Was ist los mit unserem Land?

Wandgemälde 1160 Wien (c) STADTBEKANNT

„Fachkräftemangel“ hat Hochkonjunktur

Im Alter werden wir glücklicher, das zeigt eine Studie der Orb Media. Und: Die Zufriedenheit steigt besonders mit dem Eintritt in den Ruhestand an. So gesehen wurden mit Beginn des Jahres 2019 ungefähr zehn Prozent unserer ÄrztInnen zwangsbeglückt. Praktizierende MedizinerInnen, die das 70. Lebensjahr überschritten haben, verloren mit 1. Jänner ihre Verträge, um NachwuchsärztInnen eine Chance auf eine Kassenstelle zu bieten.

Soweit so gut – bedacht hatte man aber nicht, dass es in der Peripherie immer schwieriger wird Jungärzte anzuwerben. Etliche ausgeschriebene Stellen blieben bisher ohne Bewerber. Ausnahmeregelungen sollen nun plötzliche Engpässe vermeiden. Kassenverträge können in diesen Fällen um bis zu fünf Jahren verlängert werden.

Die Ausläufer der Babyboomer

Ein Dilemma, das im Vorjahr dem Modewort „Fachkräftemangel“ eine Hochkonjunktur einbrachte und tatsächlich für zahlreiche Berufsgruppen bereits Realität ist. Die Landflucht und der Abgang der Babyboomer-Generation in Richtung Pension würden dem österreichischen Arbeitsmarkt zum Verhängnis werden, warnt der WKO-Chef Harald Mahrer.

Betriebe suchten also händeringend nach Lehrlingen und fanden diese oft in jungen AsylwerberInnen. Eine Win-Win-Win Situation – könnte man meinen. Für die Betriebe, die von nun an Arbeitskräfte haben, für Asylwerber, die nicht nur in die Arbeitswelt, sondern auch in ihr Umfeld integriert werden und nicht zuletzt für den Staat, der nicht mehr für die Grundversorgung aufkommen muss und zusätzlich von Sozialversicherungsabgaben profitiert. Eine Studie des Sozialressort Oberösterreich hat ermittelt, dass so allein in Oberösterreich 2,16 Millionen Euro eingespart werden konnten.

Siegeszug der Hirnlosigkeit

Doch damit ist jetzt Schluss. Asylwerber bekommen keine Lehrstellen mehr, die sonst keiner haben möchte und auch jene, die bereits in Ausbildung sind, droht die Abschiebung. Wo sonst das Einsparungsdiktat als Durchschlagsargument für die Abschaffung von sozialer Sicherheit gilt, setzt sich in diesem Fall doch die Identitätspolitik durch. Letztlich ist es also nicht das Altern unserer Gesellschaft, sondern die Herz- und Hirnlosigkeit unserer Regierung dem Arbeitsmarkt zum Verhängnis werden.

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