Das Geschäft mit der Liebe

Der Dienstagabend ist bei vielen WienerInnen mittlerweile fix verplant – ATV bietet nämlich Programm von der allerfeinsten Sorte. Die Sendungen „Das Geschäft mit der Liebe“ und „Saturday Night Life“ verfügen über eine stetig wachsende Seherschaft, und das hat auch seine Gründe..

„Das Geschäft mit der Liebe“ erzählt von Robert Nissel, Mario Orsolics & Peter Langhammer, drei Männer, die eines gemeinsam haben: Eine vielseitig – seitens der Herren – begründete Vorliebe für osteuropäische Frauen. Und in ihren Herzen herrscht Einsamkeit, weswegen sie jede Möglichkeit nützen, bulgarische, slowakische, polnische, rumänische usw. Schönheiten für sich zu gewinnen.

Beginnen wir bei Peter Langhammer. Er ist der jüngste der drei Leidensgenossen, arbeitet in einer Securityfirma und hat anscheinend viel Angst vor den österreichischen Frauen. Scheinbar ist er überzeugt, bei den osteuropäischen um Einiges besser anzukommen. Ein wenig ungeschickt präsentiert er sich, ein bisschen schüchtern ist er und es ist nicht wirklich herauszufinden, ob die Frau fürs Leben oder für die Nacht gesucht wird. Jedenfalls ist er – meist weniger erfolgreich – auf der Jagd nach der ultimativen osteuropäischen Schönheit, deren Herz er im Sturm erobern kann.

Mario Orsolics ist ein anderes Kaliber – er ist, nach eigener Aussage, ein „echter Mann“. Ein Waschlappen, so meint er, ist er keinesfalls und er sucht eine osteuropäische Frau, da er in Österreich wenig Glück zu haben scheint. Orsolics repräsentiert den 08/15-Wiener-Prolo, zumindest Spiegeltrinker, immer betrübt, ein bisschen gefrustet und alles in allem eine verlorene Seele in einem verkrampften Kern.

Robert Nissel ist ein bisschen anders. Er ist selbsternannter „Energetiker“, fährt Porsche, hat aus irgendeinem Grund Geld gemacht als Leiter eines Unternehmens,will eine Frau, die er lieben kann und die ihm zumindest ein wenig Zärtlichkeit schenkt. Er hat hohe Ansprüche: Jung muss die Dame sein, er will ja noch Kinder zeugen, über 30 funktioniert das bei Frauen nämlich nicht mehr. Dünn muss sie sein, dicke Frauen kommen ihm nicht ins Haus, und ja, das wichtigste: Eine Osteuropäerin soll es sein. Im Gegensatz zu den beiden anderen Opfern ist Nissel -ähäm – anders, mit seinen Monologen über Energie und über das Blut der Zigeuner, das die Frauen böse macht, wirkt der alte Unternehmer ein wenig behandlungsbedürftig.

Während Orsolics und Langhammer auf Reisen nach Bulgarien oder sonst wohin versuchen, per Dolmetscher blutjunge Frauen zu erobern, arbeitet Nissel von Wien aus: Er hat eine besondere Neigung zu Stripperinnen, die er gerne aus dem Milieu retten und bei sich zu Hause einsperren würde. Blöd nur, dass der Unternehmer an das „Gute“ glaubt, wie er sagt, in Wirklichkeit also vollkommen naiv und weltfremd weiblichen Bekanntschaften schon nach einem einzigen Treffen mehrere tausend Euro zukommen lässt. Tja, arm ist er, wenn er mit traurigen Augen von geldgierigen Frauen erzählt, die ihn nur missbraucht haben. Interessant ist die unzerstörbare Naivität des Energetikers, denn er würde es immer wieder machen, wie er selbst sagt.

Alles in Allem also drei sehr komische Vögel, besonders Nissel mit seiner nuttenroten Lederjacke und seinem etwas psychotischen Blick sticht hervor. Die Serie zieht die Zuseher an wie Motten, sei es die Gier nach Fremdschäm-Momenten, die garantierte Situationskomik, wenn Orsolics und Langhammer versuchen, ihre Dates zu erobern oder der verrückte Nissel, der mit grenzwertigen Blicken, Aussagen und Auftritten für Gänsehaut sorgt: Die Sendung ist im österreichischen Fernsehen einmalig. Wohl anzumerken und auf keinen Fall zu vergessen ist hier, dass die Serie, trotz des hohen Unterhaltungswertes auch sehr schlechte Effekte hat: Klischees über wenig emanzipierte Osteuropäische Frauen werden re-/produziert, im Allgemeinen sind Frauen in der Serie mehr Fleischhaufen als Lebewesen. Wem differenziertes Denken aber nicht so schwer fällt, kann das absurde Geschehen mit Spannung und mittelgroßem Fragezeichen im Gesicht verfolgen.

Das Geschäft mit der Liebe
ATV
Dienstag, 20:15

Bilder:© http://atv.at

2 Comments

  1. joe_cool

    14. Juli 2011

    that´s life
    …typische Situationen in die sich Männer manövrieren können wenn sie nur an etwas "bestimmtes" glauben. Manches hier ausgesprochene über Frauen (egal ob Österreicherin oder nicht) trifft auch sehr oft in der Realität zu…….vielleicht daher der Beliebtheitsgrad ;-))

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  2. klaus

    2. August 2011

    ???
    ihr drei seit eine Schande für Österreich

    Reply

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