Craft Bier Fest Crowdfunding: Vielfalt fördern und auskosten

Craft Bier Fest Crowdfunding

Im Gespräch mit Martin Mühl

Geschäftsführer Martin Mühl und Craft Bier Fest-Organisator Kevin Reiterer mobilisieren die Bier-Community im Bierland Österreich. Wir haben mit Ihnen über Ihr Fest, die Herausforderung und neue Ideen gesprochen.

Kevin Reiterer und Martin Mühl
Kevin Reiterer und Martin Mühl

Warum braucht Wien das Craft Bier Fest und warum braucht das Craft Bier Fest ein Crowdfunding? Oder anders gefragt: Warum sollen die Wienerinnen und Wienern investieren?
Martin Mühl: Mit dem Craft Bier Fest sind wir zur richtigen Zeit gekommen und konnten den Wienerinnen und Wienern mit unseren Festen die bisher größte Auswahl an Bier und an sonst teilweise selten erhältlichen Kreativ- und Craftbieren bieten. Das hat die Szene belebt und auch vielen kleineren und neuen Brauereien die Möglichkeit gegeben, sich einem interessierten und großem Publikum zu präsentieren. Unsere Craft Bier Feste haben sich vom Start 2014 weg gut entwickelt und selbst getragen. Allerdings gab es auch wenig Möglichkeit Puffer aufzubauen. Wir wollen trotz des Ausfalls unseres Events im Mai unser kleines Team erhalten und am Aufbau unserer Marke und unserer Events dranbleiben. Dazu brauchen wir die Unterstützungen der Bierfans.

Ihr verwendet den Hashtag #TeamBier. Wen wünscht ihr euch als Investoren?
Martin Mühl: Auf die Craft Bier Festen kommen – das war uns auch immer wichtig – Frauen und Männer, jung und alt, Bierfans und jene, die sich herantasten wollen, das macht die Veranstaltung im Kern aus. Unter den Ausstellern finden sich Micro Breweries, heimische Fixstarter, die parallel zu uns größer wurden, Traditionsunternehmen und teilweise auch internationale Konzerne. Wir erleben hier ein lebendiges Miteinander. Bei den Darlehen geht es letztlich natürlich ums Geld, aber es würde uns auch freuen, wenn sich diese Vielfalt hier abbildet. Besonders würde es uns freuen, wenn etwa andere Unternehmen größere Pakete nehmen, mit denen sich dann Kooperationen oder ihre eigenen Biere als Goodie ergeben.

Craft Bier Fest
Craft Bier Fest

Ihr kündigt auch den Launch des Bier Club Supersud an. Was erwartet Mitglieder denn da?
Martin Mühl: Im Kern bekommen Clubmitglieder unsere Leistungen wie das Biermagazin-Abo oder den Eintritt zu Craft Bier Festen erweitert um Bier, Goodies, Jetons (die Währung auf den Festen) und Zugang zu Events, günstiger. Wir wollen damit aber auch einfach die Community noch näher zusammen bringen.

Das ursprünglich für Mitte Mai geplante Craft Bier Fest muss virusbedingt ausfallen. Was ist denn fürs zweite Craft Bier Fest im November geplant?
Kevin Reiterer: Wir werden mit Sicherheit die Veranstaltung an einigen Punkten optimieren müssen, da sich einfach in den letzten Wochen sehr vieles sehr drastisch verändert hat. Hier schauen wir gerade, was es wo braucht und wie eine Veranstaltung in dieser Dimension zukünftig funktionieren kann. Darüber hinaus arbeiten wir natürlich mit Hochdruck daran, unseren Gästen das gewohnte Angebot aus heimischen – und hoffentlich auch internationalen – Kreativbierschmieden, gepaart mit gutem Essen bei angenehmer Atmosphäre zu bieten.

