14. Mai 2021

Hundehaltung – eine Kostenkalkulation

Haltung von Hunden

In Irland sagt man über den Hund, er sei ein Herz auf vier Beinen. Viele Hundeliebhaber hierzulande schließen sich dieser Weisheit bedenkenlos an. Seit Hunde sozialisierte Wesen sind, erfüllen sie für den Menschen verschiedenste Aufgaben. Sie dienen ihm als Wach- oder Hütehunde, helfen der Polizei bei der Suche nach Flüchtigen oder Vermissten, sowie in der Drogenfahndung, sind unentbehrlich in der Bergrettung bei der Suche nach Verschütteten, unterstützen Blinde im Alltag und warnen Diabetiker bei einem kritischen Blutzuckerspiegel. Vor allem ist der Hund aber eins – ein treuer Gefährte und unverzichtbares Mitglied in vielen Familien überall auf der Welt.

In österreichischen Haushalten leben derzeit über 800.000 Hunde. Doch auch wenn die Fellnasen zweifellos eine Bereicherung im Alltag darstellen, sollte aus vielerlei Gründen gut abgewogen werden, ob man den Bedürfnissen eines Hundes gerecht werden kann. Dabei geht es auch um finanzielle Aspekte. Hunde haben eine Vielzahl hervorragender Eigenschaften, aber dass sie billig im Unterhalt wären, ist keine davon. Mit folgenden Kosten ist daher zu rechnen.

Die Anschaffung

Die Frage, die sich jede künftige Hundehalter stellen sollte, ist die nach den gewünschten Eigenschaften des Hundes. Jede Rasse hat andere Qualitäten und Bedürfnisse. Ein Gespräch mit einem ausgebildeten Hundetrainer kann bei der Wahl der richtigen Rasse helfen. Wer sich einen Hund aus einem Tierheim holen möchte, ermöglicht zum einen einer armen Seele ein wunderbares Hundeleben und spart zum anderen auch Kosten im Vergleich zur Anschaffung eines Rassehundes aus einer seriösen Zucht. Tierheime verlangen keinen Kaufpreis für den Hund, erheben aber eine sogenannte Schutzgebühr. Ihre Höhe variiert, üblich sind jedoch Beträge zwischen 200,- und 300,- Euro. Diese Schutzgebühr erfüllt zweierlei Funktionen. Erstens werden dadurch die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und tierärztliche Behandlung zumindest in Teilen gedeckt und zweitens wirkt die Gebühr abschreckend auf potenzielle Händler, die mit dem Tier Profit erwirtschaften möchten, beispielsweise durch den Weiterverkauf an Labore.

Ein Rassehund aus einer seriösen Zucht hat den Vorteil, dass die charakterlichen Eigenschaften des Tieres gut bestimmbar und die Welpen bereits entsprechend sozialisiert sind. Das hat aber seinen Preis. Je nach Rasse kommen hier schnell Beträge von 800 bis 3.000,- Euro zusammen. Von vermeintlichen Schnäppchen aus den einschlägigen Internetportalen ist dennoch dringend abzuraten. Denn die niedrigen Preise sind teuer erkauft. Zum einen mit dem Verzicht auf jegliches Tierwohl, denn die Tiere kommen meist aus osteuropäischen Zuchtanstalten, in denen die Hündinnen in dunklen Verschlägen gehalten werden und lediglich eine Funktion erfüllen – Nachwuchs zu gebären. Zum anderen mit dem hohen Risiko von Folgeerkrankungen oder Verhaltensstörungen, denn diese Welpen werden häufig viel zu früh abgegeben, sind nicht tiermedizinisch behandelt und erst recht nicht sozialisiert. Die Folgekosten können enorm sein. Insofern täuscht der günstige Kaufpreis über die Realität hinweg.

Zusätzlich sind noch die Kosten für die Erstausstattung zu berücksichtigen. Darunter fallen notwendige Utensilien wie Leine, Körbchen, Transportbox fürs Auto, Spielzeug, Halsband, Wintermantel für Rassen mit kurzem Fell oder ein Maulkorb.

Die Unterhaltskosten

– Futter: Hundefutter nimmt sicherlich den größten Posten der laufenden Kosten ein. Eine genaue Berechnung gestaltet sich schwierig, denn die monatlichen Aufwendungen hängen im Wesentlichen von zwei Faktoren ab. Zum einen ist die Größe des Hundes entscheidend, zum anderen die Qualität des Futters. Die gute Nachricht ist, dass alle auf dem österreichischen Markt erhältlichen Sorten den Grundbedarf an notwendigen Nährstoffen decken. Mehr Qualität drückt sich meist in einem höheren Fleischanteil aus. Einige Anbieter fokussieren sich zudem auf nachhaltiges Bio-Futter. Wer einen mittelgroßen Hund mit vernünftigem Futter versorgen möchte, sollte monatlich etwa 50,- – 100,- Euro an Kosten einkalkulieren. Kleinere Hunde brauchen entsprechend weniger, größere natürlich mehr.

– Steuer: Die Hundesteuer in Österreich wird von der jeweiligen Gemeinde oder dem Magistrat erhoben und variiert in der Höhe. Ein Hundehalter sollte je nach Wohnort mit 40 bis 80 Euro im Jahr rechnen. In der Bundeshauptstadt Wien z.B. werden aktuell 72,- Euro erhoben.

– medizinische Versorgung: Selbst ein gesunder Hund muss zum Tierarzt. Jährliche Wurmkuren, regelmäßige Impfungen, Zahnkontrolle oder Krallenpflege sind unerlässlich. Die jährlichen Kosten hierfür sind mit etwa 100 bis 150 Euro anzusetzen. Wer seinen Hund kastrieren lassen möchte, muss mit etwa 200,- bis 300,- Euro für Rüden und 400,- bis 600,- Euro für Hündinnen rechnen. Ernste Krankheiten oder Unfälle, die vielleicht sogar eine Operation erfordern, können schnell Kosten in vierstelliger Höhe verursachen. Es ist daher ratsam, den Abschluss einer speziellen Tierkrankenversicherung zu prüfen.

– Hundeschule: Natürlich ist die Hundeschule keine Pflicht. Dennoch ist ein gezieltes Training des Hundes häufig unumgänglich. Hundetrainer haben unterschiedliche Tarife, doch Stundensätze von 40,- bis 60,- Euro für ein Einzeltraining sind keine Seltenheit.

– Versicherung: Natürlich ist jeder Haushalt bereits mit einer Vielzahl von Versicherungspolicen eingedeckt. Daher stellt sich die Frage, ob eine zusätzliche Versicherung für den Hund wirklich sein muss. Die Antwort lautet ja. Zwar haben die allermeisten Haushalte eine Haushaltsversicherung, welche auch eine Privathaftpflicht beinhaltet, jedoch ist hierin lediglich die Haltung zahmer Haustiere wie Katzen eingeschlossen. Für Hunde muss eine separate Versicherung abgeschlossen werden. In manchen Bundesländern ist diese auch verpflichtend nachzuweisen. Die jährlichen Kosten betragen je nach Tarif und Anbieter zwischen 50,- und 150,- Euro.

Fazit

Natürlich soll der Wert eines Hundes nicht in Geld bemessen werden. Dennoch muss man sich einen Hund auch leisten können. Da viele künftige Hundehalter sehr blauäugig mit diesem Thema umgehen, kommt es immer wieder dazu, dass Hunde aus Kostengründen abgegeben werden müssen. Um diesen Alptraum für Hund und Halter zu vermeiden, ist eine Beschäftigung mit dieser Thematik vor dem Kauf dringend angeraten.

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