Wien – Grätzltipps – 16. Ottakring

Friedhof Ottakring (c) STADTBEKANNT
Friedhof Ottakring (c) STADTBEKANNT

Unnützes OttakringWissen – Makaber aber wahr!

18. Februar 2018 • 16. Ottakring, Unnützes Wienwissen

Makabere Kleinigkeiten

Wie so vieles in Wien hat auch Ottakring seine düsteren, morbiden, grausamen und unzulänglichen Seiten. Welche schauderlichen Dinge sich im 16. schon abgespielt haben, kann hier nachgelesen werden …

 

Auf Knochen gebaut?

Im 17. und 18. Jahrhundert wütete in Ottakring die Pest, und der Ottakringer Friedhof platzte aus allen Nähten. Aus diesem Grund wurde 1713 ein neuer Seuchenfriedhof auf dem Gebiet zwischen heutiger Gaullachergasse und Friedmanngasse angelegt, der bis zu seiner Verlegung auf die Schmelz 1832 bestand. Heute stehen hier Häuser – ob die Bewohner wohl von den verbliebenen Pestopfern unter ihren Grundmauern wissen?

 

Explosiv I

Am 6.6.1908 kam es in der Zelluloidwarenfabrik Sailer in der Roseggergasse 16 zu einer gewaltigen Explosion: Beim Hantieren mit dem hoch brennbaren Material war ein Fehler passiert. Eine schwarze Grabstele am Ottakringer Friedhof erinnert noch heute an die 15 Arbeiter, die bei der Zelluloid-Katastrophe ums Leben kamen.

 

Explosiv II

Im Jänner 2014 kamen beim sogenannten “Handgranatenmord” in der Odoakergasse zwei Männer in einem BMW ums Leben. Nachdem der Mörder einen der beiden Männer im Wagen erschossen hatte, warf er eine Handgranate ins Wageninnere, schloss die Tür und tötete damit den zweiten. Das Motiv: Unstimmigkeiten bei zwielichtigen Geschäften.

 

Der unverurteilte Kindermörder

Der NS-Arzt Heinrich Gross war während des zweiten Weltkrieges Leiter der Euthanasieabteilung” am Spiegelgrund (heute: Otto-Wagner-Spital) und folterte und ermordete mit seinen Angestellten hunderte Kinder. Dennoch schadete das seiner Karriere kaum. Schon 1955 wurde er wieder als Arzt angestellt, später arbeitete er als Gerichtsgutachter und erhielt eine stattliche Pension. Erst 1997 kam es zum Strafverfahren wegen Mordes – da er jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits dement war, wurde das Verfahren eingestellt. Die sterblichen Überreste seiner zahlreichen, unschuldigen Opfer wurden erst 2002 am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

 

Der schwarze Tod

Als im Jahr 1656 der Ottakringer Bach über seine Ufer trat, verwandelte sich das stehende Wasser rasch in eine infektiöse Kloake. Die Pest brach aus und tötete rund ⅕ der gesamten Ottakringer Bevölkerung.

 

Missbrauch mit System

Zwischen 1961 und 1977 wurde das Schloss Wilhelminenberg als Heim für Sonderschülerinnen genutzt. 2011 wurde publik, dass die Kinder dort systematisch missbraucht und für Sex verkauft worden worden waren. Um Entschädigungen wird immer noch vor Gericht gekämpft.

 

Feuersbrunst

1835 wurden 52 der 82 Häuser Ottakrings durch einen Brand zerstört – nur 30 Häuser und die Kirche blieben von den Flammen verschont.

 

Unterwegs in Ottakring

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