Wien – Gut zu wissen

Universität Wien (c) STADTBEKANNT
Universität Wien (c) STADTBEKANNT

Ein Rundgang durch die Universität Wien

10. Mai 2015 • Gut zu wissen, Leben

Der gemütliche Elfenbeinturm

Die Universität Wien feiert heuer ihr 650 jähriges Bestehen. Grund genug, sich auf einen Rundgang durch das einladende und weitschweifige Universitätsgelände zu machen.

 

Geschichtliches

Die Universität Wien wurde am 12. März 1365 von Herzog Rudolf dem IV. gegründet und befand sich zunächst in der Postgasse im Stubenviertel. Mittlerweile befindet sich mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften an gleicher Stelle die größte Trägerin außeruniversitärer Grundlagenforschung. Das prominente Hauptgebäude der heutigen Wiener Universität am Univeristätsring 1 wurde von Heinrich Ferstel entworfen und 1884 fertiggestellt. Es beherbergt unter anderem die Universitätsbibliothek, diverse Institute und das Rektorat. Der hiesige Große Festsaal verfügt wider anderslautender Gerüchte nicht über ein Deckengemälde von Gustav Klimt. Der berühmte Maler hatte zwar seinerzeit einen entsprechenden Auftrag erhalten, sah sich jedoch genötigt, die vorgesehenen Bilder nach einem heftigen Entrüstungssturm des konservativen Establishments wieder zurückzukaufen. Die heute zu sehenden Klimt-Kopien wurden erst 2005 im Festsaal angebracht und sind meist nur per Führung zu besichtigen.

 

Der Arkadenhof

Arkadenhof Büsten und Gedenktafeln (c) STADTBEKANNT

Arkadenhof Büsten und Gedenktafeln (c) STADTBEKANNT

Der Rundgang im Innern der Hauptuniversität beherbergt über 150 Büsten und Gedenktafeln von bzw. an berühmte Studienabgänger der Universität Wien. Obwohl Frauen seit 1897 als reguläre Studentinnen an der Universität zugelassen sind, findet sich unter den Denkmälern einzig die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach wieder. Auf dieses Missverhältnis macht das Denkmal „Der Muse reicht’s“ von Iris Andraschek aufmerksam, das in den Boden des Arkadenhofs eingelassen ist. Der abgebildete Frauenschatten ist keiner bestimmten Person zuzuordnen, sondern eine Referenz auf die zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Universitätsmitarbeiterinnen, die sich im Rahmen der Entstehung selbstsicher im Arkadenhof fotografieren ließen.

Arkadenhof (c) STADTBEKANNT Mallmann

Arkadenhof (c) STADTBEKANNT Mallmann

Der Unicampus

Während das Gebäude der Hauptuniversität für viele Studenten einzig ein Ort für Bibliotheksbesuche und Festveranstaltungen ist, ist der Universitätscampus eher die tägliche und unspektakuläre Routine. Zwischen Alser Straße und Sensengasse gelegen, beherbergt das ehemalige Gelände des Allgemeinen Krankenhauses verschiedene Institute und Hörsaalgebäude, die sich um neun begrünte Innenhöfe gruppieren. Der unmittelbar an die Alser Straße angrenzende Hof 1 lädt hier besonders zum Verweilen ein und bittet Besuchern wie Studenten diverse Biergärten und Restaurants. In den Sommermonaten finden hier und in den benachbarten Höfen regelmäßig Veranstaltungen – vom Flohmarkt bis zur Techno-Party – statt. Die diversen Campus- und Institutsfeste sind dabei nicht nur für Erstsemester eine gute Gelegenheit die schwülen Sommernächte in angenehmer Gesellschaft zu verbringen.

Campus (c) STADTBEKANNT Mallmann

Campus (c) STADTBEKANNT Mallmann

Insbesondere in den Sommermonaten bieten die weitläufigen Innenhöfe der Universität und des Campus die Möglichkeit, mitten in der Stadt im Freien zu lernen oder vor sich hin zu dösen. Und wenn die sommerliche Hitze einmal zu sehr aufs Gemüt schlägt, bringen die steinernen Hallen der Hauptuniversität die nötige Abkühlung, Bildungsauftrag inklusive.

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