Wien – Unnützes Wienwissen

Schnackseln wie ein echter Wiener - Tschurifetzn (c) STADTBEKANNT Patricia Fontanesi
Schnackseln wie ein echter Wiener - Tschurifetzn (c) STADTBEKANNT Patricia Fontanesi

Unnützes SexWissen

8. Dezember 2017 • Unnützes Wienwissen, Wienerisch

Lustige, skurrile und verstörende Fakten über die Wiener Lust

Wien war schon immer eine Stadt, in der Lebenslust und Sinnesfreuden groß geschrieben werden – damals wie heute. Welche Kuriositäten über die Jahrhunderte zutage traten, gilt es in diesem Kapitel zu entdecken!

 

Liederlich

Um nicht als Prostituierte verhaftet zu werden, tarnten sich im Wien der Jahrhundertwende viele Vorstadt-Dirnen mit Notenblättern in der Hand. So konnten sie bei einer Polizeikontrolle behaupten, sie seien Sängerinnen – und das war ja schließlich nicht verboten.

 

Gestiefelte Dame

Die Wiener Volkssängerin Emilie Turecek (1848-1889) alias „Fiaker-Milli“ machte nicht nur mit ihren schlüpfrig-humorvollen Liedern Wien unsicher, sondern imponierte auch mit ihrem für damals ungewohnt sexy Auftreten: Bevorzugt trug sie ein Reitkostüm mit kurzer Hose, inklusive Gerte und und Stiefeln. Für dieses eigentlich untersagte „Tragen von Männerkleidung“ musste sie sich eine polizeiliche Bewilligung holen.

 

Kondome anno dazumal

Einst bestanden Kondome nicht aus Kautschuk, sondern aus Schafsdärmen oder Fischblasen. Da sie sehr teuer waren, wurden sie immer wieder verwendet – nach gründlicher Wäsche und Trocknung, versteht sich. Das erste Gummi-Kondom erfand übrigens der Amerikaner Charles Goodyear (1800-1860), dem wir auch die Gummi-Autoreifen verdanken. Das Pilotprodukt war dank Längsnaht und rund 2 mm Dicke allerdings eher unbequem.

 

Verjüngt?

Der Vorarlberger Arzt Eugen Steinach (1861-1944) meinte, mittels Unterbindung des Samenleiters (Sterilisation) den männlichen Alterungsprozess verzögern zu können. Berühmte Patienten dieser „Verjüngungskur“: Der Wiener Psychiater Sigmund Freud und der irische Dichter W. B. Yeats. Auch Hodentransplantationen – unter anderem mit Affenhoden – wurden zu der Zeit gemeinhin als Verjüngungskur beworben.

 

Sexy Schule

Junge Männer und Frauen zu perfekten Liebhabern und wahren Könnern im Bett ausbilden – das war das Ziel der Austrian International School of Sex (AISOS). Die stolze Studiengebühr: 1.400,- Euro pro Semester. Die Lehrinhalte: praxis- und hautnah wie nur was. Eigentlich schade, dass der sexy Lehrgang nie real existierte, sondern „nur“ eine geschickt medial verbreitete Protestaktion gegen zu niedrige Pensionen war.

 

Hurensohn

Der Babenberger Herzog Leopold V. ließ nicht mit sich spaßen, was den Gebrauch derber Worte angeht: Wer im 12. Jahrhundert einen anderen einen „Hurensohn“ schimpfte, musste mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.

 

Gutes Geschäft

Im 15. Jahrhundert war es üblich, dass Dirnen bei Staatsbesuchen und königlichen Empfängen hübsch gekleidet Blumen streuten, Getränke servierten und sich auch anders-wertig um das leibliche Wohl der Gäste kümmerten. Für die Entlohnung in Form von Kleidern, Perlen oder Geld kam die Stadt Wien großzügig auf.

