Wien – Grätzltipps – 18. Währing

Türkenschanzpark Bänke (c) STADTBEKANNT
Türkenschanzpark Bänke (c) STADTBEKANNT

Der Türkenschanzpark – eine grüne Oase

13. Juli 2016 • 18. Währing, Parks & Brunnen

Weitläufige Parkanlage in Währing

Es ist Sommer und die Lust die eigenen vier Wände zu verlassen wird nur noch von dem Drang überragt aus der Sauna, die sich fälschlicherweise Wohnung nennt, zu entfliehen. Nirgendwo anders lassen sich die Temperaturen angenehmer ertragen, als im Park.

Doch es soll nicht um irgendeine Grün-Oase gehen, sondern um die wahrscheinlich schönste unter ihnen, den Türkenschanzpark. Ein Streifzug durch die schönsten Fleckchen im Park, von der Paulinenwarte, den Wasser- und Erlebniswelten, seiner Geschichte bis hin zu seinen kulinarischen Versuchungen.

 

Englischer Landschaftspark

Der Türkenschanzpark zählt zu einem jener Orte in der Stadt, an welchen man Ruhe und Erholung finden kann. Mitten in Wien kann man sich hier zurückziehen und ganz für sich sein. Idyllisch, weitläufig und abgeschieden, das sind die Zuschreibungen, die einem bei der Parkanlage in den Sinn kommen. Was wohl nicht von ungefähr kommt, denn er wurde als englischer Landschaftspark angelegt. An den botanischen Raritäten wie Zierbäumen aus China oder Nordamerika erkennt man auch die Nachbarschaft zur Boku. Eine Besonderheit ist auch, dass viele der Bäume namentlich etikettiert sind. Doch der Park ist nicht nur ein idyllisches Plätzchen zum Seele baumeln lassen, sondern beherbergt auch Christkindlmärkte, Restaurants und einen Volleyballplatz.

Türkenschanzpark (c) STADTBEKANNT

Türkenschanzpark (c) STADTBEKANNT

Urlaub im Türkenschanzpark

Viele WienerInnen verbringen in den Frühlings- und Sommermonaten ihren Stadturlaub im Park: unter den großen alten schattenspendenden Bäumen, wo man sich in Literatur vertieft, oder auf einer der großzügigen Liegewiesen wo gepicknickt, geschlafen und Sonne getankt wird. Außerdem ist das großzügig angelegte Wegenetz ein El Dorado für alle sportlich aktiven BesucherInnen des Parks. Laufen, Radfahren und Inlineskaten.

 

Die Paulinenwarte

Der 23 Meter hohe Aussichtsturm, welcher auch als Wasserspeicher dient, kann nur an wenigen Tagen im Jahr besucht werden, weil er von einem gemeinnützigem Verein betreut wird – den Naturfreunden-Währing. Der wirklich schöne Blick über den Park ist es aber die Mühe wert, die Paulinenwarte an einem dieser seltenen Tage zu erklimmen. Die Paulinenwarte ist von April bis September an einem Wochenende im Monat geöffnet. Wann genau erfahrt ihr hier. Prominente Namensgeberin des Turms ist die Füristin Pauline von Metternich, welche einen Großteil der exotischen Pflanzen bei der Entstehung des Parks spendete. Stilistisch ist die Aussichtswarte an den Baustil der umliegenden Villen angelehnt, die anno dazu mal vom Wiener Cottage Verein Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden.

Paulinenwarte (c) STADTBEKANNT

Paulinenwarte (c) STADTBEKANNT

Wasser- und Erlebniswelten im Park

Einen besonderen Reiz üben die im Park befindlichen Springbrunnen, künstlich angelegten Bäche und Teiche schon seit seiner Gründung auf die WienerInnen aus. Nach und nach kamen immer wieder neue Sehenswürdigkeiten wie das Geschenk des türkischen Botschafters als Zeichen der Freundschaft zwischen Wien und der Türkei, der Yunus-Emre-Brunnen, hinzu (Ecke Feistmantelstraße/Dänenstraße), welcher seit 1991 Teil des Parks ist. Kurz vor der Jahrtausendwende 1999 wurde eine 2.500 Quadratmeter große Freizeitwelt mit einer Beach-Volleyballanlage, Streetball-, Basketball- und Skateanlagen eröffnet.

Türkenschanzpark Brunnen (c) stadtbekannt.at

Türkenschanzpark Brunnen (c) stadtbekannt.at

Über die Geschichte des Parks

Die Namensgebung des Türkenschanzpark ist mit der zweiten Türkennbelagerung verknüpft. Auf dem heutigen Gelände des Naherholungsgebiets sollen sich anno 1683 Teile des türkischen Heers auf diesem Gebiet verschanzt haben. Der Park wurde ursprünglich etappenweise in zwei Teilen angelegt. Der ältere Teil wurde auf Anregung des Architekten Heinrich von Ferstel aus privaten Mitteln finanziert und 1888 noch als Teil der Vorstadt eröffnet. Der neuere Teil wurde 1910 vom damaligen Bürgermeister eröffnet und vom Stadtplaner Heinrich Goldemund geplant. Bis 1918 war der Türkenschanzpark die größte städtische Parkanlage Wiens.

Türkenschanzpark Denkmäler (c) stadtbekannt.at

Türkenschanzpark Denkmäler (c) stadtbekannt.at

Denkmäler im Türkenschanzpark

Natürlich ist die Parkanlage auch reich an Denkmälern, wie jenes zu Ehren des Dichters Adalbert Stifter und den Komponisten Franz Marschner und Emmerich Kálmán. Das jüngste Denkmal ist das Kosakendenkmal, das von der ukrainischen Botschaft 2003 gestiftet wurde. Dieses sorgte schon bei seiner feierlichen Eröffnung für Diskussionsstoff. Das Kosakendenkmal bot dahingehend Diskussionsstoff, dass die Wiener ohnehin schon seit dreihundert Jahren mit der Aufarbeitung der Türkenbelagerung beschäftigt sind und hier mit gängigen Klischees gespielt wird.  Es setzt sich aus zwei Bronzestatuen zusammen: Einem Pfeife rauchendem Krieger und dem nebenstehendem grasendem Pferd.

(c) STADTBEKANNT

Wasserfontäne  Türkenschanzpark (c) STADTBEKANNT

Kulinarische Versorgung

Auch für kulinarische Verköstigung wird gesorgt, wie in der Meierei Diglas im Türkenschanzpark, wo traditionelle österreichische Küche auf den Tisch kommt. Die Mittagsmenüs sind günstig und gut. Im Gastgarten des Restaurants hat man einen wirklich schönen Blick ins Grüne und kann sich dort eine kleine Verschnaufpause gönnen. Gefrühstückt wird hier übrigens bis 11:30 Uhr.

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