Ausschnitt Lise Meitner und Otto Hahn im Labor - Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie - 1913

Große Wienerin: Lise Meitner

48 Mal. So oft wurde Lise Meitner für den Nobelpreis vorgeschlagen, erhielt ihn aber nie. Dabei war sie durch ihre Forschungsarbeit maßgeblich an der Entdeckung der Kernspaltung beteiligt.

Nachdem ihr langjähriger Forschungskollege, der Chemiker Otto Hahn, Lise 1938 in einem Brief von einer Entdeckung bei einem seiner Versuche berichtete, war sie es, die als erste eine theoretische Erklärung für das Phänomen verfasste und ihm einen Namen gab – Kernspaltung. Der Nobelpreis für die Entdeckung wurde 1944 aber Otto Hahn alleinig zugesprochen.

Früher Wissensdurst

Lise wuchs in Wien in einem assimilierten jüdischen Haushalt auf, der liberal geprägt war. Sie zeigte schon früh Interesse an naturwissenschaftlichen Büchern und wollte mehr über die Natur und die Welt erfahren. Der Vater behandelte seine Töchter und Söhne gleich und so war es Lise möglich, schließlich auch die Matura abzulegen, da sie unbedingt studieren wollte. Sie begann an der Universität Wien Physik zu studieren und kein Geringerer als Ludwig Boltzmann wurde zu einem ihrer wichtigsten Lehrer. Schließlich promovierte Lise als zweite Frau im Hauptfach Physik.

Berliner Jahre

Nachdem sie einen Vortrag Max Plancks gehört hatte entschloss sie sich, bei ihm in Berlin zu studieren. Dort angekommen, war es ihr als Frau zunächst nicht erlaubt, die Vorlesungsräume zu betreten, da in Preußen Frauen noch nicht zum Studium zugelassen waren. Stattdessen betrat sie das Gebäude über den Hintereingang und arbeitete in einem Arbeitsraum Plancks, einer ehemaligen Holzwerkstatt. Hier begann ihre ertragreiche Zusammenarbeit mit Otto Hahn. Lise wurde für ihre Arbeit hoch geschätzt, als jedoch die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, verlor sie zunächst ihre Lehrbefugnis und musste schließlich nach Schweden fliehen. Mit Otto Hahn hielt sie weiterhin regen Briefkontakt bezüglich ihrer gemeinsamen Forschungsarbeiten, der schließlich in der Entdeckung und theoretischen Erklärung der Kernspaltung resultierte.

Die Mutter der Atombombe?

Als Meitner nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki als Mutter der Atombombe bezeichnet wurde, missfiel ihr diese Bezeichnung sehr, da sie sich eine friedliche Nutzung ihrer Entdeckung wünschte und sehr betroffen von den Folgen der Atombombenabwürfe war.

 

Foto: Ausschnitt Lise Meitner und Otto Hahn im Labor – Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie – 1913

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