Lokalführer – Bar / Pub

Schwarze Rabe Gasthaus (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Schwarze Rabe Gasthaus (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Schwarzer Rabe

18. Juni 2018 • Bar / Pub, Wienerisch

Während sich hier vor hundert Jahren ein Rebhuhn niedergelassen hat, ist heutzutage der Schwarze Rabe nach Ottakring geflogen, um in dem irisch-wienerischen Pub-Beisl bei mystischer Stimmung auf Bier und Burger einzuladen!

 

Grätzelbekannt

Es gibt Gegenden in Wien, da würde man niemals zum Ausgehen hinfahren, es sei denn man wohnt dort; zum Beispiel im Grätzel rund um die U-Bahn Station Ottakring. Dass ich den Schwarzen Raben rezensieren sollte, kommentiere ein dort ansässiger Bekannter nur mit: „Aber wieso?“ „Ja, weil Stadtbekannt eben nicht nur die hippen, neuen Lokale in Betracht zieht, sondern den Blick auch darüberhinaus schweifen lässt.“

Schwarze Rabe Eingang (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Schwarze Rabe Eingang (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Lokalfusion

So landete ich an einem warmen Frühlingsabend also in einem Ottakringer Ecklokal, in dem schon seit über 100 Jahren Gastronomie betrieben wird. Damals hieß es Rebhuhn, heute Schwarzer Rabe. Während es sich im Schani-Garten wie ein Balkan-Urlaub anfühlt, kommt drinnen die Frage auf, ob man hier in einem Wiener Beisl oder ein Irisches Pub steht?

 

Kammer des Treffens

So düster wie des Rabens Fell ist auch die Einrichtung des urigen Lokals. Schwarz und Braun dominieren, was die Farben anbelangt, Holz und Leder sind die Materialien. Der dunkle Boden hält hier wohl schon seit 1905 kleineren und größeren Gelagen stand, die Wände sind vertäfelt und im hintersten Raum verstärkt ein Gewölbe aus Ziegelstein noch zusätzlich die düstere Atmosphäre. Fast könnte man meinen, dass sich hier auserwählte Hexer in schwarzen Umhängen zum wöchentlichen Verschwörungstreffen zusammenfinden.

 

Kosten, Raten, Speisen

Ob dem wirklich so ist, konnte ich nicht herausfinden, wohl aber, dass man hier regelmäßig Whiskey verkosten, sein Wissen beim Pub Quiz testen und als Mittelalter-Fan beim viergängigen Ritteressen oder als Fleischliebhaber am „All you can eat – Ripperlessen“ teilnehmen kann. Die normale Speisekarte hält Toasts, die beliebten Burger, Salate und einfache Hauptspeisen, wie Schnitzel, Gulasch oder Specklinsen bereit. Der Veggie Toast war ok, zum Essen würde ich jetzt aber nicht vorrangig kommen.

Schwarze Rabe (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Schwarze Rabe (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Bier, Bier, Bier

Dann doch schon eher zum Biertrinken; des Preises und der Auswahl wegen. Zunächst gäbe es da ein eigenes Bier, das in der hauseigenen Brauwerkstatt produziert wird. Das Roggenbier ist wohl auch noch nicht so verbreitet, genauso wenig wie das dunkle Kozel. Das Guiness bestätigt den Eindruck nach dem irischen Pub, während man mit dem Hadmar Bio Bier wieder in Österreich wäre. Ergänzend dazu gibt’s etwa Anti-Alkoholisches, weißen Spritzer, Cider und eben auch Whiskey. Nichts desto trotz, ist es wohl das Bier, weshalb man in den Schwarzen Raben kommt und womöglich auch, wegen der ausgesprochen freundlichen Bedienung; vermutlich aber vor allem deshalb, weil die Grätzelbewohner hier unter sich bleiben können.

 

STADTBEKANNT meint

Dass Ottakring kulinarisch nicht nur aus dem Yppenplatz besteht, sondern auch außerhalb dessen auf vor allem historische Lokale blicken kann, beweist etwa der Schwarze Rabe, der hier vor 100 Jahren als Rebhuhn gelandet ist. Das urige Lokal ist eine Mischung aus Pub und Beisl und bietet vor allem eine feine Bierauswahl zu gemäßigten Preisen an. Ein nettes Lokal, in das man wohl nicht aus der Ferne anreisen würde, wohl aber als Bewohner der Nachbarschaft zu schätzen weiß.

, , ,

Schwarzer Rabe

Ottakringerstraße 180
1160 Wien

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »