Bumsti und Basti reiten wieder

Bumsti&Basti reiten wieder (c) STADTBEKANNT

Die größten Großtaten der glorreichen Koalition

Seit fast einem Jahr sitzt die Regierung nun fest im Sattel, und keine Spur der Müdigkeit ist ihr anzumerken. Souverän, patriotisch, und kühn zurückgreifend auf die goldenen Zeiten der Österreichischen Geschichte, arbeitet man daran, das Vaterland vor dem Untergang zu bewahren …

 

Mehr Land für unsere Leut!

Bumsti und Basti liegt viel an Österreich. Neben mehr Geld für ihre Leut’ soll’s jetzt auch bald mehr Land geben – und zwar an den Küsten Nordafrikas. Konkret sollen in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten sämtliche Meerzugänge erobert werden. Das Ziel der “Operation Puma”: kein Flüchtling kann mehr übers Meer fahren, Problem gelöst. Ausgearbeitet hat den Plan FPÖ-Wehrsprecher Reinhard Bösch, genannt “der Wüstenfuchs”. In einem Interview mit STADTBEKANNT klingt durch, dass momentan noch das Budget für einen Angriffskrieg fehlt. Man überlegt, über Inserate in der Kronen Zeitung Kriegsanleihen zu bewerben. Alle Unterzeichner erhalten einen HC-Teddybären und ein Liederbuch gratis dazu.

Fazit: Geht dieser Plan auf, hat Österreich endlich wieder was vom Meer, und wir müssen für den Tunesien-Urlaub nicht einmal den Fuß auf fremden Boden setzen!

 

Der Kongress tanzt wieder

Ein Tänzchen in Ehren kann keiner verwehren, schon gar nicht am politischen Parkett – das galt schon anno 1815 beim Wiener Kongress. Mehr als 200 Jahre später zeigt Außenministerin Karin Kneissl auf ihrer eigenen Hochzeit vor, dass Tanz-Diplomatie immer noch verlässlich funktioniert. Der russische Präsident Wladimir Putin wurde eingeladen, kam, sah, und tanzte. Obgleich von moralisierenden Systemmedien oft als Autokrat und Völkerrechts-Verächter verunglimpft, glänzte die Ministerin Putin gegenüber mit bemerkenswerter Vorurteilslosigkeit. Herzlich empfing man den Verfechter der illiberalen Demokratie und sein Fernsehteam und pflegte das Band der Freundschaft. Die gute Erziehung ließ Kneissl sogar vor Putin niederknien, wie es sich für jede anständige Dame nach einem Tänzchen gehört. Dazu sangen die Don-Kosaken traditionelle Lieder wie “Wer braucht die EU?”, “Schön ist’s auf der grünen Krim”, “Weg mit dem Journalisten-Stift” und “Kalaschnikow”. Das Hochzeitsbuffet soll wunderbar gewesen sein.

Fazit: Die Kritiker mögen anderer Meinung sein, aber Schnitzel und Wodka passen super zusammen. Ewig schad, dass die Kneissl nicht den Putin geheiratet hat.

 

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Es gibt Politiker, die kommentieren gerne. Nicht so unser Basti. Gleichmütig und kommentarlos ertrug er die täglichen Eskapaden seiner Regierungspartner. Da wurden Schwule und Schwarze wüst beschimpft, junge Singvögel mit altmodischen Liederbüchern in die Politik zurückgeholt, 8,88 km-Wanderungen veranstaltet, Vorträge für die AfD organisiert – und Basti schwieg. Spekulationen, der Kanzler könnte sich eine Kehlkopf-Entzündung sowie Twitter-verhindernde garstige Fingerbrüche zugezogen haben, bestätigten sich nicht. Erst als ÖVP-Mandatar Efgani Dönmez einer deutschen Politikerin auf Twitter unterstellte, sie verdanke den Job ihrer Blowjob-Kompetenz, passierte es doch. Basti brach sein Schweigen. Er schmiss den Verbal-Rabiator aus der Partei.