 

Narrenkötterl

Wer sich im Wien des 16. und 17. Jahrhunderts daneben benahm und bei Raufhandel, Trunkenheit oder „Unzucht“ ertappt wurde, wurde öffentlich in einen metallenen Käfig namens „Narrenkötterl“ gesperrt und anschließend vom Mob mit Unrat beworfen. Besonders oft erwischte es Prostituierte und junge Mädchen.

 

Sünden im Beichstuhl

Um die gängige Praxis zu unterbinden, dass Prostituierte Kapellen und Beichtstühle „geschäftlich“ nutzten, ließ Maria Theresia diese geistlichen Räumlichkeiten bei Einbruch der Nacht absperren.

 

Ausgetrickst

Kaiserin Maria Theresia unterstand eine sogenannte „Keuschheitskommission“, die per Bespitzelung über die Sittlichkeit der Bevölkerung wachte und Übeltäter einer strengen Strafe überführte. Kein Wunder, dass es in diesem System auch ordentlich korrupt zugehen konnte: So kam es öfters vor, dass sich ein Keuschheitskommissar mit einer Dirne verbündete. Die Dirne verführte einen wohlhabenden Freier, der Kommissar ertappte in flagranti und erpresste, der Freier zahlte, um seinen Ruf zu wahren, der Erlös wurde zwischen Kommissar und Dirne aufgeteilt. Perfide!

 

Im Auftrag Ihrer Majestät

… Leopold II. spionierten zu Beginn des 19. Jahrhunderts zahlreiche Dirnen. Sie entlockten der Krone missliebigen Personen die intimsten Geheimnisse – und standen dafür auf der Gehaltsliste der „geheimen Polizei“, der habsburgischen CIA.

 

A so a Strizzi!

Den Zuhälter des 19. Jahrhunderts, bekannt unter Namen wie „Strizzi“ oder „Strawanzer“, erkannte man am einschlägigen Style: eingefettetes Haar, Schirmkapperl, gestreifte Krawatte und blaue Schürze.

 

Hotel Orient

Viele Wiener Hotels, die feinsten nicht ausgenommen, verdienten sich mit der Vermietung von Zimmern an käufliche Damen oder liebeshungrige Paare ein Zubrot. So auch das Sacher. Berühmt-berüchtigt und bald nur noch auf diesen Daseinszweck beschränkt etablierte sich am Tiefen Graben das Hotel Orient als Luxus-Stundenhotel.

 

Wiener Sexmuseum

Amsterdam hat drei, Prag und Venedig haben je eines. Die Rede ist von Sexmuseen, also Ausstellungsräumlichkeiten, die sich voll und ganz der Erotik in all ihren Facetten widmen. Auch Wien hatte einmal ein Sexmuseum. Anders als das „Phallusmuseum“ im isländischen Reykjavik, das immer noch geöffnet ist, musste es allerdings 1995 endgültig seine Pforten schließen.

 

Schatz, ich liebe deine Schwester

Kaiser Joseph II. liebte seine Gattin Isabella von Parma. Diese jedoch fühlte sich eher zu ihrem Geschlecht hingezogen und unterhielt eine innige Affäre mit Josephs Schwester Maria Christina. In Liebesbriefen vergötterten sich die Aristokratinnen gegenseitig. So schrieb Isabella an Maria Christina: „Allerliebster Schatz (…) ich küsse dein erzenglisches Arscherl…“ Elegant!

 

Musikalischer BH

Eigentlich sind BHs ja dazu da, um die weibliche Brust zu stützen – dass sie aber durchaus auch musikalisch sein können, beweist jenes Modell der japanischen Firma Sakoda, das 1991 anlässlich des 200. Todestages von Wolfgang Amadeus Mozart erschien. Öffnet man nämlich den BH-Verschluss, ertönt aus integrierten Mikrolautsprechern „Eine kleine Nachtmusik“ … Wirklich romantisch.

 

Unnützes Wissen

Es gibt nichts nützlicheres als unnützes Wissen. Wir müssen es ja wissen – wir haben schon einige unnütze Bücher herausgebracht.

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