Der Plattenladen als Begegnungszone

1987 haben Werner und Doris Schartmüller den Rave Up aufgesperrt, weil sie zu viele Platten im Schrank hatten. Letztes Jahr ging es für die beiden in die verdiente Pension. Der Rave Up existiert noch immer und bürgt weiterhin für Qualität.

In der Kategorie Plattenladen gibt es in Wien mehr als genug, oder zumindest mehr als man denkt. Der Rave Up in der Hofmühlgasse im 6. Bezirk ist nach über 30 Jahren eine Wiener Institution und hebt sich auch sonst von der Konkurrenz ab. Die selbsternannten Spezialisten für alle Genres (siehe Shop Front), stellen sich nämlich auch tatsächlich als solche heraus und räumen mit so manchem Klischee auf. Wer Plattenläden nur aus Filmen, oder Büchern wie Nick Hornby´s High Fidelity kennt, wird positiv überrascht sein. Denn die Leute vom Rave Up wissen viel, begegnen ihren Kunden aber immer auf Augenhöhe. Im Rave Up selbst betont man immer wieder ein sozialer Ort zu sein. Das bekommt man bei jedem Besuch zu spüren, egal ob man Platten-Neuling, oder Sammler ist.

[caption id="attachment_133676" align="alignnone" width="1000"]Rave Up Records (c) STADTBEKANNT Setzger Rave Up Records (c) STADTBEKANNT Setzger[/caption]

Anstatt sich einzuschränken, setzt man beim Rave Up auf Diversität, was sich sowohl in den Regalen, also auch bei den Kunden widerspiegelt. So kann es leicht passieren, dass der junge Hip-Hop-DJ mit dem Punk-Veteranen aus Übersee (auf der Suche nach österreichischem Punk der 1970er) über Nick Cave diskutiert. Die Wahrscheinlichkeit ist jedenfalls hoch, dass am Ende beide zufrieden das Geschäft verlassen. Denn in den meisten Fällen bekommt jeder, was er oder sie braucht. Und falls man doch einmal nicht fündig wird, sind sich die Mitarbeiter auch nicht zu gut an die Konkurrenz zu vermitteln – gibt’s ebenso wie die Platten im Rave Up, nicht überall.

[caption id="attachment_133675" align="alignnone" width="1000"]Rave Up Records (c) STADTBEKANNT Setzger Rave Up Records (c) STADTBEKANNT Setzger[/caption]

Doch um diesen Fall eintreten zu lassen, muss man sich tatsächlich sehr anstrengen. Auf den gut 50m² findet man, gut sortiert, Neuerscheinungen, Klassiker und natürlich auch Raritäten. Genregrenzen gibt es hier wie erwähnt nicht. Hier gibt es alles von Indie über Hip-Hop, Electronic, Soul und Jazz bis Punk, Blues und Rock im weitesten Sinne, von hiesigen, als auch von internationalen Künstlern. Neben Schallplatten und CDs können im Rave Up übrigens auch Fachliteratur und Poster erworben werden und falls man es mal nicht in das Geschäft schaffen sollte, versorgt einen das Rave Up Team auch gern über den Postweg, oder erinnert zweimal pro Monat per Newsletter an die aktuellen Neuerscheinungen und anstehende Konzerte. Man merkt also schon, Kundenservice wird hier großgeschrieben.

STADTBEKANNT meint

Wer auf der Suche nach einem Plattenladen mit kompetenten Mitarbeitern und freundlicher Atmosphäre ist, kann seine Suche nun beenden. Sei es um die ausgefallene Sammlung zu erweitern, gänzlich neu in die Welt der Schallplatten einzutauchen, oder sich einfach über Musik auszutauschen, im Rave Up ist jeder willkommen und kommt gewiss auf seine Kosten.

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