Fazit: Wer schweigt, stimmt zwar zu, kann aber nicht so leicht beschuldigt werden, zugestimmt zu haben. Diese als “österreichische Nachkriegsstrategie” bekannte Vorgehensweise bewährt sich in der Regel.

 

Im Dienste der wahren Wahrheit

Recherchierende, unbestochene Journalisten sind lästig. Wie die Fliegen stürzen sie sich auf Fakten und Aussagen, und im schlimmsten Fall beschädigen sie den Ruf von allem, was man sich aufbaut. Die Folge: das Volk verliert Vertrauen. Zum Glück gibt es noch Medien mit Rückgrat, die für kleine Gefälligkeiten aus stichhaltigen Gerüchten subjektiv wahre Fakten basteln. Im Qualitäts-Kleinformat Heute wurde etwa unlängst berichtet, wie FPÖ-Mandatar und Höhlenmenschen-Jäger Christian Höbart heldenhaft einkaufende Asylwerber als Diebe überführte. Dass die Polizei die Geschichte nicht bestätigte, ist ein großes Pech.

Außerdem der FPÖ verlautbart wurde, wie Johann Gudenus die Terror-Affinität eines Lehrlings mit Fluchtgeschichte enthüllte. Er beschuldigte zwar den Falschen, aber was macht das schon. Immerhin ist es ja die Wahrheit, dass Flüchtlinge allesamt schlecht sind.

Das Innenministerium weiß das auch. Daher die Direktive an die Exekutive, ausschließlich nicht-kritischen, nicht-seriösen Medien Geschichten über straffällige Afghanen zu erzählen. Sexualdelikte passieren zu 100% im Park, und die Täter sind nie Inländer. Wer was anderes behauptet, ist ein linkslinker Chaot und Vaterlandsverräter!

Fazit: Es gilt die allgemeine Relativitätstheorie des Innenministeriums: wer herrscht, schafft an, und die Wahrheit ist mindestens so relativ wie die Zeit.

 

Rechts-schaffene Freunde

Ein ewiger Quell der Aufregung im links-versifften Spektrum der Antinationalen ist die Tatsache, dass mehrere FPÖ-Politiker mit beim Mainstream unbeliebten Personen befreundet sind. So führen etwa mehrere rote Linien bei einem gewissen Herrn Gottfried Küssel zusammen. Zur Erinnerung: das ist ein rundlicher Nationalsozialist mit Häfen-Erfahrung, der Gaskammern für Entlausungsstationen und Anne Franks Tagebuch zur Fälschung erklärte. Seine guten Bekannten: HC Strache, HC Straches Sekretärin Elisabeth Keyl, und Keyls Göttergatte Hubert.

Letzterer war sogar in Diskussion für die Position eines Verwaltungsrichters – als solcher hätte er über Asylfälle entscheiden. Hubert Keyl findet, dass Wehrmachtsdeserteure Verräter waren und wurde sogar aus der schlagenden Burschenschaft Silesia ausgeschlossen. Was ihn nicht daran hinderte, anno 2010 auf einer FPÖ-Party in einem Bordell seine Frau zu schlagen. Als die einschreitende Security wiederum Hubert verprügelte, holte Elisabeth ihren BFF Gottfried und drohte den Lokalbetreibern mit Kopfschüssen. Aber was soll’s – lang lang ist’s her, und privat ist privat. Und inzwischen hat der Hubert eh einen Job im Verkehrsministerium.

Fazit: Auch Politiker haben eine 2., 3., 4., 5. und 6. Chance verdient, vor allem, wenn es sich um Kleinigkeiten wie Wiederbetätigung handelt. Für jeden anständigen Menschen ist Vergebung bei rechts-schaffenen Inländern ein Zeichen der Nächstenliebe.

 

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