Wien – Gut zu wissen

Kletterhalle Marswiese Boulder (c) STADTBEKANNT

Bouldern

21. Juni 2015 • Gut zu wissen, Sport

Trendsport Bouldern

Es mag ja zunächst befremdlich wirken: Da klettern Leute in Hallen oder auf niedrigen Felsbrocken im Kreis, ohne an Höhe zu gewinnen! Doch wie so vieles, was auf den ersten Blick befremdlich wirkt, hat Bouldern ordentlich Spaßpotential…

Darum zu Beginn gleich eine Warnung: Wer es einmal ausprobiert hat, lässt selten wieder die Finger davon. Bouldern macht süchtig, obwohl weder Gipfel noch hoch aufragende Wände erklommen werden.

Populär wurde der Sport, dessen Name sich übrigens von dem englischen Wort für „Felsblock“ ableitet, in den 1970er Jahren. Die Zahl der weltweit praktizierenden Boulderer wächst seitdem unaufhaltsam.

 

Was man braucht

Gebouldert werden kann sowohl draußen in der Natur an Felsblöcken als auch in einer von Wiens zahlreichen Kletterhallen. Anders als Alpinisten oder Sportkletterer haben Boulderer wenig Ausrüstung zu schleppen: Benötigt werden lediglich Kletterschuhe, Magnesia für mehr Fingergrip und (für draußen) eine Sturzmatte, Crashpad genannt. Immer nett und der Sicherheit zuträglich ist es zudem, Freunde dabei zu haben, die einen sichern und mit guten Tipps versorgen.

 

Wie man bouldert

Ziel beim Bouldern ist es, eine festgelegte Abfolge aus Griffen und Tritten vom Start bis zum Top sturzfrei und ohne Schummeln in einem Versuch durchzuklettern.

In der Halle sind Boulder meist mit bunten Pickerln und Zahlen neben den entsprechenden Plastikgriffen markiert. Ein „S“ bezeichnet Startgriff(e), ein „T“ das Top, also das Ende des Boulders. Manchmal sind auch die Tritte festgelegt. Sind bestimmte Griffe nur mit links oder rechts zu nehmen, erkennt man dies an den Markierungen „l“ und „r“. Das Auslassen unliebsamer Griffe oder Tritte ist streng genommen nicht gestattet.

Wie auch beim Vorstiegsklettern gibt es beim Bouldern verschiedene Schwierigkeitsgrade.

Kletterhalle Marswiese Griff (c) STADTBEKANNT

Kletterhalle Marswiese Griff (c) STADTBEKANNT

Abgesehen von diesen Formalitäten unterscheidet sich auch der Kletterstil vom traditionellen Klettern: Die Bewegungen sind dynamischer und risikofreudiger, die Boulder durch ihre Kürze oftmals technisch anspruchsvoller, kleingriffiger und überhängender.

Da man ohne Absicherung klettert, kommt eine psychische Komponente hinzu: Stürze sind wahrscheinlich. Gibt es keine Matte, so ist das „Spotten“ durch einen Partner die einzige Sicherungsmöglichkeit. Damit ist kein höhnisches Auslachen, sondern Sichern mit den Händen gemeint. Stürzt der Kletternde, kann der Spotter seinen Fall „drehen“, sodass der Stürzende auf den Füßen landet und sich nicht verletzt.

 

Was tun als Boulder-Neuling?

Novizen des Bouldersports sei vor allem eines empfohlen: Geht viel bouldern! Das geht am unkompliziertesten in einer von Wiens zahlreichen Kletterhallen. Vorteil des Indoor-Klettervergnügens: Sämtliche Boulder sind bunt markiert, es gibt Matten, im Winter ist es schön warm und gemütlich.

Hilfreich ist es auch, ein wenig Krafttraining zu betreiben, besonders für die Finger. Gute Übungen für zu Hause: Hängen am Türstock, wahlweise an einer Hand oder nur auf den Fingerkuppen, Klimmzüge. Allgemeines Training für mehr Ausdauer und Körperspannung ist ebenfalls nicht verkehrt.

 

Auf die Blöcke, fertig, los!

Wer fleißig übt, wird rasch Fortschritte beobachten: Die Technik wird feiner, die Muskeln gewöhnen sich an die Belastung, die Finger halten immer kleinere Griffe. Kaum verwunderlich also, wenn dem versierten Boulderer die Halle irgendwann zu eng wird. Schließlich gibt es in der Umgebung von Wien ja echte Felsblöcke, die beklettert werden wollen.

Abenteuerlustige Gemüter können sich auch beim Urban Bouldering (Bouldern auf Mauern, Brücken, Gebäuden) oder Deep Water Soloing (Bouldern über dem Wasser) austoben.

Wir wünschen viel Vergnügen!

 

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