Essen & Trinken – Essen

Koo Sushi (c) Mautner STADTBEKANNT
Koo Sushi (c) Mautner STADTBEKANNT

Zum Weinen gut

17. April 2013 • Essen

Wer kennt sie nicht die fruchtig-grüne Paste, die auch dem härtesten Freund von Zungenbrennern Tränen in die Augen treten lässt: Wasabi. 
Was dem steirischen Ruckwurstbrot seine Krengarnitur ist für Sushi, Sashimi und Co. der japanische Meerettich – Gewürz und unverzichtbare Beilage zugleich.

Hergestellt wird Wasabi aus der Wurzel des in Japan beheimateten Wassermeerrettichs. Diese reibt man traditionell auf Reiben aus Haifischleder zu einer feinen Paste. Wer keinen Hai zur Hand hat muss sich wohl oder übel mit einer Kunststoff- bzw. Metallreibe behelfen. Ob pur oder vermischt mit Sojasauce, der grüne Scharfmacher verwandelt anschließend jedes Essen zum feurigen Erlebnis.

Doch auch die gesundheitliche Wirkung von Wasabi ist nicht zu unterschätzen. Die Schärfe fördert die Verdauung, während die im Rettich enthaltenen Senföle unerwünschte Bakterien im Darm abtöten. Besondere Erleichterung verschafft das grüne Gold in der kalten Jahreszeit allen Schnupfnasen. Nie lässt es sich so frei durchatmen wie nach einem ordentlichen Klacks Wasabi auf dem Bissen. Aber Vorsicht: "Ein bissele scharf" muss man schon mögen, auch wenn ein gelernter Japaner das, was bei uns als echter Wasabi gereicht wird wohl kalt lächelnd schnupfen würde.

Bei so vielen positiven Eigenschaften ist es also berechtigt, dass dem grünen Brei zu Ehren eigene Partys geschmissen werden. An den sogenannten Wasabi Wednesdays im Dots twentyone gibt es das Sushi zum Wasabi und die passenden Beats zu den Tränen.

Wegen der hohen Kosten bei der Ernte der Wurzeln und der Herstellung des Produkts verwenden Restaurants außerhalb Japans übrigens zumeist Wasabi aus der Tube oder Wasabi-Pulver, das mit Wasser angerührt wird. Beim Pulver ist es häufig leider mit der Echtheit nicht weit her. Statt der teuren Wurzeln aus japanischen Bergbächen werden hier gerne Imitate aus Kren- oder Senfpulver verwendet, denen Chlorophyll einen grünen Farbton verleiht. Mit diesem Trick werden auch oft Snacks wie geröstete Nüsse, Bohnen oder Erbsen „wasabisiert“. Echter Wasabi nämlich ist nicht nur teuer, er verliert seine Schärfe auch, wenn er zu lange an der Luft steht. Wer zu spät kommt, den bestraft der Sushi-Meister.

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