Wien – Grätzltipps – 16. Ottakring

Wilheminenberg Eine grüne Oase in Ottakring
Wilheminenberg Eine grüne Oase in Ottakring

Der Wilhelminenberg

15. Juli 2014 • 16. Ottakring, Grätzltipps, Stadtspaziergänge

Auch Predigtstuhl und Gallitzinberg genannt

Der 16. Bezirk hat mehr zu bieten als die Szene-Brennpunkte Brunnenmarkt und Yppenplatz: am Wilhelminenberg ist ganz abseits von Kunst, Kultur und Szene noch ein wenig von der Zeit zu spüren, zu der Ottakring noch großteils Weideland, und zu der die Anhöhe noch der Sitz von Fürstin Wilhelmine von Montléart war, die dem Berg seinen Namen gab. Auch Predigtstuhl und Gallitzinberg genannt, ist der Wilhelminenberg perfekt für einen Sonntagsausflug, bietet er doch wirklich frische Luft, viel Natur, Sehenswürdigkeiten und Kulinarisches.

 

Weingärten und Laubwald

Erreichen kann man den Wilhelminenberg einfach mit dem Bus oder mit dem Auto, aber auch zu Fuß kann man die nur 449m hohe Anhöhe besteigen: nur etwa eine halbe Stunde benötigt man für den teilweise relativ steil bergauf gehenden Weg von der U3 Station Ottakring zum Schloss Wilhelminenberg, von dessen Park aus sich aber schon ein traumhafter Blick über die darunter gelegenen Weingärten und über ganz Wien bietet.

Das Schloss im Neoempire-Stil wurde 1908 an der Stelle des Jagdschlösschens des Grafen Lascy erbaut und beherbergt heute ein Hotel. Ein besonderer Tipp ist der dortige Sonntagsbrunch, der nicht nur ausgezeichnete Speisen sondern auch eine fantastische Aussicht bietet – wem 35 Euro pro Person allerdings zu viel sind, für den bietet sich etwa die große Wiese vor der daneben gelegenen Jugendherberge als Picknick-Platz für eine selbst mitgebrachte Jause an.

Ein besonderes Highlight dort ist auch die gemütliche Miniaturgolfanlage, die zu der Jugendherberge gehört: für wenig Geld kann man hier in luftiger Höhe dem Bahnengolf nachgehen – nicht viele Leute verirren sich hierher, freie Bahn(en) gibt’s fast immer. Im Winter gibt’s hier zusätzlich zum Weihnachtsmarkt auch den höchstgelegenen – aber sehr kleinen – Eislaufplatz Wiens.

 

Jubiläumswarte

Jubiläumswarte

Jubiläumswarte

Der Aufstieg über die Johann-Staud-Gasse führt übrigens am Ottakringer Friedhof vorbei, der selbst auch einen Blick wert ist, die langen Alleen und die dunklen Grabsteine zwingen fast zur Besinnlichkeit. Ein Stück weiter liegt die Kuffner Sternwarte, die nach wie vor in Betrieb ist und in den Abendstunden auch zum Sterneschauen einlädt.

Wer hingegen noch nicht genug von der Wien-Aussicht hat, der sollte unbedingt zur Jubiläumswarte auf den Gipfel des Berges pilgern oder fahren. Im August 1898 wurde dort anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. ein hölzerner Turm errichtet, seit den 50er Jahren steht an der Stelle ein 31 Meter hoher Betonpfeiler mit Aussichtsplattform, von der aus man an klaren Tagen über weite Teile des Wiener Becken bis zum Leithagebirge und dem Schneeberg blicken kann.

Das dort gelegene Schutzhaus hat leider schon seit Jahren geschlossen, aber wer hungrig ist, der kann ja entweder in einen der urigen Heurigen gehen, die etwas weiter unten im Bezirk liegen, wie etwa die Weinschenke Leitner, oder in der Villa Aurora Platz nehmen.

 

Die Villa Aurora

Villa Aurora Wilhelminenberg

Villa Aurora Wilhelminenberg

Beim Schloss Wilhelminenberg, hinter einer offensichtlich uralten rostigen gusseisernen Pforte, kann man durch Wildwuchs und Geäst eine verträumte alte Villa erkennen – die Villa Aurora, ein Restaurant der besonderen Art. Inmitten eines wildromantischen Gartens samt Teich und Pavillons, steht der Fin de Siècle-Bau, dessen marode Bausubstanz mit viel Lack und Liebe zusammengehalten wird. Ein Blick in die Speisekarte überzeugt ebenso: wie erwartet gibt es hier Spezialitäten aus Ungarn-Österreich, aber alles mit viel Liebe und raffinierter als anderswo. Idealer Ort für ein romantisches Date im Wintergarten, um einfach nur um den Hunger zu stillen, oder um den Wandertag am Wilhelminenberg geruhsam ausklingen zu lassen.

Schloss Wilhelminenberg

Savoyenstraße 2
1160 Wien
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