Es ist stadtbekannt: Im Siebten lässt es sich ganz wunderbar bummeln!

Auf unserer Strecke von der U-Bahn-Station Burggasse bis zur U3 Neubaugasse reihen sich stylische, hippe Stores (hier geht wohl keine/r ohne neues Teil nach Hause!) an Gebäude mit Geschichte und exotische Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten.

Immer der Nase nach!

Und wir starten gleich mit einer kleinen Genussexpedition: Im Prosi Supermarkt in der Kandlgasse 46 werden um die 8000 Produkte aus über 60 Ländern feilgeboten, von denen man sich zu exotischen Gerichten inspirieren lassen kann. Beim Verlassen des Geschäfts liegt ein verführerischer Essensduft in der Luft, also der Nase nach! Vis-à-vis finden wir die Quelle: das Prosi India Restaurant, eine gute Adresse für süd- und nordindische Küche. Die obligatorische Melange trinken wir dann im gemütlichen Café Journal in der Kaiserstraße, wo es für die weniger Experimentierfreudigen auch typische Wiener Küche gäbe.

Prosi India Restaurant (c) STADTBEKANNT
Prosi India Restaurant (c) STADTBEKANNT

BBQ oder Borani oder beides?

Über die Westbahnstraße geht es weiter zur Ecke Zieglergasse. The Brickmakers öffnet seine Tore wochentags erst am Nachmittag, doch der Smoker ist bestimmt schon an, denn hier wird feinstes, langsam gegartes BBQ serviert. Am Berliner Döner steht man wie immer Schlange. Diese lassen wir hinter uns und gehen vor bis zur Zieglergasse 33. An der Biedermeierfassade entdeckt man ein Relief des Schriftstellers Emil Ertl, der am 11. März 1860 in diesem Haus geboren wurde. Sein Vater war Seidenfabrikant, wie in dieser Gegend viele gewohnt und gearbeitet haben, so auch gegenüber im hübschen lichtblauen Gebäude mit der Nummer 32. Mit dem Noosh in der Zieglergasse 29 bietet sich erneut eine Gelegenheit, in eine andere kulinarische Welt einzutauchen, diesmal in die afghanische Küche! Die Spezialitäten von Borani bis Firni werden hier in einem sehr freundlichen Ambiente gereicht.

Haus Emil Ertl (c) STADTBEKANNT Preindl
Haus Emil Ertl (c) STADTBEKANNT Preindl

Über die Seiden- und Hermanngasse in die Westbahnstraße

Wir biegen in die Seidengasse ein – nach den ehemaligen umliegenden Seidenfabrikations- und verarbeitungsstätten benannt –, begutachten kurz die aparten „Rollover“-Kreationen in den Fenstern des Ateliers von KINDL und steuern dann die Hermanngasse an. Hier erregt ein Kontrast unsere Aufmerksamkeit: Ein von Rudolf Münch geplanter und im Jahr 1967 errichteter, grauer und schlichter Gemeindebau steht einem von Ernst Epstein entworfenen, strahlend weißen Jugendstilgebäude gegenüber.

Gemeindebau (c) STADTBEKANNT
Gemeindebau (c) STADTBEKANNT

Im nett eingerichteten Zweitkleid7 kann man sich mit qualitativ hochwertigen Secondhand-Klamotten einkleiden oder Accessoires und andere Besonderheiten erwerben. Gleich nebenan hat man sich auf Pfeffermühlen spezialisiert – inzwischen hat WAUWAU aber auch Chili- und Muskatmühlen in sein stylishes Repertoire aufgenommen. Nun weiß man nicht, ob man die Westbahnstraße links oder rechts hinunter gehen soll, denn auf beiden Seiten gibt es attraktive Geschäfte, die einen Besuch wert sind.

Tipple Topple

Ist man trotz der vielen verlockenden Einkaufsmöglichkeiten bis zur Ecke Westbahnstraße/Neubaugasse vorgedrungen, steht man vor einem Ende der 1950er-Jahre entstandenen Gemeindebau mit einem großen Terrakottarelief, das einen Spielmann und Kinder zeigt. Ursprünglich befand sich hier eine Spielzeugfabrik des 1873 von Emil Pfeiffer gegründeten Unternehmens, das für seine sogenannten Tipple Topple-Figuren bekannt war.

Gemeindebau mit einem großen Terrakottarelief (c) STADTBEKANNT
Gemeindebau mit einem großen Terrakottarelief (c) STADTBEKANNT

Shopping in historischen Gebäuden

Wer gerne shoppt, kann sich in der Neubaugasse erneut richtig austoben und findet in den zahlreichen Geschäften von der Mühlbauer Hutmanufaktur über INA KENT bis zu Ramsch & Rosen bestimmt ein neues Lieblingsstück. Doch es lohnt sich, den Blick zwischendurch auch einmal über die Schaufenster nach oben zu lenken. Zum Beispiel in der Neubaugasse 16, wo man neun kleine Reiterfiguren sieht, die die Namensgeber des Hauses aus dem frühen 19. Jahrhunderts darstellen: „Zu den neun Kurfürsten“. Interessant ist auch die Architektur der Nummer 10, das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus „Duldner & Deutsch“ wurde nach Plänen von Leopold Fuchs im sezessionistischen Stil erbaut. Hundert Meter weiter verschluckt uns schließlich das Treiben auf der quirligen Mariahilfer Straße.

Wo wir waren

Prosi Exotic Supermarket
Kandlgasse 46

Prosi Indian Restaurant
Kandlgasse 44

Café Journal
Kaiserstraße 56

The Brickmakers
Zieglergasse 42

Berliner Döner
Zieglergasse 33A

Biedermeierhaus
Zieglergasse 33

Wohn- und Geschäftshaus von Seidenfabrikanten
Zieglergasse 32

Noosh
Zieglergasse 29

KINDL Atelier
Seidengasse 10

Wohnhaus der Gemeinde Wien
Hermanngasse 9

Jugendstilgebäude (Junghans)
Hermanngasse 8

Zweitkleid7
Hermanngasse 13

WAUWAU
Westbahnstrasse 7 / Ecke Hermanngasse

Wohnhausanlage der Gemeinde Wien
Westbahnstraße 1

„Zu den neun Kurfürsten“
Neubaugasse 16

Ehemaliges Wohn- und Geschäftshaus „Duldner & Deutsch“
Neubaugasse 10

Newsletter abonnieren

Keine Bewertungen.

Bewertung “Bummel durch den Siebten”

Deine Bewertung
Deine Bewertung