Hofmobiliendepot – Bruch & Kontinuität

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Das Schicksal des habsburgischen Erbes nach 1918

Nach dem Ende der Monarchie befand sich nicht nur Österreich als Land im Umbruch, sondern es war auch an der Zeit die habsburgischen Besitztümer neu zu verteilen. Wo sind sie hingekommen die Stühle und Tische auf denen die Kaiser saßen und aßen? Bis 30. Juni zeigt das Hofmobiliendepot eine neue Ausstellung zu diesem Thema!

Bruch und Kontinuität Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien (c) SKB
Bruch und Kontinuität Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien (c) SKB

Die Monarchie im Umbruch

Anhand der Geschichte von Möbelstücken und Gebrauchsgegenständen lässt sich die Geschichte eines ganzen Landes nachvollziehen. Das zeigt die Ausstellung Bruch & Kontinuität. Das Schicksal des habsburgischen Erbes nach 1918 im Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien bis 30. Juni 2019. Von den Organisationen, die für die Verteilung von Gegenständen zuständig war und ist bis hin zur Geschichte einzelner Möbelstücke beschäftigt sich die Ausstellung mit der Chronologie des habsburgischen Besitzes.

Das Ende einer Herrschaft © BMobV, Lois Lammerhuber
Das Ende einer Herrschaft © BMobV, Lois Lammerhuber

Anrecht und Besitz

Besonders im Zuge der Reparaturzahlungen forderten die Nachfolgestaaten Ansprüche auf Besitztümer ein und das Hofmöbiliar wurde teilweise in ganz Europa verstreut. Wer hat das Anrecht auf Stühle und Sessel? Wem stehen die wertvollen Besitztümer zu? Ist mit Dingen nicht auch eine gewisse Identität verbunden? Die imperiale Vergangenheit lebt auch heute noch in Österreich weiter – und sei es nur in Form von habsburgischem Tafelgeschirr, das auch lange nach der kaiserlichen Prunkzeit Österreichs noch für Staatsempfänge in Verwendung war.

Bruch und Kontinuität Statue Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien (c) SKB
Bruch und Kontinuität Statue Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien (c) SKB

Verworrene Wege

Manche Objekte durchliefen viele verschlungene Wege, reisten durch kaiserliche Häuser und Höfe, wurden weiterverschenkt oder entrissen und sind heute als Ausstellungsobjekte zu sehen. Anhand der „Reisegeschichte“ dieser Stücke wird aufgezeigt, wie verworren und komplex auch die Geschichte sich entwickelte. Ein Beispiel dafür ist die Marmorstatue Polyhymnia: Von Venedig 1818 an Kaiser Franz I. und seiner Frau Carolina Auguste zum Geschenk gemacht, zierte die Muse der Dichtkunst später den Salon Kaiserin Elisabeths in der Wiener Hofburg. Danach wurde sie weitervererbt und gelangte schließlich in Adolf Hitlers „Führermuseum“ in Linz. Erst 1963 wurde sie wieder an ihrem ursprünglichen Standort im Großen Salon Kaiserin Elisabeths aufgestellt.

Bruch und Kontinuität - Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien (c) SKB
Bruch und Kontinuität – Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien (c) SKB

Spannende Erkenntnisse

Die Ausstellung Bruch & Kontinuität. Das Schicksal des habsburgischen Erbes nach 1918 zeigt bis 30. Juni 2019. Sie kann zusätzlich zur ständigen Schausammlung im Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien besucht werden. Die Möbelstücke, Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände geben spannenden Einblick in die historischen Hintergründe von Besitzerwechsel und republikanischen Verwaltungsinstitutionen. Für Geschichtsinteressierte ist diese Ausstellung ebenso zu empfehlen wie für Bewunderer der ästhetischen Eigenschaften von Objekten aus der Monarchie.

Sujet_Bruch und Kontinuität_Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien © SKB

Alles auf einen Blick

Bruch & Kontinuität. Das Schicksal des habsburgischen Erbes nach 1918
5. Dezember 2018 – 30. Juni 2019
Di-So 10:00 – 18:00 Uhr
Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien
Andreasgasse 7
1070 Wien

Beitragsfoto: Funeralkronen (c) BMobV Lois Lammerhuber.jpg

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