Wien – Gut zu wissen

Universität Wien (c) STADTBEKANNT
Universität Wien (c) STADTBEKANNT

Ein Rundgang durch die Universität Wien

10. Mai 2017 • Gut zu wissen, Leben

Der gemütliche Elfenbeinturm

Über 650 Jahre gibt es sie jetzt schon – unsere geliebte Universität. Es ist viel passiert seit der Gründung 1365. Wir unternehmen einen kleinen Streifzug durch das geschichtsträchtige Gebäude.

 

Geschichtliches

Die Universität Wien wurde am 12. März 1365 von Herzog Rudolf dem IV. gegründet und befand sich zunächst in der Postgasse im Stubenviertel. Mittlerweile befindet sich mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften an gleicher Stelle die größte Trägerin außeruniversitärer Grundlagenforschung. Das prominente Hauptgebäude der heutigen Wiener Universität am Univeristätsring 1 wurde von Heinrich Ferstel entworfen und 1884 fertiggestellt. Es beherbergt unter anderem die Universitätsbibliothek, diverse Institute und das Rektorat. Der hiesige Große Festsaal verfügt wider anderslautender Gerüchte nicht über ein Deckengemälde von Gustav Klimt. Der berühmte Maler hatte zwar seinerzeit einen entsprechenden Auftrag erhalten, sah sich jedoch genötigt, die vorgesehenen Bilder nach einem heftigen Entrüstungssturm des konservativen Establishments wieder zurückzukaufen. Die heute zu sehenden Klimt-Kopien wurden erst 2005 im Festsaal angebracht und sind meist nur per Führung zu besichtigen.

Arkadenhof Büsten und Gedenktafeln (c) STADTBEKANNT

Arkadenhof Büsten und Gedenktafeln (c) STADTBEKANNT

Der Arkadenhof

Der Rundgang im Innern der Hauptuniversität beherbergt über 150 Büsten und Gedenktafeln von bzw. an berühmte Studienabgänger der Universität Wien. Obwohl Frauen seit 1897 als reguläre Studentinnen an der Universität zugelassen sind, fand sich unter den Denkmälern lange Zeit einzig die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach wieder. Auf dieses Missverhältnis macht das Denkmal „Der Muse reicht’s“ von Iris Andraschek aufmerksam, das in den Boden des Arkadenhofs eingelassen ist. Der abgebildete Frauenschatten ist keiner bestimmten Person zuzuordnen, sondern eine Referenz auf die zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Universitätsmitarbeiterinnen, die sich im Rahmen der Entstehung selbstsicher im Arkadenhof fotografieren ließen. Mittlerweile sind auch Denkmäler für Charlotte Bühler, Marie Jahoda, Berta Karlik, Lise Meitner, Grete Mostny-Glaser, Elise Richter und Olga Taussky-Todd zu finden.

Arkadenhof (c) STADTBEKANNT Mallmann

Arkadenhof (c) STADTBEKANNT Mallmann

Der Unicampus

Während das Gebäude der Hauptuniversität für viele Studenten einzig ein Ort für Bibliotheksbesuche und Festveranstaltungen ist, ist der Universitätscampus eher die tägliche und unspektakuläre Routine. Zwischen Alser Straße und Sensengasse gelegen, beherbergt das ehemalige Gelände des Allgemeinen Krankenhauses verschiedene Institute und Hörsaalgebäude, die sich um neun begrünte Innenhöfe gruppieren. Der unmittelbar an die Alser Straße angrenzende Hof 1 lädt hier besonders zum Verweilen ein und bittet Besuchern wie Studenten diverse Biergärten und Restaurants. In den Sommermonaten finden hier und in den benachbarten Höfen regelmäßig Veranstaltungen – vom Flohmarkt bis zum Public Viewing – statt. Die diversen Campus- und Institutsfeste sind dabei nicht nur für Erstsemester eine gute Gelegenheit die schwülen Sommernächte in angenehmer Gesellschaft zu verbringen.

Campus (c) STADTBEKANNT Mallmann

Campus (c) STADTBEKANNT Mallmann

STADTBEKANNT meint

Insbesondere in den Sommermonaten bieten die weitläufigen Innenhöfe der Universität und des Campus die Möglichkeit, mitten in der Stadt im Freien zu lernen oder vor sich hin zu dösen. Und wenn die sommerliche Hitze einmal zu sehr aufs Gemüt schlägt, bringen die steinernen Hallen der Hauptuniversität die nötige Abkühlung, Bildungsauftrag inklusive.

,

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »