8. März 2019

Ein Blick zurück – Weltfrauentag

Emoji Verwirrung (c) STADTBEKANNT

stadtbekannt.at ohne Frauen?

Der Weltfrauentag wird von den Medien auf verschiedenen Ebenen begangen, die einen diskutieren über Quoten, die anderen analysieren Alltagssexismus und woanders werden wiederum Statistiken zitiert.

Einen anderen Weg wählt stadtbekannt: Am Weltfrauentag werden alle Frauen nach Hause geschickt, und der frauenlose Arbeitsalltag wird „live“ 😉 aus der Redaktion kommentiert.

Aus dem Minutenprotokoll eines frauenlosen STADTBEKANNT-Redakteurs

9:11 Elf Minuten verspätet erreiche ich die Redaktion. Irgendetwas ist heute anders, kann noch nicht genau sagen was.

9:13 Wandere verwirrt in der Küche herum, irgendetwas stimmt da nicht!

9:23 Die Kaffeemaschine ist kalt, es trifft mich wie ein Schlag.

9:24 Wirklich: Keine Frau in Sicht. Der Chefredakteur spricht von Experiment, der Koffeeinentzug führt zu Schwindel.

10:03 Noch immer kein Kaffee, arbeiten ist unmöglich. Die gesamte Redaktion hängt in ihren Stühlen – heute ist ein schwarzer Tag.

11:23 Nach einigen Diskussionen beschließen wir: Wir schreiben einen Artikel zum Thema Kaffee und hoffen, dass eine unserer Leserinnen mit einer Anleitung zum Kaffee machen rausrückt.

12:02 Immer noch nichts. Die Nerven liegen blank. Unser Kaffee-Artikel hat nur Verwirrung gestiftet.

12:07 Der Chefredakteur versucht sein Glück, aber auch, wenn man Wasser in die Kanne tut, passiert nichts. Wir werfen die Bohnen dazu, rühren um, nichts passiert.

12:45 Wir kauen die Bohnen und kommen langsam zu unseren Sinnen.

12:52 Aus einem nicht erfindlichen Grund steht kein Essen am Tisch. Dieser Tag muss bald enden!

13:02 Wir haben die Teller gefunden, darauf befindet sich aber kein Essen.

13:20 Ein Kollege mit Erfahrung findet das Kühlregal, kredenzt uns einen gelben, weichen Würfel.

13:40 Uns ist schlecht vom Mittagessen.

14:05 Die Teller sind immer noch dreckig. Wir werfen sie weg.

14:20 Die Kaffeebohnen kleben zwischen meinen Zähnen, meine Hände sind voll mit dem mysteriösen Mittagessen, es stinkt erbärmlich.

15:03 Einer der Kollegen gibt auf. Tränenüberströhmt verlässt er die Redaktion. Ein anderer bricht mit den Regeln und ruft Mutti an.

15:15 Panik bricht aus: Ein Email ist eingetroffen, es geht um Kleidung.

15:45 Schwitzend versucht der Chefredakteur, den fremden Code zu entziffern, ein Geschäft, eine Eröffnung, wir verstehen es nicht.

16:05 Fünf Artikel zum Thema Kaffee haben den Server überfordert, das System bricht zusammen.

17:15 Schwitzend verlasse ich die Redaktion, in meiner Hand ein grüner Beutel, „entsorgen“ soll ich ihn. Ich nehme ihn mit nach Hause.

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