Normal? Von wegen!

Graben Bank (c) STADTBEKANNT

Wie geht es weiter?

„Neue Normalität“. Dass dieser Begriff vielen schon auf die Nerven geht, ist nicht verwunderlich. Eine unpassendere Bezeichnung für die aktuelle Situation gibt’s kaum, normal ist an unserem jetzigen Alltag nun wirklich nichts. Das wird auch nicht besser, wenn die Bezeichnung vom Kanzler endlos überstrapaziert wird. Zu Beginn des Jahres hat noch keiner von uns geahnt, wie massiv sich unser Alltag innerhalb kürzester Zeit verändern wird und mit welcher Vielzahl an Einschränkungen wir jetzt leben müssen. Der Gedanke daran, dass wir noch länger so leben müssen, lässt uns nicht gerade freudige Luftsprünge machen. Wie werden die Maßnahmen unseren Alltag zukünftig verändern? Wir haben deshalb einen (augenzwinkernden) Blick in die Zukunft geworfen.

Kein Kuscheln mehr in den Öffis

Wenn man ans unfreiwillige Gruppenkuscheln in der U6 denkt – am besten im nicht-klimatisierten Waggon bei gefühlten 100°C im Sommer – dann klingt Abstand halten plötzlich irgendwie doch gar nicht mehr so schlecht. So bleibt einem zumindest erspart, in unmittelbarer Nähe notgedrungen Zeuge der Dusch-Faulheit einiger Leute zu werden. Auch notorische Zahnputz-Verweigerer müssen nun durchs Tragen ihrer Gesichtsmaske erkennen, dass Mundgeruch halt doch nicht so geil ist.

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Dinieren mit Distanz

Auch in der Gastronomie muss die Distanz eingehalten werden. KellnerInnen müssen daher zukünftig sämtliche Wurftechniken auf olympischem Niveau beherrschen. Da die Distanz zwischen ihnen und den Gästen gewahrt werden muss, werden sie die Speisen künftig einfach werfen. Bei Getränken könnte dann eine Spritzpistole ins Spiel kommen – so kann man zielgenau auch aus einiger Entfernung den Gästen Getränke „servieren“.

Met(ie)risches System

Das metrische System hat ausgedient, wir messen Distanzen zukünftig nur mehr anhand niedlicher Tiere. Das Elefantenbaby gilt als beliebteste Maßeinheit für den notwendigen Abstand zwischen Personen (weiß eigentlich jemand, wie groß so ein Elefantenbaby wirklich ist?). Wie wär’s dann mit Katzen, Hamstern und Pandas als neue Messgröße? Ich bin heute 50.000 Katzen weit geradelt, er war nur einen hamsterbreit entfernt, das Gebäude ist 20 Pandas hoch – klingt neben dem Elefantenbaby doch gar nicht mehr so weit hergeholt…

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Homeoffice sweet Homeoffice

Dass tatsächlich mehr Unternehmen als gedacht auf Homeoffice umsatteln konnten zeigt, dass das auch in Zukunft funktionieren könnte. Länger schlafen, kein Ärgern über Stau oder verspätete Öffis, Jogginghose, der Kühlschrank in Gehdistanz, unerwartete Komik-Einlagen von Kindern und Haustieren mitten in der Videokonferenz – das Homeoffice hat auch seine guten Seiten. Zudem wird von Seiten der Politik angedacht, es als zusätzliche Option zu bisherigen Bürozeiten auszubauen und dementsprechend finanziell zu fördern. Ein weiterer Pluspunkt für’s Homeoffice.

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Mask-Have

Aufgespritzte Lippen waren gestern, wer jetzt was auf sich hält, trägt Maske. Gesichtsmasken könnten vom gesetzlich vorgegebenen Muss zum Must-Have der Modewelt werden. Promis zeigen künftig statt ihrer Handtaschen- ihre Designermasken-Sammlung, die Maske wird zum neuen Statussymbol. Ob vergoldet, mit Brillis besetzt oder für Hipster im Vintage-Style vom Flohmarkt, sie ist in sämtlichen Variationen erhältlich und wird wie die Schlaghose in den 70ern, die Schulterpölster in den 80ern und die Plateauschuhe in den 90ern als Kult-Modeaccessoire der 2020er Jahre in die Geschichte eingehen.

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Kulturelle (Leer)Räume

Auch die Liebesszenen einiger Theaterstücke werden notgedrungen aufgrund der vorgegebenen Distanz etwas entschärft – statt leidenschaftlichem Kuss gibt’s dazwischen einen Plexiglas-Schutz und bevorzugt überhaupt nur mehr Monolog-Stücke mit nur einem Darsteller. Irgendwie enttäuschend? Halb so wild, für die meisten von uns werden Theaterbesuche ohnehin nicht mehr leistbar sein. Da jede Person im Theater laut Verordnung 20 Quadratmeter Platz benötigt, werden Theatertickets zukünftig läppische 800,- Euro pro Ticket kosten.

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