„Drama Carbonara“: Hausmittel gegen den Quarantäne-Koller

Drama Carbonara - Cover

Der neue Comedy-Podcast

Treffen, Trinken, Lesen, Lästern und das alles bei eingeschaltetem Mikrofon. Wer in Zeiten von Corona-Quarantäne unter Freundinnen-Entzugserscheinungen leidet, dem kann geholfen werden. Ein leicht angedüdelter Damenabend mit dem Wiener Podcast „Drama Carbonara“ macht Laune, lenkt ab und lässt gerade so viele Fragen offen, um vom Wahnsinn da draußen abzulenken.

„Liebe in den Zeiten der Cholera“ ist in akutell ein häufig empfohlenes Buch. Wahrlich: spannende Handlung, präzise Formulierungen, ein Meisterwerk. Doch oft ist Frau in Zeiten der sozialen Isolation möglicherweise gar nicht nach Hochliterarischem. Sondern eher nach niederschwelligen Serien, Podcasts oder dem schier endlosen Social-Media-Stream mit seinen Flachwitzen und Schönbildern.

Das Bedürfnis nach leicht verdaulicher Unterhaltung haben auch die Macherinnen des viel umjubelten Podcasts „Drama Carbonara“ gefühlt, als sie zum ersten Mal mit den skandalös aufgemachten Romanheften namens „Meine Wahrheit“, „Meine Schuld“ und „Intimbeichte“ in Berührung kamen. Auf jedem Cover eine perfekte Blondine, Schlagzeilen, die einem die Schamesröte ins Gesicht treiben, und eine Rollenverteilung, bei der jeder 80er-Jahre Fanatiker begeistert in die Hände klatschen würde – die perfekte Unterlage für einen reibungsvollen Damenabend war gelegt.
Und so finden sich die Freundinnen Jasna und Tatjana seit einem Jahr allwöchentlich bei Gastgeberin Asta im stilvollen Ambiente in der Neubaugasse ein, um bei einem Gläschen Prosecco die zuletzt recherchierte „Wahre Geschichte“ bei eingeschaltetem Mikro gemeinsam zu lesen und zu analysieren. Die Themen sind genreübergreifend, vom Krimi über die Hexenverbrennung bis zur Liebeskomödie ist alles dabei, wichtig ist nur: es geht beinahe immer um die Dynamik Mann-Frau und diese wird so klischeehaft wie möglich dargestellt.
Ein gefundenes Fressen für die drei Feministinnen, würde man meinen, und bedenkt dabei doch nicht mit: nach spätestens 15 Minuten hat die skurrile Handlung ihre Zuhörer gepackt, man will wissen wie es weitergeht und das Skurrilste daran, man zeigt gelebtes Mitgefühl mit Protagonisten namens Jaqueline, Kevin und Sarah.

Regelmässig versetzt die Intensität der emotionalen Achterbahn auch die illustren Lesegäste aus Kunst und Kultur in einen regelrechten Schockzustand. Natürlich rechnen sie mit einem Abend voll grenzwertigen Situationen, einer Menge Spaß und einem leichten Schwips, wenn sie einen Gastauftritt zusagen, doch das gemeinsame Durchleben menschlicher Schicksale hinterlässt bei jedem Spuren. Viele geben an „durch den Wind“ oder „ganz fertig“ zu sein, manche wollen nicht aufhören und gleich noch eine Geschichte lesen. Diesen Freitag wird übrigens Opernball-Moderatorin und ORF-Kulturlady Teresa Vogl ihren Gastauftritt haben, mit einer Geschichte rund um Kunstraub, Liebe und eine ausgetrickste Museumsangestellte.

Bisherige Gastleser: Autor Markus Lust, Dancing-Star Tamara Mascara, Illustratorin Nora Kamp, Opernregisseur Peter Pawlik, Übersetzerin Jelena Andjelkovic, Fotografinnenduo Belle & Sass, Dancehall Don Adam Bassrunner, Kabarettist David Scheid, Retro-Austro-Synthpoper Gutlauninger, Podcasterin Edith Michaeler

Für Podcast-Einsteiger:

Was ist ein Podcast?
Ein Podcast ist eine “Hör-Serie”, die man übers Internet abrufen und anhören kann. Bei “Drama Carbonara” lesen die Hosts Tatjana, Asta und Jasna beispielsweise jede Folge eine dramatische Geschichte aus einem Romanheft.

Wo kann ich „Drama Carbonara“ hören?
Podcasts hört man gratis übers Internet mit z.B.: Smartphones, Computer, Laptops, Tablets oder Sprachassistenten wie Alexa, indem man Webseiten wie Spotify, Google Podcasts oder Apple Podcasts öffnet und dort einfach „Drama Carbonara“ eingibt. Man kann die einzelnen Folgen aber auch auch auf der Website www.dramacarbonara.at über einen Player anhören.

Foto: Cover Drama Carbonara

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