Craft Bier Fest
Craft Bier Fest

Die Coronakrise hat auch die Gaststätten in die Bredouille gebracht. Wie geht es denn den kleinen handwerklichen Brauereien in oder mit der Krise?
Kevin Reiterer: Der Großteil wurde und wird natürlich von der Krise hart getroffen, gerade wenn man bereits „einen Schritt weiter“ im Geschäftsaufbau gemacht hat und größere Investitionen getätigt hat oder Personal beschäftigt. Viele versuchen sich aktuell mit Direktverkauf, Onlineshop und anderen Aktionen über Wasser zu halten, einen Normalbetrieb können diese Notmaßnahmen allerdings keineswegs ersetzen. Wir können hier wirklich nur empfehlen, in dieser Zeit – noch mehr als sonst – österreichische Brauereien bzw. Betriebe, am besten direkt aus der Region, zu unterstützen!

Wisst ihr, ob die Menschen in der Ausnahmesituation der vergangenen Monate mehr oder weniger Bier getrunken?
Martin Mühl: Darüber haben wir keine belastbaren Zahlen. Das Umfeld lässt vermuten, dass vielleicht häufiger, aber selten so ausgiebig getrunken wurde. Bier gab es ja immer genug, was fehlt ist die Möglichkeit für gesellige Abende.

Kevin Reiterer: Genau, denn die meisten der Kernfunktionen des Produkts Bier – sei es der persönliche Kontakt mit Freunden oder das Gespräch beim Wirten – sind in den letzten Wochen komplett weggebrochen. Wir hoffen aber, dass sich auch diese Situation alsbald normalisiert und wir wieder im großen Kreis anstoßen können.

Craft Bier Fest Veranstaltung
Craft Bier Fest Veranstaltung

Einmal abseits der Vorbereitungen auf euer Crowdfunding. Wie habt ihr denn die Zeit des Lockdown in eurer Rolle als leidenschaftliche Biertrinker verbracht?
Kevin Reiterer: Wie erwähnt haben viele Brauereien die Situation genutzt, um ihre direkten Vertriebskanäle auszubauen bzw. neue aufzubauen. Das heißt Bier-seitig habe ich mich mit Direktlieferungen, über Onlineshops und kontaktloses Abholen versorgt. Anschließend habe ich dann via Skype und Zoom mit Freunden Onlinetastings gemacht, das war anfangs ungewohnt, aber man arrangiert sich eben. Auch gibt es einige Channels die geführte Onlineverkostungen anbieten. Hervorheben muss man hier in Österreich speziell die BeerLovers, die pro Woche zwei spannende Themen abhandeln, oft auch mit internationalen Gästen.

Wenn Mitte Mai die Wirtshäuser und Biergärten wieder Schritt für Schritt geöffnet werden. Wo werdet ihr euer erstes Craft Bier trinken?
Kevin Reiterer: Das Wo halte ich hier gar nicht für so essentiell, eher das Ob. Denn die letzten Wochen waren für die Gastronomie extrem hart. Daher kann ich nur jedem wirklich ans Herz legen, alsbald seine favorisierten Lokale zu besuchen und es sich dort ordentlich gut gehen zu lassen. Natürlich mit Maß und Ziel sowie unter Einhaltung sämtlicher Sicherheitsvorschriften, versteht sich.

Der deutungsmächtige Berliner Virologe Christian Drosten hat in einem seiner vielbeachteten Interviews gestanden, dass er aus hygienischen Gründen in der Gastronomie schon seit langem kein gezapftes Bier mehr trinkt. Bevorzugt ihr selbst Dosen- und Flaschenbier? Oder wie haltet ihr es mit Frischgezapftem?

Martin Mühl: Ob ein Bier richtig gezapft wird und ob die Schankanlage hygienisch ist, sollte durchaus entscheiden, ob ein Lokal gern und öfter besucht wird. Leider ist das nicht immer schnell ersichtlich. Gerade Bierfans unter Gastronomen achten aber durchaus auf diese Dinge – insofern spricht in den richtigen Lokalen nichts gegen ein frisch gezapftes Fassbier.

Alles auf einen Blick

Craft Bier Fest #TeamBier
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