in Wirklichkeit wohl sein. Nicht Jede/r mit Nebenwohnsitz wohnt schließlich auch in Wirklichkeit in Wien. 880000 Frauen stehen übrigens nur 807000 Männern gegenüber.
Während im 1. Bezirk nur knapp 17000 Oligarchen, Hofratswitwen und sonstige Personen wohnen, sind es in Favoriten 173000. Im Schnitt sind die WienerInnen 41 Jahre, was dem Autor dieser Zeilen ein kurzes Gefühl juveniler Frische beschert und außerdem innerhalb Österreichs wirklich ziemlich jung ist. Dank Zuwanderung gibt es in Wien immer noch recht viele junge Menschen und als einziges Bundesland wurde man in den vergangenen drei Jahrzehnten sogar „jünger“.

Frauen sind übrigens drei Jahre älter als Männer, was sich aber leicht erklären lässt, sie leben nämlich fast 5 Jahre länger. 24,1% der WienerInnen sind 30-44 Jahre alt, 19,8% 45 bis 59 und 19,5% 15 bis 29 Jahre alt. Die Zahl der Alten steigt, die der 0-14 Jährigen sinkt hingegen schon seit einigen Jahren und liegt heute bei nur mehr 14,3%. Das soll sich angeblich in den folgenden Jahrzehnten wieder bessern, ist aber wie jede Prognose unsicher. Jung ist übrigens Donaustadt, ziemlich alt hingegen Hitzing.

Im Jahr 2050 sollen in Wien zwischen 1,8 und 2,4 Mio. Menschen leben. Mehr als 2 Mio. EinwohnerInnen im Jahr 2050 gelten als realistische Schätzung und damit hätte Wien wieder gleich viele EinwohnerInnen wie vor dem 1.Weltkrieg. Welt-städtischer klingt das dann auch irgendwie.
Apropos Zuwanderung, 20,1 % der WienerInenn sind übrigens AusländerInnen und 32,3% haben einen Migrationshintergrund. Wobei das statistisch ungenau ist, sich kaum erheben lässt und deshalb außerhalb Österreichs und Deutschlands auch eigentlich nirgends erhoben wird.

Die meisten Menschen mit Hintergrund gibt es übrigens in Rudolfsheim-Fünfhaus. MigrantInnen sind deutlich jünger als ÖsterreicherInnen, den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung gibt es bei den 25-29 Jährigen. Ohne sie wäre die Stadt also sehr viel älter. Die meisten MigrantInnen kommen aus Serbien und Montenegro bzw. der Türkei. In den letzten Jahren ist Wien allerdings bei Deutschen besonders in, die Zuwanderung von dort nimmt stetig zu. Aus Ozenaien haben sich hingegen nur 940 Personen nach Wien „verirrt“.

Kinder bekommen Wienerinnen im Schnitt mit 29,5 Jahren und die meisten dieser Kinder werden nach wie vor ehelich geboren. Dennoch sinkt die Zahl der Eheschließungen beständig, von knapp 13000 im Jahr 1950 auf mittlerweile nur noch 7700 pro Jahr, davon sind 56,5% Erstehen. Die Gesamtscheidungsrate liegt bei 59,5% und sinkt seit einigen Jahren. Trotzdem ist es weiterhin höchst riskant auf den Bestand einer Ehe zu wetten. Das Scheidungsjahr ist nicht wie oft angenommen das verflixte siebte, sondern weit eher das zweite oder dritte Jahr.

Gestorben wird in Wien auch, aber das immer weniger. Stattdessen leben die Leute offenbar lieber länger. Dennoch war es für 4 Personen aus Ozeanien im vergangenen Jahr soweit. Was der ohnehin geringen OzeanierInnen Bevölkerung in Wien einen doch empfindlichen Schlag versetzte. Wenn gestorben wird, dann am ehesten an Herz-Kreislauf Erkrankungen. 189 Personen begingen im vergangenen Jahr Selbstmord, deutlich mehr Männer als Frauen. Die Zahl sinkt bei den Männern seit Jahren, nimmt bedauerlicherweise bei den Frauen hingegen zu.

70000 wanderten im vergangenen Jahr nach Wien zu, nur 59000 hingegen ab. Wer wegzieht, den zieht es besonders häufig nach Niederösterreich, was ärgerlicherweise alle Flutungspläne weiter erschwert. Immerhin 101 Personen zog es nach Ozeanien, sehr zum Missfallen der hiesigen Fans von Aussie-Pubs. Immerhin wurde aber auch 1 Ozeanier im vergangenen Jahr eingebürgert.

Die WienerInnen haben höhere Bildungsabschlüsse als im Rest Österreichs. Bei den 25-64 Jährigen besuchten immerhin 19,8% eine Universität und 31% AHS und BHS. Bei den heute 15 Jährigen hat sich dieser Wert bereits auf 64,4% erhöht.

960000 WienerInnen sind beschäftigt. Bei den geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen ist der Anteil der Frauen immer noch deutlich über dem der Männer und auch bei Teilzeitbeschäftigungen ist dies der Fall. 78000 Personen waren im Jahr 2008 arbeitslos.
Pro Monat und Haushalt werden in Wien 2326 Euro ausgegeben. Am meisten Geld wird für Wohnen und Energie ausgegeben, gefolgt von Ausgaben für Lebensmittel. Im 1.Bezirk liegt das Jahreseinkommen bei durchschnittlich 31000 Euro, im 15. hingegen bei nur 15800 Euro. Das Wiener Durchschnittsbrutto-Einkommen liegt bei 29000 Euro. Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen ist nirgends in Österreich niedriger als in Wien, dennoch liegt das Einkommen von Männern 33% über dem von Frauen. Fast 100000 Menschen sind in Wien auf Sozialhilfe angewiesen, eine Zahl die seit Jahren deutlich ansteigt.

Die meisten WienerInnen sind römisch-katholischen Glaubens, gefolgt von der Gruppe der Personen ohne Bekenntnis.

52000 Hunde leben in Wien, besonders hundstrümmerlgefährdet sind Floridsdorf und Donaustadt.

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