Stadtspaziergang durch die Donaustadt.

Unser Spaziergang durch die Grätzel Hirschstetten und Breitenlee führt uns in Wohnhausanlagen mit viel Kunst am Bau, durch Blumenmeere und ins kühle Nass.

Der Gemeindebau als „Galerie“

Von der Bahnstation Wien Hirschstetten spazieren wir zur Quadenstraße, wo sich die erste Wohnhausanlage – der Rudolf-Huber-Hof – befindet, die wir erkunden wollen. Der Komplex mit seinen 740 Wohnungen entstand am Ende der 1960er Jahre und ist eines der vielen kommunalen Wohnbauprojekte, die in dieser Zeit an den erschlossenen Stadtrandgebieten verwirklicht wurden. Im Jahr 1969 wurde übrigens die hunderttausendste Wohnung seit Ende des Zweiten Weltkriegs fertiggestellt.
Im parkähnlichen Innenhof des Rudolf-Huber-Hofes verbirgt sich bei Sträuchern und unter Bäumen die Natursteinplastik „Mutter mit Kind“ von Georg Zauner. Für die 37 Hauseingänge haben verschiedene Künstler/innen Hauszeichen gestaltet, die farbenfrohe Akzente setzen.

Rudolf-Huber-Hof Eingang (c) STADTBEKANNT
Rudolf-Huber-Hof Eingang (c) STADTBEKANNT

Ein Weltraumpionier aus Hirschstetten

Wieder zurück auf der Quadenstraße, machen wir einen Abstecher in den Friedhof Hirschstetten, wo der in Hirschstetten geborene Pionier der Raketentechnik Guido von Pirquet (1880-1966) seine letzte Ruhestätte fand. Pirquet, nach dem auch ein Mondkrater benannt wurde, hat Flugbahnen für Raumsonden zu unterschiedlichen Planeten berechnet – jene zur Venus, die er 1928 veröffentlichte, wurde 1961 von der ersten sowjetischen interplanetaren Sonde zur Venus exakt so benutzt.

Friedhof Hirschstetten (c) STADTBEKANNT Preindl
Friedhof Hirschstetten (c) STADTBEKANNT Preindl

Hier blüht man auf!

Wir bleiben auf dem Boden und wandern weiter zu den Blumengärten Hirschstetten. Hier gibt es bei freiem Eintritt und auf 60.000 Quadratmetern Wunderbares aus Flora und Fauna zu entdecken! Es wurden neben länderspezifischen Gärten wie dem indischen oder mexikanischen Garten auch Themengärten wie ein TCM-Garten oder ein Urzeitgarten angelegt. Im Palmenhaus kann man unter anderem ein farbenprächtiges Chamäleon beobachten, während Vögelchen um einen herumfliegen. Auch im Schildkrötengarten und beim Wildkatzengehege erlebt man Tierisches. Möglichkeiten zur Einkehr bieten das Gartencafé und das Schutzhaus am Seerosenteich sowie der originale Weinviertler Bauernhof, den man 2007 im niederösterreichischen Spannberg abtrug und hier wieder aufbaute. Wir könnten also den ganzen Tag hier verbringen, hätten wir nicht noch einiges vor.

Blumengärten Hirschstetten Blumen (c) STADTBEKANNT
Blumengärten Hirschstetten Blumen (c) STADTBEKANNT

Fortsetzung Galerie Gemeindebau

In der Ziegelhofstraße 32 bis 34 erhebt sich erneut eine Wohnhausanlage mit künstlerisch gestalteten Hauszeichen (diesmal von Harun Ghulam Barabbas und Erna Frank): der Franz-Karl-Effenberg-Hof. Auch er wurde wie der Rudolf-Huber-Hof von Oskar Payer und dessen Sohn Peter Payer geplant. Die beiden Architekten setzten sich die Verbesserung der Wohnkultur zum Ziel – gemeinsam planten sie tausende Wohnungen für die Stadt Wien. Auf der Grünfläche vor der Stiege 6 wurde eine von Walter Auer geschaffene Plastik aufgestellt, die den Titel „Begegnung“ trägt.

Begegnung (c) STADTBEKANNT Preindl
Begegnung (c) STADTBEKANNT Preindl

Eine weitere städtische Wohnhausanlage mit zahlreichen T-förmigen Wohnblöcken findet man in der Ziegelhofstraße 36. Der Anfang der 1970er-Jahre und ebenfalls von Oskar Payer geplante Karl-Kautsky-Hof wurde in den Jahren 2002 bis 2006 saniert und erfuhr eine ästhetische Aufwertung durch die Kolorierung der Bauteile sowie die riesigen Nummern der Stiegen an den jeweiligen Fassaden. Zudem gestalteten Studierende der Akademie der bildenden Künste die Hausdurchgänge. An der Ecke Ziegelhofstraße/Berresgasse befindet sich wiederum eine Natursteinplastik, nämlich „Mächtige Formen“ von Hannes Turba.

Karl-Kautsky-Hof Mosaik (c) STADTBEKANNT
Karl-Kautsky-Hof Mosaik (c) STADTBEKANNT

Auf einen Sprung ins kühle Nass

Wir wechseln die Straßenseite und stürzen uns in die Fluten. Der Ziegelhofteich bzw. Badeteich Hirschstetten ist ein sehr hübscher und daher auch besonders beliebter Naturbadeplatz, wo es auch eine Babybucht mit Sand und eine Hundezone gibt. Im Restaurant LAGUNA kann man sich nach dem Wasserspaß stärken, entspannen kann man auf der großen Liegewiese.

Restaurant LAGUNA (c) STADTBEKANNT
Restaurant LAGUNA (c) STADTBEKANNT

Projekt Stadtquartier Berresgasse

An der Berresgasse wird bis zum Jahr 2022 ein neues Quartier entstehen, mit unter anderem einem von Nerma Linsberger entworfenen „Gemeindebau NEU“. Alle 229 Wohnungen sollen mit einem Balkon oder einer Loggia ausgestattet sein, außerdem sind begrünte Gemeinschaftsterrassen geplant. Das Projekt Bildungscampus Berresgasse ist hingegen schon fast abgeschlossen und wird ab September für die Bildung und Betreuung von rund 1.100 Kindern genutzt.

Am Schluss unserer Tour stehen noch zwei Einkehrmöglichkeiten zur Auswahl: Das türkische Restaurant Berres in der Berresgasse 2 oder das Gasthaus Hansi Breitenlee in der Quadenstraße 83 mit traditioneller Wiener Küche – wie man sich auch entscheidet, eine gute Verköstigung ist in beiden garantiert.

Wo wir waren

Rudolf-Huber-Hof
Quadenstraße 6-8

Friedhof Hirschstetten
Quadenstraße 11

Blumengärten Hirschstetten
Quadenstraße 15

Franz-Karl-Effenberg-Hof
Ziegelhofstraße 32-34

Karl-Kautsky-Hof
Ziegelhofstraße 36

Ziegelhofteich (Badeteich Hirschstetten)

Restaurant LAGUNA
Ziegelhofstraße 66

Projekt Stadtquartier Berresgasse
Berresgasse

Restaurant Berres
Berresgasse 2

Gasthaus Hansi Breitenlee
Quadenstraße 83

Newsletter abonnieren

Keine Bewertungen.

Bewertung “In der Donaustadt: Flower Power, Wasserspaß und Wohnhausgalerien”

Deine Bewertung
Deine Bewertung