Nachgefragt bei Bock auf Punsch

Häferl (c) Verein Ute Bock

Gutes tun und Genießen

Weihnachten naht – und STADTBEKANNT hat ordentlich Bock auf Punsch! Wir haben uns mit Ariane Baron und Dominik Alscher vom Flüchtlingsprojekt Ute Bock getroffen und mit ihnen über Punsch, gute Taten, schöne Sachen und Geheimrezepte geplaudert …

Wien in der Vorweihnachtszeit: Es ist kalt, der Wind weht böig beissend daher, der Stress will kein Ende nehmen. Auch auf der Mahü geht es zu. Menschen hetzen von A nach B, zerrissen zwischen Alltags- und Weihnachtseinkäufen. Kaum jemand lächelt. Nur das fröhliche Standl auf der Mariahilfer Straße 74A trotzt dem allgemeinen Trott und vereint Angenehmes mit Angenehmem: die Möglichkeit, Menschen zu helfen, g’schmackigen Punsch, und gute Laune!

STADTBEKANNT
Eurer „Bock auf Punsch“ Standl auf der Mahü blickt mittlerweile auf eine langjährige Tradition zurück. Wie seid ihr ursprünglich auf die Idee mit dem Punschstand gekommen?

Ariane
So ein Punschstand ist immer gut, weil man direkt bei den Menschen ist! Zudem bekommen die Leute bei uns den besten Punsch der Stadt. Das traue ich mich zu sagen, wir haben im Vorfeld extra zwei Verkostungsrunden gemacht. Unser Wein kommt von burgenländischen Bauern und die Gewürze hat uns Sonnentor gespendet.

Punschkarte (c) Verein Ute Bock
Punschkarte (c) Verein Ute Bock

STADTBEKANNT
Was passiert mit den Einnahmen aus dem Punschverkauf?

Ariane
Sämtliche Einnahmen gehen an das Flüchtlingsprojekt Ute Bock und fließen damit in unsere verschiedenen Initiativen. Die Leute unterstützen uns also direkt, wenn es darum geht, geflüchteten Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben und Bildung und Deutschkurse für Flüchtlinge anzubieten, die sonst keine bekommen.

STADTBEKANNT
Euer Slogan lautet „Warmer Punsch gegen soziale Kälte“. Ist es kälter geworden in Österreich?

Ariane
Wir spüren das in unserem direkten Umfeld nicht, aber man braucht nur die Zeitung aufzuschlagen, um festzustellen, dass der Ton ziemlich rau geworden ist. Wir wollen zeigen, dass Österreich auch anders denkt – und das sehen wir in unserer Arbeit tagtäglich. Ohne die zahlreichen freiwilligen Mitarbeiter könnten wir niemals so viel bewirken.

STADTBEKANNT
Wie hat sich der Punschverkauf in den letzten Jahren entwickelt?

Dominik
Wir haben 2016 alle Rezepte umgestellt und neue Sorten eingeführt. Seitdem legen wir einen noch größeren Fokus auf hochwertige Zutaten und ein abwechslungsreiches Angebot: So verwenden wir beispielsweise Gewürze von Sonnentor und Weine, die man auch im Restaurant servieren könnte. Ich habe den Eindruck, dass das gut ankommt und die Zahl unserer „Stammkunden“ zugenommen hat! Für dieses Jahr ist eine Prognose natürlich noch etwas zeitig, wobei der Punschstand schon sehr gut angelaufen ist …

STADTBEKANNT
Auf welche Punschsorten darf man sich denn heuer freuen?

Dominik
Wir bieten dieses Jahr wieder unser Standardsortiment bestehend aus Orangenpunsch, Apfelpunsch, Kinderpunsch mit Traubengeschmack, traditionellem Glühwein und Roiboos-Glühwein an. Im Dezember werden wir auch jeweils für eine Woche eine unserer Spezialpunschsorten ausschenken: Kaffee-Gewürzpunsch, Alt-Wiener-Punsch und den sogenannten „Rauchenden Bischof“, ein Getränk aus Rotwein mit darin eingelegten gegrillten Orangen.

STADTBEKANNT
Welcher Punsch ist euer persönlicher Lieblingspunsch und warum?

Ariane
Mein Lieblingspunsch ist der Orangenpunsch. Der ist so schön fruchtig, da vergisst man fast, dass Alkohol drin ist, wären da nicht die glühenden Wangen.

Dominik
Eigentlich ist es kein Punsch, sondern unser Roiboos-Glühwein. Der Roiboostee entzieht dem Glühwein relativ viel Süße und macht ihn etwas herber, daher ist er vor allem für Leute wie mich, die es nicht so süß mögen, sehr schmackhaft.

Bockige Klamotten (c) Verein Ute Bock
Bockige Klamotten (c) Verein Ute Bock

STADTBEKANNT
Was wird es außer Punsch noch alles an eurem Stand zu kaufen geben?

Ariane
Unsere bockigen Shirts und Hoodies, die speziell für den Winter superflauschig sind. Außerdem haben wir unsere eigenen Punschtassen entworfen. Beim Kauf gibt’s einen kostenlosen „Punsch-Refill“ obendrauf!

STADTBEKANNT
Gibt es ein geheimes Punschrezept, das ihr ausnahmsweise mit uns teilen wollt?

Dominik
Also normalerweise hüten wir unsere Punschrezepte ja wie Großmutters bestes Kuchenrezept – aber in dem Fall können wir da wohl eine Ausnahme machen. Sehr empfehlen würde ich jedem unseren Kaffee-Gewürzpunsch. Dieser ist eine wirkliche Abwechslung zu dem, was man sonst in der Punschstandzeit an Heißgetränken bekommt und hat bisher auch die skeptischsten Kritiker in Windeseile überzeugt.

Für 1 Liter Punsch benötigt man:
600 ml Kaffee
300 ml Weinbrand
70 g Zucker
10 Kapseln Kardamom
je 2 Zimtstangen und Sternanis
8 Nelken

Am Besten nimmt man 600 ml Filterkaffee und lässt die Gewürze mit den halbierten Kardamomkapseln 30 Minuten darin ziehen. Dann gibt man den Kaffee mit den anderen Zutaten in einen Topf und erhitzt den Punsch. Nachdem er weitere 15 Minuten gezogen hat, entfernt man die Gewürze und serviert ihn heiß, optional mit einer Schlagobershaube. Tipp: Wer es exklusiver mag, kann gerne statt Weinbrand auch Cognac für den Punsch verwenden.

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