Mark Rothko KHM (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: STADTBEKANNT

Rothko zum ersten Mal in Wien

Das Kunsthistorische Museum zeigt Rothkos künstlerischen Werdegang, von frühen Arbeiten bis hin zu seinem bekannten Spätwerk. Eine beeindruckende Schau!

Erste Versuche und Inspirationen

Die Ausstellung ist chronologisch angeordnet, den Beginn macht ein expressionistisches Selbstportrait Rothkos – sein einziges. Rothko ließ sich hierbei von einem Selbstportrait Rembrandts inspirieren und auch in weiteren der ausgestellten Frühwerke sind Einflüsse verschiedener Maler erkennbar. Das Werk „Portrait of Mary“ erinnert in seinen Elementen stark an Vermeers „Die Malkunst“, das sich passenderweise ebenfalls im Kunsthistorischen Museum befindet (neugierige Besucher können sich das Bild in Kabinett 19 ansehen, um selbst Vergleiche zu ziehen).

Mark Rothko Self-Portrait (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019
Mark Rothko Self-Portrait (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019

Tanzende Farben

Bei genauer Betrachtung erkennt man aber bereits in Rothkos Frühwerken Elemente seiner späteren Arbeiten, besonders in den Gemälden der „Multiforms“, die er ab 1946 schuf. Die Farben der Bilder bewegen sich frei auf der Leinwand, auch Rahmen gibt es nun keine mehr. Ebenso nimmt die Größe der Leinwände von Bild zu Bild deutlich zu.

KHM Ausstellungsansicht (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: KHM-Museumsverband
KHM Ausstellungsansicht (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: KHM-Museumsverband

Freiraum für Impressionen

Rothko wollte es den BetrachterInnen seiner Werke ermöglichen, diese ohne bereits vorgegebene Interpretationen auf sich wirken zu lassen. Durch vier einzelne Nischen in den Kabinetten des Museums wird diese Form der gesonderten Betrachtungsweise besonders gut ermöglicht. Hier zeigt sich auch die Wirkungskraft Rothkos früher klassischer Werke, da die BetrachterInnen sich mit diesen intensiv auseinandersetzen können.

KHM Ausstellungsansicht (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: KHM-Museumsverband
KHM Ausstellungsansicht (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: KHM-Museumsverband

Die Seagram Murals

Beim Betreten des großen Saals wird schlagartig klar, weshalb man besonders Spätwerke Rothkos mit eigenen Augen sehen muss. Die Bildgewalt der Seagram Murals kommt in dem Saal zu voller Geltung, was nicht nur an deren imposanten Formaten liegt. Trotz der weitestgehend dunklen Rot- und teils Schwarztöne verfügen die Werke über eine immense Ausdruckskraft.

KHM Ausstellungsansicht (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: KHM-Museumsverband
KHM Ausstellungsansicht (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: KHM-Museumsverband

Kräftige Farben, dunkle Töne

Im vierten und letzten Ausstellungsraum sticht ein rot-oranges Werk Rothkos ins Auge, dessen Farben besonders kräftig leuchten. Der Raum vereint die unterschiedlichen Farbwelten Rothkos, so finden sich neben sehr dunklen Bildern auch Werke in zarten Pastellfarben.

KHM Ausstellungsansicht (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: KHM-Museumsverband
KHM Ausstellungsansicht (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: KHM-Museumsverband

Stadtbekannt meint

Die Ausstellung zeigt aufgrund ihrer Vielfalt aus Früh- und Spätwerken die vielseitige künstlerische Bandbreite von Rothkos Schaffen. Seine Werke in dieser Form zu erleben ist eine eindrucksvolle Erfahrung, die man sich keineswegs entgehen lassen sollte!

Alles auf einen Blick

Mark Rothko
Die Ausstellung läuft bis 30. Juni 2019
Di-So 10:00 – 18:00 Uhr, Do – 21:00 Uhr
Kunsthistorisches Museum Wien
Maria-Theresien-Platz
1010 Wien

 

Beitragsbild: Mark Rothko KHM (c) 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: STADTBEKANNT

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2 Comments

  1. Jonathan P.

    16. April 2019

    Toller Beitrag!
    Er gefällt mir richtig gut und macht einem Lust in die Ausstellung zu gehen und mehr von Mark Rothko zu sehen.
    Wer hat denn eigentlich diesen tollen Beitrag verfasst?:D
    Ich würde gerne mehr von dieser Person lesen:D

    Reply
  2. Johanna

    5. Mai 2019

    Der Artikel hat mir echt Lust gemacht, mir die Mark Rothko Ausstellung selbst anzusehen 🙂 war gestern im KHM und kann der Autorin nur zustimmen. Danke für die Inspiration 🙂

    Reply

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